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Stichtag: 29.12.1937- Der Herr der Schlagerwelten.... Dieter Thomas Heck...

Berlin: Dieter Thomas Heck | Karriere als TV-Entertainer lässt sich auch ohne den Bel-Ami-Charme eines Peter Alexander oder das weltläufige Plauder-Talent von Hans-Joachim Kulenkampff machen. Keiner hat das besser bewiesen als der frühere Autoverkäufer Dieter Thomas Heck. Ausgestattet mit den typischen Accessoires seines erlernten Berufs - Goldkettchen am Handgelenk, marktschreierische Sprechweise und raumgreifende Gestik – hält sich Heck vier Jahrzehnte lang als markantestes Aushängeschild des Zweiten Deutschen Fernsehens.

Keine Heck-Sendung geht über den Schirm, ohne dass der "in Kleidungsfragen restlos überforderte Mann" (Die Welt) den Namen seines Arbeitgeber preist wie eine edle Automarke: "Eine Sendung des Zett-De-EFF", heißt es erstmals 1969 in der "Hitparade", mit der Dieter Thomas Hecks Fernseh-Laufbahn startet. 30 Jahre später würdigt ZDF-Intendant Dieter Stolte den populären Schnellsprecher als "größten Kommunikator, den der Sender jemals hatte".

Peter Frankenfeld ebnet Karriereweg

Der Großmeister des deutschen Schlagers wird am 29. Dezember 1937 in Flensburg geboren. Carl Dieter Heckscher, so sein bürgerlicher Name, wächst in Hamburg auf und interessiert sich schon als Schüler für den Rundfunk. Doch der Junge stottert, seit er 1943 bei einem Bombenangriff verschüttet wurde. Carl Dieter kuriert den Sprachfehler durch Gesangsunterricht, absolviert eine Lehre in einem Autohaus und ist dort von 1957 bis 1961 als Verkäufer tätig. Er bewirbt sich beim Südwestfunk (SWF) erfolgreich als Sprecher und erhält nach einem Auftritt in einer Fernsehshow von Peter Frankenfeld seinen ersten Schlager-Plattenvertrag.

"Vom Peter habe ich ungeheuer viel gelernt“, erzählt Heck später. "Ich habe mir alle Sendungen von ihm angeguckt". Das Studium seines Idols wird sich auszahlen, denn als Sänger hat Heck nur mäßig Erfolg. 1964 wechselt er als Diskjockey zu Radio Luxemburg, wo er sich, da dort bereits ein Dieter moderiert, seinen zweiten Vornamen Thomas zulegt. 1966 holt ihn die Europawelle Saar nach Saarbrücken. Während englischsprachiger Rock international die Charts dominiert, serviert Heck seinen Hörern überraschend erfolgreich ausschließlich deutsche Schlager.

Kapitulation vor der Neuen Deutschen Welle

Der Miterfinder der "Goldenen Europa" wird schnell zur Gallionsfigur des seichten heimischen Liedguts. Zusammen mit ZDF-Regisseur Truck Branss entwickelt er eine TV-Version seines Radio-Hits "Die deutsche Schlagerparade". Am 18. Januar 1969 präsentiert Heck erstmals aus dem Studio 4 der Berliner Union-Film die neue ZDF-"Hitparade" - mit Deutsch als Pflichtsprache für jeden Interpreten. Von trendigen Musikkritikern verspottet, lockt die monatliche Show bald regelmäßig um die 20 Millionen Schlagerfans vors Fernsehen.

Nach 15 Jahren und 183 Ausgaben der "Hitparade" kapituliert Heck 1984 vor der schrägen Neuen Deutschen Welle. Gruppen wie Trio, DÖF oder Geier Sturzflug entsprechen nicht mehr Hecks Bild des deutschen Schlagers, den er hinter den Kulissen als Produzent weiter fördert. Mit der Quizsendung "Die Pyramide", der "Goldenen Stimmgabel" und Gala-Shows wie "Melodien für Millionen" oder "Ein Herz für Kinder" erobert Heck nun ein neues Publikum. Seit seinem Schauspiel-Debüt 1970 in Wolfgang Menges Thriller "Das Millionenspiel" übernimmt er auch kleine Rollen in "Praxis Bülowbogen", "Tatort" und anderen Serien.

2007 wird Dieter Thomas Heck vom ZDF anlässlich seines 70. Geburtstags mit einer großen Galashow in den Ruhestand verabschiedet. Den genießt das für sein soziales Engagement vielfach ausgezeichnete Fernseh-Urgestein zusammen mit Ehefrau Ragnhild in seiner Wahlheimat Spanien.
29. Dezember 1937
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