Freie Wähler Mittelrhein: „Kölner CDU läßt sich im Fall Otte vor falschen Karren spannen“

Gegen das Kölner CDU Mitglied Max Otte läuft derzeit ein Parteiausschlussverfahren, da er sich von der AfD als Kandidat für die Wahl des neuen Bundespräsidenten aufstellen lässt. Die Freien Wähler sehen die CDU/CSU in einer strategischen Zwickmühle.
Berlin: Bundestag |

„Der Fall Max Otte macht deutlich, wie zerrissen die CDU inzwischen ist. Einige Forderungen der AfD waren früher auch bei der Union fest verankert. Zumindest zu Zeiten von Alfred Dregger und Franz-Josef Strauß. Das ist unstrittig. Die Abgrenzung der Christdemokraten von der Rechtsaußenpartei AfD ist rein strategischer Natur. Dennoch dürfte es auch der Kölner CDU klar sein, dass ihr Mitglied Max Otte, dessen Parteiausschlußverfahren vom Kölner Kreisverband durchgeführt werden soll, am Ende wahrscheinlich mehr Schaden als Nutzen bringt. Offenbar wurde die Kölner CDU zu diesem Schritt gezwungen.“

So die Einschätzung des Vorsitzenden der Bezirksvereinigung Mittelrhein der Partei FREIE WÄHLER zum Fall Max Otte, dem früheren Vorsitzenden der rechtskonservativen „Werteunion“. Otte steht bundesweit in der Kritik, weil er sich von der AfD für das Amt des Bundespräsidenten vorschlagen läßt. Torsten Ilg äußert zwar Verständnis für die Reaktion der CDU, sieht drin aber auch einen strategischen Fehler:

„Dass die Parteiführung der CDU sauer ist kann ich gut verstehen. Auch der Kölner CDU dürfte durchaus klar sein, dass Otte mit diesem Eklat keine „Parteikarriere“ mehr anstrebt. Als Autor einiger reißerischen Bücher zum Thema „Börsencrash“, dürfte Herrn Otte das Medienecho wichtiger sein, als die Erneuerung der Union. Die Kölner CDU sollte sich deshalb besser nicht vor den falschen Karren spannen lassen. Wird Max Otte aus der Partei ausgeschlossen, entzieht man sich folgerichtig einer inhaltlichen Auseinandersetzung. Eine Neuausrichtung der Union rückt so in weite Ferne. Wir Freie Wähler stehen hingegen für eine andere Debattenkultur. Zweifelsohne ist die heutige AfD auf bestem Wege, eine klassische rechtsradikale Partei zu werden. Aber dennoch muss man auch bereit sein, die politischen Zwischentöne richtig zu deuten. Mit Ausgrenzung macht man die AfD immer stärker. Inhaltlich kann man nicht alle ihre Anträge in die rechte Ecke stellen. Sie komplett auszugrenzen ist politisch töricht, zumal im Zeitalter von Social-Media, längst parallele Kanäle und Strukturen entstanden sind, die sich der traditionellen journalistischen Arbeitsweise entziehen. Der politischen Bekämpfung der AfD, fühlen auch wir Freie Wähler uns verpflichtet. Dort wo sie menschenfeindlich oder rechtsradikal agiert, müssen wir sie schonungslos entlarven. Wer aber jeden verkehrspolitischen Antrag, jede Personalfrage und jedes wirtschaftspolitische Anliegen nur deswegen ablehnt weil es von der AfD kommt, der vergrößert die Politikverdrossenheit in Deutschland. Es gibt auch noch anständige politische Alternativen zur AfD, das müssen wir den unzufriedenen Wählerinnen und Wählern klarmachen,“ so die Kritik von Torsten Ilg (Freie Wähler) an der Kölner CDU.

(Quelle: Freie Wähler Mittelrhein)
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Norbert Falkner aus Probsthagen | 21.02.2022 | 20:28  
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