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Wie im Märchen...

Barsinghausen: Rittergut Eckerde I | .. jedenfalls ein wenig so ist dieser Besuch der "Oper auf dem Lande".
Dafür spricht schon einmal das Ambiente. Der Besuch des Rittergutes der Familie von Heimburg allein ist immer schon ein Besuch in einer bezaubernden, ein wenig verwunschenen Welt, die gedanklich in die Vergangenheit zurückführt – oder eben auch in eine Märchenwelt.

So war der erste Teil der Veranstaltung in diesem Jahr tief hinein gelegt in den Park. Zuschauer saßen unter einer sehr alten und sehr großen Trauerweide. Das Wasser zwischen Publikum und der kleinen Insel schimmerte im Licht der Sonne grünlich – ein wenig verwunschen. Die Musik schien in das Grün der Insel hineingewachsen. So konnte man sich im ersten Teil voll auf die Musik konzentrieren, die der Natur entsprechend mal leiser, mal lauter herüber scholl. Und diese Lieder entsprachen schon in ihrem Titel dieser Atmosphäre: Der Zauberlehrling, Dance Macbre, Der Zwerg und Mephistofeles Flohlied waren dabei. Und eine Überraschung gab es für Dauerbesucher dieser immer wieder sich neu erfindenden Reihe: Eine ungarisch anmutende Stimme begrüßte, führte durch die Lieder dieses konzertanten Teils und dirigierte. Aber das war doch nicht Matthias Wegele? Nein, der saß am Keyboard. Der Zauberkünstler war Burkhard Bauche mit seinen teils köstlichen Kommentaren.

Normalerweise ist eine Pause nicht erwähnenswert. Bei dieser Veranstaltung in dieser Lokation schon. In der Pause war eine Stunde Gelegenheit, diesen Park zu genießen. Und das mit allen Sinnen, denn natürlich wurde der Gaumen wieder mit Kuchen, Kanapees und Getränken verwöhnt.

Der zweite Teil fand vor dem Herrenhaus, das mit von der Familie selbst gebackenen Brezeln verziert war, statt. Hier standen nun Engelbert Humperdinck und sein „Hänsel und Gretel“ im Mittelpunkt. Und diese Aufführung wäre nichts ohne die kleinen Sängerinnen und Sänger des Hannah-Arendt-Gymnasiums gewesen. Ihre Lehrerin, die hier offensichtlich viel Engagement hinein gesteckt hat, fieberte mit. Und diese – leicht (?!) verkürzte Oper war in jeder Beziehung ein Genuss!

Die Inszenierung ist sehr ideenreich und schließt das Publikum bis in die letzte Reihe mit ein. Die Musik trägt durch die Szenen. Die Kostüme und die „Maskierung“ der kleinen und großen SängerInnen ist märchenhaft. Die SängerInnen sind ausnahmslos sehr begabte Schauspieler. Und: Sie haben Stimmen und setzen sie auch pointiert und überzeugend ein. Da wäre es total unfair, jetzt Namen zu nennen und am Ende auch nur einen zu vergessen - auch von der sich mit vollem Herzen einbringenden Familie von Heimburg.

Dass dieser Abend noch lange im Vorhof des Rittergutes ausklang, weil man sich gar nicht verabschieden wollte, ist nur logisch.
Noch kann man dieses Märchen erleben – oder sich schon jetzt auf das nächste Jahr freuen.
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 01.09.2019 | 18:31  
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