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Kneippverein im Vogler zum Ebersnacken unterwegs

  Zu einer Wanderung im Vogler und zum Ebersnacken hatte die Samstag-Wandergruppe vom Kneippverein Barsinghausen eingeladen; und so machten sich am 06.05.17 dreizehn Wanderer bei bestem Wanderwetter von Rühle aus auf den Weg. Gestartet wurde im Ort an der aus dem 17. Jahrhundert stammende Barockkirche. Der Wanderweg führte zunächst auf der Waldstraße aus dem Ort heraus und dann an dem kleinen Rühlerbach entlang stetig bergan. Nach vier Kilometer war der erste Höhenweg unterhalb des Hammershüttenkopf und nach weiteren vier Kilometer der Aufstieg über den Gipsberg zum Ebersnacken erreicht. Nun ging es nochmals für 900m steil bergan, wobei die Wandergruppe mehr als 120 Höhenmeter überwinden musste.

Doch nach gut einer halben Stunde war der Turm auf dem Ebersnacken in 460m Höhe erreicht. 
Nach der Verpflegung aus dem Rucksack wurde der Turm mit der Höhe von 26m über die 122 Stufen bestiegen und die herrliche Aussicht von der obersten Plattform genossen. Schon 1890 wurde an dieser Stelle ein kleinerer Turm als Vermessungspunkt errichtet. Nach zwei weiteren Turmbauten, entstand 1989 der heutige Turm, der unter Mithilfe der britischen Luftwaffe in zwei geteilten Segmenten auf den Berg geflogen und dort dann zusammengebaut wurde.

Nach einer zeitlich reichlichen Vesperpause wanderte die Gruppe auf dem Kammweg in westlicher Richtung bis zu einem Abzweig, der dann bergab nach Rühle führte. Doch zunächst wurde noch das Naturschutzgebiet Weinberg oberhalb von Rühle durchwandert. Hier an diesem Steilhang mit seinem Kalk-Trockenrasen und Streuobstwiesen wachsen Himmelschlüsselchen, Margariten, Akelei und seltene Orchideen. Leider war es wohl für die Orchideen in der Jahrszeit zu früh oder es hat in der vergangenen Zeit zu wenig geregnet und Wärme gespendet. So konnten die Wanderer das Brandknabenkraut nur einmal und das gefleckte Knabenkraut doch vielfach entdecken. Der seltene und giftige Schwalbenwurz war leider noch nicht zu sehen. In den vergangenen Jahren hatte der Wanderführer diese alle „leibhaftig“ sehen können. Schade!

Von dem Herzog-Wilhem-Denkmal bot sich dann den Wanderern ein fantastischer Blick in das Weserbergland mit der Weser und den Ort Rühle. Der Ort wurde vermutlich zwischen 1079 und 1114 von Flandern eingewanderten Bewohnern gegründet und hatte verschiedene Besitzer. Der letzte regierende Herzog Wilhelm zu Braunschweig (1844-1884) setzte den damals üblichen Fronzins aus, was die Bewohner von Rühle 1909 veranlasste, ihm zu Ehren das Denkmal zu errichten. Deshalb erwartete den Wandern dort oben auch eine kleine Überraschung. Denn an dem Denkmal wird am 06.05.2017 zu Ehren dieser geschichtlichen Vorkommnisse die Braunschweiger Fahne gehisst und mit einem Event von den Bürgern Rühles gefeiert, und so konnten die Wanderer ihren Durst an den dort angebotenen Getränken löschen.

Steil führte dann ein Pfad dem Hang nach Rühle hinab, der gesäumt war von dichtem Buschwerk und an einigen Stellen war noch einmal das Knabenkraut auszumachen. Schon bald waren nach der 14km langen Wanderung die Fahrzeuge im Ort wieder erreicht.

Karl-Heinz Pfennig

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