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„The Joy of Music“ und die „JOM-Piraten“ geben Adventskonzert voller Überraschungen

Einzug der "JOM-Piraten", angeführt von Carsten Voß am Altsaxophon (Foto: Ulrich Voß)
 
Blick in den vollbesetzten Zuschauerraum (Foto: Ulrich Voß)
Bereits wenige Momente nach Einlass um 17:30 Uhr war die Kirchdorfer Heilig-Kreuz-Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt. Voller Erwartung sicherten sich die Konzertbesucher die besten Plätze, um dem alljährlichen Adventskonzert am 10.12.2011 in der mit 180 Stühlen vollbesetzten kleinen Kirche beiwohnen zu können. Bei der ersten Ausrichtung vor fünf Jahren fanden gerade einmal 25 Gäste den Weg in das Gotteshaus.
Pünktlich um 18 Uhr wurde das Konzert durch die Kirchenglocken eingeläutet und Küster Günter Schwiontek entzündete die Kerzen auf dem Altar. Danach: Stille. Diese wurde aber bald mit Klängen von außerhalb der Kirche unterbrochen, die sich unaufhörlich näherten und das Publikum glauben ließen, ein Rentierschlitten würde haltmachen. Darauf öffnete sich der Haupteingang und man gewann endlich Klarheit. Die ersten Protagonisten des Abends „enterten“ das Kirchenschiff: Die „JOM-Piraten“ unter der Leitung von Brigitte Schreiber. Angeführt wurde die Gruppe der Kinder im Grundschulalter, die mit allerhand Klingeln, Rasseln und Triangeln ausgestattet worden war, von Carsten Voß am Altsaxophon. Die Szenerie erinnerte einige Gäste an die Sage, deren Geschehnisse sich in Hameln zugetragen haben sollen.
In einer kurzen Begrüßung ermutigte Voß dann das Publikum, es den Kindern gleich zu tun und ein „adventliches Klingeln“ unter Zuhilfenahme des eigenen Schlüsselbundes immer dann zu erzeugen, wenn eine Darbietung besonderes Gefallen gefunden hätte. Um es an dieser Stelle vorweg zu nehmen – die Gäste machten im Verlauf des Abends reichlich Gebrauch von dieser außergewöhnlichen Idee und konnten so einen stimmungsvollen Abend selbst mitgestalten.
Dass die „JOM-Piraten“ kräftige Stimmen und rhythmisches Geschick miteinander verbinden können, bewiesen die 15 Nachwuchsmusiker eindrucksvoll mit „Hark, Those Herald Angels Sing“ und der schwungvollen „Weihnachtsbäckerei“ von Rolf Zuckowski. Beide Stücke wurden mit großem Beifall und noch größerem „Klingeln“ belohnt.
Nach kurzer, keyboarduntermalter Umbaupause betrat darauf „The Joy of Music“ die Auftrittsfläche, träumte von „White Christmas“ und besann sich darauf, dass man „Alle Jahre wieder“ zum Adventskonzert in der Heilig-Kreuz-Kirche zusammenkäme. Aber auch nichtweihnachtliches Programm wurde an diesem abwechslungsreichen Abend zum Besten gegeben, wie der Gospel „Oh, Happy Day“ und der Glenn-Miller-Klassiker „Pennsylvania 6-5000“. Für letzteres Stück hatte sich Bandleader Carsten Voß etwas ganz Besonderes einfallen lassen, um die Besucher aktiv in das Geschehen einzubeziehen. Ist normalerweise die Handynutzung während eines Konzerts strengstens untersagt, so veranlasste Voß alle Gäste, ihr Mobiltelefon einzuschalten und auf sein Zeichen hin, abgespeicherte Klingeltöne erklingen zu lassen. Nach kurzer Probe fanden diese elektrischen Klänge ihren bemerkenswerten Einsatz in einem Stück der Big-Band-Ära der 1940er Jahre. Im Anschluss überzeugten die Bläser wieder weihnachtlich mit „Ihr Kinderlein kommet“, das im Publikum spontan eine große Mitsängerschaft fand, und dem südamerikanischen Weihnachtswunsch „Feliz Navidad“, dargeboten als feuriger Salsa.
Das musikalische Programm wurde durch einen Wortbeitrag der besonderen Art unterbrochen, der bei vielen Besuchern nostalgische Gedanken aufkommen ließ. Zu einer Zeit, in der es das Wort „Radio-Comedy“ noch gar nicht gab, wurden dennoch komödiantische Hörspiele über den Äther geschickt und erfreuten sich einer großen Fangemeinde, wie auch an diesem Abend in der Kirche deutlich wurde. Thorben Großestrangmann als Sohn und Carsten Voß als Vater ließen Erinnerungen an die 1970er Hörspielreihe „Papa, Charly hat gesagt …“ wach werden. Der Sketch über „Weihnachtskitscher“ von 1978 hat seine Aktualität nicht verloren und lud neben vielen herzhaften Lachern auch zum Nachdenken ein.
„Morgen kommt der Weihnachtmann“, so die stimmgewaltige Hoffnung der „JOM-Piraten“, die prompt erhört wurde. Der Weihnachtsmann (Günter Schwiontek) gab in Person ein kurzes Stelldichein und beschenkte die Kinder mit süßen Leckereien, bevor er unter „Schlüsselklingeln“ die Kirche durch die Sakristei wieder verließ.
Die Stimmbänder der Konzertbesucher wurden durch die 16 MusikerInnen von „The Joy of Music“ mit „Oh, Du Fröhliche“ angeregt, „Kling Glöckchen“ und „Jingle Bells“ ließen einmal mehr die Schlüssel klingeln. Stevie Wonders romantische Ballade „I Just Call To Say I Love You“ sollte, nach nicht ganz ernst gemeinten Anraten von Carsten Voß, eine direkte Verbreitung mittels Handy aus der Kirche heraus in alle Welt finden. Der dramaturgische Spannungsbogen sollte aber seinen Höhepunkt bei den folgenden beiden Stücken finden: Zum Einen „I Will Follow Him“ aus dem Kinofilm „Sister Act“, zum Anderen, als Pendant zur Konzerteröffnung, eine rockige Fassung von „Hark, Those Herald Angels Sing“.
Begeisterter, nicht enden wollender Beifall und stehende Ovationen veranlassten die blendend aufgelegte Band, den konzertanten Jahresabschluss noch um zwei Zugaben nach hinten zu verschieben. Zunächst spielte „The Joy of Music“ Rhythm & Soul von den “Blues Brothers” („I Can’t Turn You Loose“) und beendete das Konzert nach knapp zwei Stunden mit der Beatles-Hymne “Hey Jude”, nicht ohne auf den gemeinsamen Abschlusschor mit den Besuchern verzichten zu müssen, denen als kleiner Gag, „Texthilfen“ von den MusikerInnen gezeigt wurden. Gleich zweimal musste die Band wieder neu in den Chor einsetzen, da das Publikum im Abschlussgesang kein Ende finden wollte und so mancher pfiff die Melodie noch beim Hinausgehen.
„The Joy of Music“ und den „JOM-Piraten“ ist es auch zu diesem Adventskonzert gelungen, den Zuhörern eine sehr abwechslungsreiche, mit Überraschungen gespickte Melange aus Advents-, Weihnachts- und romantischer Unterhaltungsmusik zu kredenzen. Auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr wird man sich freuen.
Nach dem kostenlosen Konzert wurde um Spenden für die Jugendarbeit der „JOM-Piraten“ gebeten.
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