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Sieben Quellen, ein teuflischer Helfer und eine falsche Fährte.

Bei den Sieben Quellen
 



Wandergruppe vom Kneippverein Barsinghausen im Lipperland unterwegs.



Vom Bahnhof Lügde aus machte sich die Wandergruppe bei bestem Wanderwetter auf eine gut 15km lange Tour. Zuerst am Eschenbach entlang, dessen Ufer von alten Weiden gesäumt waren, ging es auf schmalen Pfad stetig bergan. Dieser Weg ist mit X6 als Niedersachsenweg gekennzeichnet und führt vom Herrmannsdenkmal zu Weserstadt Hameln. Streckenweise fühlten sich die Wanderer in diesem Tal , zwischen Osterberg und Schierenberg, an das heimische Walterbachtal versetzt.

Schon bald war das Naturschutzgebiet Sieben-Quellen erreicht und eine Schautafel mit Zeichnung zeigte ausführlich die unterhalb des Weges entspringenden Quellen, was den Wanderen den etwas mühsamen Abstieg dorthin ersparte und so auch das Schutzgebiet nicht betreten werden musste.

Weiter führte der Weg durch hohen Laubwald zum Keuperberg, dessen erste Herbstfärbung sehr schön in der Sonne leuchtete. Nach Überqueren der Landesstraße 946 wurde eine kleine Imbisspause eingelegt und so gestärkt konnte nun der Aufstieg auf schmalen Waldpfad zur ehemaligen Herlingsburg angegangen werden. Hierbei musste die Gruppe gut 180 Höhenmeter überwinden.

Die Herlingsburg zählt zu den Fluchtburgen deren Wallanlagen bereits in vorchristlicher Zeit entstanden sind. Archäologische Untersuchungen haben ergeben, dass die Wallanlagen, die eine Fläche von über 7 Hektar umfassen, aus aufgeschütteten Steinen und hölzernen Palisaden hergestellt wurden. Ein Brunnen versorgte die dort Zuflucht suchenden Menschen mit Wasser.

Auf einem Serpentinenweg ging es dann von der Herlingsburg abwärts und schon bald war die aus wenigen Häusern bestehende Siedlung Trift erreicht, wobei der unbefestigte Forstweg vor dem Ort für reichlich schmutzige Wanderschuhe sorgte, war dieser doch noch durch vorangegangenen Regen sehr schlammig und mit kräftigen Wasserläufen überschwemmt.

Weiter führte der Weg, jetzt auf nicht so wanderfreundlichem Asphalt, zur Kixmühle. Dieser Ortsteil von Hagen, am Zusammenfluß vom Meinte- und Eschenbach, war schon im 1600-Jahrhundert gerade zu prädestiniert zum Bau einer Wassermühle. Der erste Müller hieß eben Kix und stammte von Wüsten bei Bad Salzuflen. In der damaligen Zeit hatte das Müllergewerbe nicht den besten Ruf, sagte man doch diesem oft sehr gute Kontakte zu Mächten in der Unterwelt nach. Und so rankt sich auch um die Kixmühle die Sage, dass aufgrund von Schwierigkeiten beim Bau der Mühle, sich der Müller Kix, mit einigen Versprechen, dem Teufel verpflichtet haben soll, die dieser nach Fertigstellung der Mühle nicht einhalten wollte. Der Teufel ersann eine List und brachte bei einem Ausritt des Müllers das Pferd zu Fall und dieser verstarb dann durch Genickbruch. Eben ein teuflicher Geldgeber! Nach einigen Besitzerwechseln stellte der letzte Müller Werner Wessel 1953 wegen dauendem Wassermangel den Mahlbetrieb ein.

Einen nicht vorgesehen Zwischenstop wurde dann im Clubhaus des Golfplatzes Bad Pyrmont gemacht. Das Bier und die sonstigen Getränke waren gut und preiswert, doch das vorab bestellte Essen gab es nicht hier, sondern nur im Kempenof. Diese Einkehr war also ein Irrtum und eine falsche Fährte.

Im Kempenhof wurden dann aber sehr zügig den hungrigen Wandern die vorbestellten und guten Essen serviert und nach zwei Stunden machte sich die Gruppe auf den Rückweg zum Bahnhof Lügde. Dieser führte über den Wiesenhang, wo zu Ostern die brennenden Osterräder zu Tal rollen, ein schon seit Jahrhunderten bestehender Brauch, der jedes Jahr immer wieder sehr viele Zuschauer anzieht.

Die S-Bahn brachte die Gruppe dann pünktlich wieder nach Haus, wobei von den Teilnehmern festgestellt wurde, dass auch das Lipperland immer eine Wanderung wert ist.

Karl-Heinz Pfennig
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