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Wohnungsnot in Deutschland !

HAZ v. 6. April 2018
Berlin: Berlin | " Bis das Moos wächst "
(Von Lea Streisand  in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 6.April 2018 )

" Die Wohnsituation in deutschen Großstädten ist schon wieder wie zu Ostzeiten. Jeder bleibt in seiner Bude hocken, bis das Moos von den Wänden wächst, auch wenn ihm die Wohnung gar nicht mehr passt. Das ist in Berlin so und in München und Hamburg nicht anders. Auch wenn da nie Osten war.
             Bevor meine Eltern damals 1980 in eine eigene Wohnung ziehen konnten, musste mein Großvater sterben. Nur dadurch wurde die Wohnung frei, die sie dann besetzten. Vorher hatte meine erwachsene,verheiratete Mutter mit ihrer erwachsenen,verheirateten Schwester, deren Mann und Kind sowie meiner Großmutter und einem Untermieter in einer Vierzimmerwohnung gewohnt. Wenn am Wochenende dann noch mein Vater und die Freundin des Untermieters kamen, wurde es richtig kuschelig.
             Damals ging es um Platz, heute geht es um Geld.
             Meine Freundin Susi wohnt mit ihrem Mann und zwei Kindern in einer Zweiraumwohnung in Prenzlauer Berg. Das große Kind geht in die vierte Klasse. Da kann man nicht eben ans andere Ende der Stadt ziehen. Kita-Plätze sind rar, Schulplätze gibt es schon mal gar nicht. In Prenzlauer Berg gibt es zwar größere Wohnungen, aber keine, die Susis Familie sich leisten kann. Derweil sitzen Achtzigjährige in ihren verwaisten Fünf-Zimmer-Geisterschlössern, wo sie, um Heizkosten zu sparen, nur noch ein Zimmer bewohnen, und können auch nicht umziehen, weil jede neue Mietwohnung, selbst wenn sie ebenso alt und nur halb so groß ist, bei Neueinzug das Fünffache kosten würde. Ist doch bescheuert, so was.
               Wie war das noch mit dem sozialen Wohnungsbau ? "

Lea Streisand ist freie Autorin in Berlin.



Gedanken dazu:
Wir, achtzigjährig, hausen in unseren großzügig bemessenen Familienwohnsitzen im " ländlichen Raum" - irgendwo in Deutschland. Unsere Kinder und Enkel haben sich in die Metropolen verstreut. Wir möchten ihnen zumindest in die Nähe folgen und träumen von einer barrierefreien  Fünfundvierzig- Quadratmeter- Wohnung.
Ein Blick auf die Kauf-und Mietpreise halbwegs adäquater Angebote im Immobilienmarkt lässt unsere Träume sehr schnell zerplatzen.
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13 Kommentare
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R. S. aus Lehrte | 06.04.2018 | 13:29  
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Peter Perrey aus Neustadt am Rübenberge | 06.04.2018 | 16:49  
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Barbara S. aus Ebsdorfergrund | 06.04.2018 | 17:00  
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Karl-Heinz Wulf aus Garbsen | 06.04.2018 | 17:10  
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Peter Perrey aus Neustadt am Rübenberge | 06.04.2018 | 17:26  
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Jost Kremmler aus Potsdam | 06.04.2018 | 19:54  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 07.04.2018 | 03:04  
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R. S. aus Lehrte | 07.04.2018 | 08:26  
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Karl-Heinz Wulf aus Garbsen | 07.04.2018 | 09:42  
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Peter Perrey aus Neustadt am Rübenberge | 11.04.2018 | 23:37  
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R. S. aus Lehrte | 12.04.2018 | 09:30  
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Karl-Heinz Wulf aus Garbsen | 12.04.2018 | 10:02  
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Peter Perrey aus Neustadt am Rübenberge | 12.04.2018 | 11:45  
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