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Welttag der Poesie in Bayreuth als opulentes Literaturfest!

Wann? 21.03.2010 16:00 Uhr

Wo? Seniorenzentrum Phönix - Kunstmuseum - Ehemalige Musikschule - Reformierte Kirche - Stadtbibliothek, Bayreuth DEauf Karte anzeigen
Bayreuth: Seniorenzentrum Phönix - Kunstmuseum - Ehemalige Musikschule - Reformierte Kirche - Stadtbibliothek | Auch in diesem Jahr ist der literarische Tisch rund um den Welttag der Poesie am 21. März in Bayreuth reich gedeckt!

Die Kooperationspartner Volkshochschule Bayreuth, Forum Kulturpädagogik, Evangelisches Bildungswerk, Stadtbibliothek, Evangelisch-Reformierte Gemeinde und Seniorenzentrum Phönix haben ein umfangreiches Programm unter dem Motto „Poesie für alle“ erstellt:
Von der Austauschrunde über eigene poetische Leseerlebnisse, über eine poetische Malaktion und eine Lesung im Seniorenheim bis zu zwei musikalisch-literarischen Abenden und zur malerisch-poetischen Ausstellung, dürfte für jede Generation und jeden Geschmack etwas dabei sein.

Das „Poesiefest“ beginnt bereits am Tag vor dem Poesietag mit einer Lesung im Musikgarten des Seniorenzentrum Phönix am Bodenseering. „Poesie von früh bis spät“ ist die vergnügliche Stunde überschrieben, die am Samstag, 20.3. ab 16 Uhr von Barbara Wißling und Luzia Huppmann gestaltet wird. Sie haben humorvolle Gedichte ausgewählt, die einen Tageslauf begleiten, wie ihn alle kennen. Denn viele Dichterinnen und Dichter haben nicht nur die großen Gefühle und Themen des Lebens für „poesiefähig“ gehalten, sondern oft auch im Alltag genauer hingesehen und dabei Stoff für Lyrik entdeckt: Von der Morgentoilette und der Ratlosigkeit vor dem Kleiderschrank über die Komik eines Familienausflugs bis zum Kinderabendgebet ist der poetische Bogen dieser Lesung gespannt, mit der die zwei Vorleserinnen den BewohnerInnen des Seniorenzentrums Phönix und Gästen so manches Schmunzeln entlocken dürften!

Vergnüglich verspricht auch der Abend am 20.März zu werden: Mundart-Dichter Eberhard Wagner und die „Glaane Landmusigg“ laden ein zu einem musikalisch-poetischen Abend im Historischen Sitzungssaal des Kunstmuseums. Ab 20 Uhr werden sie den Ohren allerlei Ergötzliches bereiten unter dem Motto „Mund-Land-Art und Landmusigg“. Denn am Welttag der Poesie dürfen fränkische Worte und Klänge nicht fehlen, zumal wenn sie so erfrischend unverstaubt, so kunst- und lustvoll daherkommen, wie das bei Mundartforscher und Wortartist Eberhard Wagner und den Musikern der "Glann Landmusigg" der Fall ist! Veranstalter sind die Kooperationspartner Volkshochschule, Evangelisches Bildungswerk und Forum Kulturpädagogik.

Die ersten Veranstaltungen am Poesietag selbst sind zwei Seminare, die in der Ehemaligen Musikschule in der Richard-Wagner-Straße 47 von der Volkshochschule Bayreuth in Kooperation mit dem Forum Kulturpädagogik angeboten werden: Um 15 Uhr öffnen sich die Tore zu einer poetischen Malaktion für Groß und Klein. Unter dem Motto „Gedichte wollen Bilder werden“ gibt es zunächst für die Ohren ganz Unerhörtes zu hören: da geistert der Flügelflagel durchs Wiruwaruwolz, da löst der Zwölfelf eine ganze Kette von geheimnisvollen Ereignissen aus, da lässt ein Werwolf sich in Grammatik unterweisen... Die solcherart angeregte Phantasie darf sich anschließend, unterstützt durch die Malpädagogin Angelika Schneider, auf dem Papier austoben. Papier, Farben und Pinsel stehen zur Verfügung - dafür wird um eine kleine Spende für das Forum Kulturpädagogik gebeten. Ansonsten ist die Teilnahme an dieser Aktion kostenlos, dennoch bittet die Volkshochschule um Anmeldung bis zum 17. März (Tel: 251664), um besser disponieren zu können.

Dasselbe gilt auch für die zweite Nachmittagsveranstaltung, die am 21. März am selben Ort stattfindet. „Lesefrüchte teilen!“ heißt es ab 15.30 Uhr, wenn eine Poesiepädagogin die Teilnehmenden dazu einlädt, sich über Texte auszutauschen und von prägenden Leseerfahrungen zu berichten. Dabei stehen Fragen nach der Wirkung von Gelesenem im Vordergrund: Welche Gedichte würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen? Welche Texte empfehlen Sie anderen als Aufmunterung? Welche Geschichten haben Sie in welchen Lebensphasen begleitet? Was befindet sich in Ihrer "literarischen Hausapotheke"? Sicher hat die Moderatorin Texte in petto - es ist allerdings sehr erwünscht, dass die SeminarteilnehmerInnen selbst ein paar "Lesefrüchte" in die Runde einbringen - idealerweise in einer gut lesbaren Kopie.

Die therapeutische Dimension von Poesie wird am Abend des Welttags der Poesie noch deutlicher in den Mittelpunkt gerückt, wenn es heißt: „Kopf hoch! Widerworte gegen das Verstummen“. Um 18 Uhr beginnt in der Reformierten Kirche in der Erlanger Straße die lyrisch-musikalische Veranstaltung mit „Poesie der Heimatlosen“, die von Melanie Vogt und Mathias Hartmann gestaltet wird. Es geht darum künstlerisch zu vermitteln, welche Kraft in der Poesie als Überlebensstrategie stecken kann. In Zeiten von Not und Verfolgung, Heimatlosigkeit und Gefangenschaft, Angst und Traumatisierung kann im Schreiben ein Medium zur Artikulation der eigenen Gefühle und zur Sicherung der eigenen Identität entdeckt werden. Das trifft auf Frauen in Internierungslagern ebenso zu wie auf Dichterinnen des Exils. Sie schrieben Gedichte, die ihnen Mut und Hoffnung und dem Grauen einen Namen gaben. In poetischer Form kämpften sie gegen die Vernichtung ihrer Persönlichkeit, lösten sich damit zumindest zeitweise aus der inneren Erstarrung. Der Bogen des Abends spannt sich von Frauen-Gedichten aus dem KZ Ravensbrück, über Exil-Gedichte Hilde Domins bis zu Texten der Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller - moderiert und rezitiert von Melanie Vogt. Der Cellist Mathias Hartmann baut musikalische Brücken zwischen den Wortblöcken. Ausgerichtet wird die Veranstaltung von den Kooperationspartnern Evangelisches Bildungswerk, Volkshochschule, Forum Kulturpädagogik und Evangelisch-reformierte Gemeinde.

Auch die Stadtbibliothek steuert mit ihrer aktuellen Ausstellung etwas zum Poesietag bei: noch bis zum 31. März sind Bilder in Mischtechniken von Margit Rehner und Texte von Heiner Brückner im Foyer der Stadtbibliothek am Luitpoldplatz zu sehen: „Farbfassung – Wortort“ ist die poetische Ausstellung überschrieben. Während es der Malerin – durchaus lyrisch - um Einblicke in empfundene Sichten, um Fantasie und Ersehenes, um Farben und Zeichen, um Verschmelzung von Ahnung und Wirklichkeit geht, versuchen die
„Verwortungen“ von Heiner Brückner das Geschaffene und das zu Schaffende aufzuspüren. Seine Verdichtungen buchstabieren die Sprache der Malerei als geortete Worte.
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