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Immobilieninvestoren gegen den Rest der Welt

Vor kurzem konnte man es sogar in der konservativen FAZ nachlesen, die ZEIT war besonders rabiat in der Wortwahl: "...ein Anschlag der Immobilieninvestoren gegen die Gesellschaft". Spätestens mit dem Energiedämmungsgesetz von Umweltministerin Henricks (SPD), die eine bis zu 50-prozentige Erhöhung der deutschen Mieten in Aussicht stellt, gärt es in der Republik.

Eine Grenze, die für viele überschritten ist, ist der Begriff des Niedrigverdieners. Waren das bisher Menschen, die zum Niedriglohn arbeiteten und sich deshalb kaum eine Mietwohnung leisten konnten, hat die Sanierungs- und Verteurungswelle der jüngeren Vergangenheit Millionen von Deutschen, die bisher glaubten, Normalverdiener zu sein, zu Niedrigverdienern gemacht. Handwerker, kleine Angestellte, Polizisten verdienen allesamt unter 2.000 Euro brutto, wenn sie ihre Ausbildung absolviert haben.

Das, was netto aus diesem Brutto bleibt, reicht aber mittlerweile kaum noch aus, um sich eine Mietwohnung zu leisten. Oder anders ausgedrückt: Ein Angehöriger solcher Berufskreise wird nach Abzug seiner Mietkosten kaum mehr Geld zum Leben übrig haben als ein Hartz-4-Empfänger. Die FAZ spricht in diesem Sinne von hochexplosivem Sprengstoff, der in den aktuellen Aktivitäten der Immobilienbranche stecke.

Dabei hat das Land die bis zu 50-prozentige Mieterhöhung, die sich aus den Energiedämmungen nach em Energiedämmungsgesetz von Ministerin Henricks (SPS) ergeben, noch vor sich. Die Politiker des Landes täten gut daran, sich des Themas ernsthaft anzunehmen. Eine Rückgängigmachung des Energiedämmungsgesetzes sollte eigentlich unumgänglich sein. Doch merkwürdigerweise schweigen sowohl die Oberen der CDU wie der SPD zu dem Thema. Auch beim Kanzlerduell war keine Rede von der katastrophalen Entwicklung der Immobilienbranche. Sollten die beiden großen Parteien in eine neue Koalition gehen, dürfte ihnen eine stürmische Zeit bevorstehen.

Siehe auch die Facebook-Gruppe "Bürger wollen- bezahlbare - Wohnungen."
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