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Denglish for Beginners - Deutsch im Wandel

Denglisch, ein „Virus“ der immer weiter um sich greift und die deutsche Sprache vergiftet? Oder ein Prozess, der die Sprache der Dichter und Denker vielschichtiger und internationaler erscheinen lässt?

Im täglichen Leben, in Beruf und Hobby taucht es immer wieder auf, das sogenannte Denglish. Gemeint sind damit in unsere Landessprache integrierte Anglizismen. Allein in den Innenbereichen größerer Städte, auch Citys genannt, begegnet man englischen Begriffen wie Sale, Sightseeing, Shops und Sex sells auf Schritt und Tritt. Auch im Sport stößt man auf diese Art von Wortfindungen. So wurden aus einem Geher ein Walker, aus einem fußballerisch tätigen Schlüsselspieler ein Keyplayer und einem Trainer der Coach. Übrigens nicht zu verwechseln mit einer gemütlichen und gepolsterten Sitzgelegenheit.

So etwas gab es früher nicht oder früher war alles anders ist eine fehlerhafte Annahme. Schon seit jeher lebt die deutsche Sprache von Veränderungen und Assimilation, sprich Anpassungen. Allein zu Zeiten der Besetzung deutscher Gebiete durch napoleonische Truppen fand ein großer Wandel der germanischen Sprache durch die Aufnahme französischer Vokabeln statt. Begriffe wie Garage, Fassade und viele, viele mehr sind aus dem heutigen Sprachverständnis nicht mehr weg zu denken. Doch „Good old Germany“ exportiert seine Ausdrucksweise auch in andere Länder. Ein Schnitzel ist in den USA wortwörtlich ein Schnitzel und wenn man Bratwurst with Sauerkraut bestellt, erhält man eben Bratwurst und Sauerkraut. Ein Bagger heißt auch in Syrien Bagger und wenn man in Kroatien ein Flaster verlangt, bekommt man, naa, genau, ein Heftpflaster. Ist man bei uns nach einem Zechgelage besoffen, ist man es auch in Dänemark und ein Berufsverbot wird im deutschen wie im französischen gleich gedeutet und geschrieben.

Ein Luftschiff wird in der Türkei als Zeplin bezeichnet, in Deutschland wie in Polen beschwört man den Zeitgeist und in Norwegen gibt es wie bei uns den gehassten Besserwisser *fröhlicher Wink in die Runde*. Selbst unser urdeutsches Butterbrot hat in Russland als Buterbrod eine Heimat gefunden und auch die russische Variante einer Knifte unterliegt dem deutschen Butterbrotgesetz und landet beim herunterfallen immer auf der beschmierten Seite. Dieser Artikel beinhaltet nur wenige Beispiele, ließe sich beliebig fortführen und zeigt auf, Sprache passt sich an. Überall.
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13 Kommentare
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Heidi Meier aus Barsinghausen | 28.01.2017 | 13:55  
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Silvia B. aus Neusäß | 28.01.2017 | 14:44  
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Gabriele F.-Senger aus Langenhagen | 28.01.2017 | 17:05  
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Holger Finck aus Langenhagen | 28.01.2017 | 19:28  
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Hartmut Stümpfel aus Sarstedt | 28.01.2017 | 19:43  
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Karsten Hein (Calenberger Kobold) aus Barsinghausen | 28.01.2017 | 20:09  
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Silvia B. aus Neusäß | 28.01.2017 | 22:10  
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Holger Finck aus Langenhagen | 28.01.2017 | 22:53  
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Rainer Bernhard aus Seelze | 31.01.2017 | 19:16  
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Holger Finck aus Langenhagen | 31.01.2017 | 21:43  
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Rainer Bernhard aus Seelze | 31.01.2017 | 22:40  
2.214
Karsten Hein (Calenberger Kobold) aus Barsinghausen | 02.02.2017 | 11:41  
9.472
Rainer Bernhard aus Seelze | 02.02.2017 | 18:17  
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