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Waldhütte, Teufelsloch und ein felsiger Aufstieg

Unser Wegweiser die "Schwarze 5"
 
Heidelbeersträucher soweit das Auge reicht

Eine Wanderung in der Fränkischen Schweiz durch die Waldschlucht zum Teufelsloch.


Wir stehen am 18. Juni 2020 mit unserem Wohnmobil in Heiligenstadt in der Fränkischen Schweiz und sind am Morgen, trotz leichtem Regen, zu einer kleinen Wanderung zum Teufelsloch bereit. Hierzu müssen wir zu unserem Ausgangspunkt der Wanderung an dem Forsthaus Waldhütte fahren, leider immer noch im leichten Nieselregen.

Die Waldhütte wurde bereits um 1750 als Försterei gegründet und ist heute auch eine Ausflugsgaststätte, doch heute im Zeichen der Corona-Pandemie leider geschlossen. Die Geschichte sagt aus, dass auch Richard Wagner bei einem Besuch dieser wildromantische Schlucht mit dem Teufelsloch die Gaststätte besucht hat. So zumindest ist es den Aufzeichnungen in Cosimas Tagebuch zu lesen.

Wir sind wohl heute die einzigen Wanderer, denn der Parkplatz ist leer, was bestimmt dem miesen Wetter und dem geschlossenen Ausflugslokal geschuldet ist. Doch uns macht der Regen nichts aus, und so folgen wir vom Parkplatz in östlicher Richtung der Markierung -Schwarze 5- und tauchen in den dichten Fichtenwald ein, der mit Heidelbeerkraut übersät ist. Vorbei an einem liebevoll angelegten Trimm- und Seilgarten, geht es auf gutem Waldweg weiter, um dann später auf einem geschotterten Forstweg bergab zu einer Brücke zu kommen. Hier müssen wir die vorher „verschenkte Höhe“ bis zu dem Einstieg in die Waldschlucht durch stetige Steigung fast wieder aufholen.

Der Einstieg in die Schlucht beginnt zunächst auf einem schmalen Pfad mit Holzstegen über dem Bach. Zum Glück hat der Regen aufgehört, doch der Pfad ist sehr holperig durch die vielen Baumwurzeln, und die Nässe sorgt für die nötige Glätte. Wir erreichen die ersten Felsen und auch manchmal steinerne Stufen, die das Steigen auf dem Pfad etwas leichter machen. Stetig geht es nun am Wasser entlang bergauf. An einigen Stellen ist der „Pfad“ kaum vorhanden, und wir müssen zwischen den glitschigen Felsbrocken, Steinen und umgestürzten Bäumen vorsichtig die Trittsicherheit suchen.

Nach zwei Drittel der Strecke erreichen wir einen großen Felsüberhang, der uns als Rastplatz dient und uns auch eine trockene Sitzgelegenheit zum Verzehr der Rucksackverpflegung gibt. So gestärkt können wir nun den steilsten Abschnitt mit über 14% Steigung angehen. Über Felsen, Wasserläufe und Baumstämme geht es teilweise sehr steil bergauf. Dann, nach insgesamt fast einem Kilometer Kraxelei, erreichen wir den Wasserfall und das Teufelsloch, das jetzt spektakulär durch eine zweibogige Sandsteinbrücke überspannt wird. Diese Brücke wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Verbindungsglied zwischen dem Ort Oberwaiz und der Waldhütte gebaut.

Auf breiter Forststraße geht es nun wieder Richtung Waldhütte, ohne nicht noch einen Abstecher zum Lettendenkmal zu machen. Dort haben lettische Kriegsgefangene seinerzeit in einer Felswand Reliefs und Ornamente gemeißelt. Dann gelangen wir nach gut zwei Kilometern wieder zum Parkplatz und fahren nach dem Mittagessen zu dem Startplatz unserer nächsten Wanderung.

Fazit: Trotz anfänglichem Regen und einer feuchten und glitschigen Kraxelei in der Waldschlucht eine sehr schöne und interessante Wanderung, ganz  auch nach unserer Vorstellung über die felsige Landschaft in der Fränkischen Schweiz.
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