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Das erste Frühlingswochenende lockte die Kneippianer in den Deister

Barsinghausen: Deister | Bei strahlendem Frühlingswetter genossen die Wanderer des Kneippvereins Barsinghausen unter Führung von Heinrich Möbius die wärmenden Strahlen der Märzsonne, um dem Kamm unseres Deisters entgegenzustreben. Zunächst am Naturfreundehaus im Bullerbachtal vorbei wurde die Wegegabelung am Berliner Platz erreicht, wo an dieser Stelle 1934 damit begonnen wurde, die Königsallee mit Holzklötzen zu pflastern, was sich aber im Nachhinein auf Dauer nicht bewährt hat. Linker Hand wanderte man weiter dem Quellsystem des Bullerbaches entgegen, wo auf Grund der vielen Regenfälle der letzten Tage das Rauschen des Wassers unüberhörbar war.

Schon bald war der ehemalige Bullerbachschacht erreicht, wo 1892 nach 2-jähriger Arbeit das Kohleflöz erreicht wurde. In mühseliger Arbeit mussten die Bergleute über 11 Leitern in 83 Meter Tiefe hinabsteigen, um dort die Kohle dem Berg zu entreißen. 1910 ereignete sich sich hier ein großes Unglück, bei dem 23 Bergleute eingeschlossen wurden und erst nach 27 Stunden unversehrt geborgen werden konnten. 1923 wurde hier die Förderung eingestellt, und der Schacht diente dann nur noch als Wetterschacht für den Klosterstollen.

Nach wenigen hundert Metern war dann schon bald ein weiteres Relikt des Kohlebergbaus unserer Region erreicht. Der noch deutlich zu sehende Bremsberg des Ministerstollens, in dem früher die vollen Hunde mit Kohle zu Tale rollten und mit ihrem Gewicht die leeren Wagen nach oben zogen. Bereits 1845 wurde der Ministerstollen aufgefahren, wo vom Ende des Bremsberges sogar seit 1860 eine Schienenbahn angelegt wurde, die die Kohle bis zur Rehrbrinkstraße brachte.

Von hier begann für die Wanderer ein sehr anstrengender und steiler Aufstieg, bis auf ca. 320 Meter Höhe die Kreuzbuche erreicht wurde. Bei einer wohlverdienten Rast kamen dann die Getränke aus dem Rucksack zur Geltung. An dieser Stelle erinnert ein Gedenkstein an die im 2. Weltkrieg gefallenen Mitarbeiter des Forstamtes Lauenau. Ein dahinter stehendes 12 Meter hohes Holzkreuz trägt die lateinische Inschrift „IN HOC SIGNO VINCE“ (Siege unter diesem Zeichen) Von nun an ging es auf zum Teil aufgeweichten Wegen stetig bergab zur Einkehr in die Mooshütte, in deren Nähe der Strutzbergstollen zu finden ist, wo noch bis zum Jahre 1960 Kohle abgebaut wurde.

Zurück ging es über die ehemalige Bantorfer Höhe, den Hohenbosteler Wasserstollen und die vormalige Gaststätte Walhalla, wo dann die Wanderer nach 16 Kilometern wieder das Naturfreundehaus erreichten und sich bewusst waren, die Lungen reichlich mit Sauerstoff betankt zu haben.

Von Günter Höppner
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