Anzeige

"Antisemitismus ist Alltag "

HAZ v. 29. März 2018
Berlin: Berlin | http://www.deutschlandfunkkultur.de/dubiose-freunde.1079.de.html?dram:article_id=224816


Von Volker Beck 
( Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 29. März 2018 )





                Antisemitismus ist Alltag

Allein in Berlin gab es im vergangenen Jahr zwölf antisemitische Übergriffe an Schulen. Die politische Beteuerung, dass Antisemitismus in Deutschland keinen Platz habe, ist also nicht mehr als ein frommer Wunsch. Antisemitismus gibt es in allen gesellschaftlichen Bereichen.Die meisten dieser Straftaten werden von der Polizei einem rechtsextremen Hintergrund zugeordnet. Aber es hilft nicht, darum herumzureden: Auch muslimischer Antisemitismus ist ein nicht unerhebliches Problem.
          Bei Elternvertretungen, Schulleitungen und Bildungspolitikern fehlt es schlichtweg am Bewusstsein für Antisemitismus, der daher als solcher oftmals nicht erkannt wird. Eltern fragen: Wie kann eine Schule mit Kindern aus vielen Nationen davor gefeit sein,dass es zu religiös motivierten Auseinandersetzungen  kommt ? Ein Lehrerverband meint, solche Vorfälle zeigten, dass Schulen Austragungsort sozial-religiöser " Konflikte " werden. Ein Schulleiter teilte Eltern eines Kindes mit, man habe keine Erfahrung mit jüdischen Schülern.
           Das Problem sind jedoch nicht jüdische Schüler: Antisemitismus ist der einseitige Hass auf Juden, jüdische Schüler vermöbeln nicht arabische oder muslimische Schüler.
          Wie kann eine Schule, in der Eltern und Lehrer gar keinen Begriff des alltäglichen Antisemitismus haben, ihn erfolgreich pädagogisch bekämpfen ? Viel  Arbeit für den Antisemitismusbeauftragten des Bundes, der idealerweise durch Länderbeauftragte unterstützt wird. Es braucht aber Mut zum Konflikt. Zum Konflikt mit Verwaltungen - und mit der routinierten Empathielosigkeit breiter Gesellschaftschichten.
Volker Beck war bis 2017 Mitglied des Bundestags.




Kommentar:
Ich hoffe,der Antisemitismusbeauftragte des Bundes hat mehr Mut als Volker Beck und spricht auch den spürbar wachsenden Antisemitismus in den linken Milieus in Deutschland an. Menschen jüdischen Glaubens, gleich welcher Staatsangehörigkeit und Glaubensrichtung, werden zuerst als Repräsentanten des Staates Israel und seiner Politik wahrgenommen . Tendenz: Alle Juden dieser Welt sind für das Handeln Israels zumindest ein wenig mitverantwortlich.

Ich hoffe weiter, die genannten Antisemitismusbeauftragten haben ebenso den Mut auch das Phänomen Philosemitismus in Deutschland zu beleuchten.

" Philosemiten sind all jene, die Juden besonders unterstützen,verehren- und sogar lieben. Wir  betrachten ein Phänomen, das bislang kaum erforscht, aber sehr fragwürdig ist. Und zudem viele Juden nervt. Manche meinen sogar: Philosemitismus ist Judenfeindschaft nur mit anderen Vorzeichen."
" Seligmann: " Ich freue mich, wenn mich jemand liebt, aber wenn mich jemand nur liebt,weil ich Jude bin,kann er mich genau so gut hassen, weil ich Jude bin. Also wenn  man nur als Jude gemocht wird, das ist mir nicht geheuer."
 
(Deutschlandfunk Kultur - Aus der jüdischen Welt vom 19.10 2012 18:07 Uhr (Archiv)

http://www.deutschlandfunkkultur.de/dubiose-freunde.1079.de.html?dram:article_id=224816
4
Diesen Mitgliedern gefällt das:
4 Kommentare
30.950
Peter Perrey aus Neustadt am Rübenberge | 29.03.2018 | 16:01  
2.102
Karl-Heinz Wulf aus Garbsen | 29.03.2018 | 16:41  
30.950
Peter Perrey aus Neustadt am Rübenberge | 29.03.2018 | 16:56  
59.223
Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 30.03.2018 | 02:44  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.