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" Enthusiasmus gegen Hass "

L` Europe en Marche - Für ein vereinigtes Europa
Berlin: Berlin |

Von Lamya Kaddor ( HAZ März 2017)

" Enthusiasmus gegen Hass

Was geht uns das an? Immer wieder höre ich diese Frage in dem Präventionsprojekt des Liberal-Islamischen Bundes gegen muslimischen Antisemitismus, das ich leite. Warum müssen sich Muslime dagegen starkmachen? Man sei schließlich nicht Schuld am Holocaust.
Eine Antwort könnte schlicht sein: weil der muslimische Antisemitismus verbreitet ist. Eine weitere Antwort könnte lauten : Weil die Mechanismen der sogenannten gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit beim Antisemitismus ähnlich denen der Islamfeindlichkeit sind. Geschichte wiederholt sich zwar nicht, Abwertungsmechanismen aber durchaus.
Warum stellt man mir überhaupt die Frage nach dem Warum ? Das treibt mich um. Es ist doch selbstverständlich, dass wir uns auflehnen müssen, wenn Hass gegenüber gegenüber jüdischen Bürgern verbreitet wird. Gerade als "deutsche" Muslime sind wir genauso dafür verantwortlich wie der Rest der Bevölkerung, dass Lehren aus den grausamsten Verbrechen an Juden gezogen werden, um etwaigen Anfängen zu wehren - politisch, vor allem aber gesellschaftlich.
Nach meiner Erfahrung müssen wir dazu einen viel intensiveren Kontakt zu den Juden in Deutschland suchen. So entdeckt man oftmals Gemeinsamkeiten und entwickelt Enthusiasmus gegen Hass und Häme. In den USA gibt es bereits erste Initiativen in diese Richtung, die sich nach dem Wahlsieg Donald Trumps gegründet haben.
Wir können als Muslime zu Recht die wachsende Islamfeindlichkeit kritisieren. Aber wir dürfen nicht gleichzeitig andere Minderheiten abwerten. "

Lamya Kaddorist Islamwissenschaftlerin und Religionspädagogin


Kommentar:
Der Satz: " Wir können als Muslime zu Recht die wachsende Islamfeindlichkeit kritisieren. Aber wir dürfen nicht gleichzeitig andere Minderheiten abwerten",
sollte für bekennende Christen lauten: Auch wir Christen können die wachsende
Christenfeindlichkeit in Deutschland kritisieren. Auch wir dürfen nicht gleichzeitig andere religiöse Minderheiten abwerten.
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10 Kommentare
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Eberhard Weber aus Laatzen | 21.04.2017 | 13:55  
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Karl-Heinz Wulf aus Garbsen | 21.04.2017 | 15:23  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 21.04.2017 | 22:36  
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Hans-Werner Blume aus Garbsen | 25.04.2017 | 13:15  
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Karl-Heinz Wulf aus Garbsen | 25.04.2017 | 13:48  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 25.04.2017 | 19:51  
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Karl-Heinz Wulf aus Garbsen | 26.04.2017 | 08:04  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 27.04.2017 | 00:39  
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Gitte Garbrecht aus Berlin | 07.05.2017 | 11:28  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 15.06.2017 | 03:08  
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