Anzeige

Auf Achse; Wanderurlaub im Elbsandsteingebirge im Jahr 2009

Blick von der Kipphornaussicht nach Bad Schandau
 
Blick von der Kipphornaussicht nach Tschechien
 
Verdammt enge Dorfstraße in Schmilka
 
Ehemalige Grenze bei Schmilka
Bad Schandau: Campingplatz Ostrauer Mühle | Dieses Jahr hatte ich mal wieder Lust Wanderurlaub im Elbandsteingebirge zu machen. Wobei wir neben Wandern auch mal Ausflüge in die Umgebung unternahmen ( Siehe andere Beiträge ) . So wurde dann der Wohnwagen hintergehängt und dann Pistenkilometer gefressen. Solange man mit dem Gespann auf der Autobahn bleibt, ist es ein leichtes Fahren. Die letzten Kilometer vor dem Ziel sind dann aber doch etwas anspruchsvoll. Gemeint sind nicht die Steigungs- und Gefällstrecken bei Pirna und Königstein. Fingerspitzengefühl braucht man als erstes in Bad Schandau, wo eine Verschwenkung der ohnehin schon schmalen
Straße ( B 172 ) ein Mitbenutzung der Gegenfahrbahn unumgänglich macht. Das letzte Stück rein ins Kirnitschtal zum Campingplatz an der Ostrauer Mühle jagt einem doch den Adrenalienspiegel etwas in die Höhe. Auf der Straße hinein ins Kirnitschtal fährt auch die Kirnitschtalbahn.

Bei der Kirnitschtalbahn handelt es sich um eine Überlandstraßenbahn, die Bad Schandau mit dem etwa 7,5 Km entfernten Lichtenhainer Wasserfall verbindet. So bewältigen die historischen Triebwagen mit oder ohne Beiwagen die Strecke in etwa 40 Minuten. Bordcomputer oder sonstige Elektronik fehlen hier. Gefahren wird hier noch mit urigen Bahnen. Die Strecke verläuft eingleisig im Kirnitschtal, wobei Ausweichgleise einen Takt von etwa 30 Minuten zulassen. Die gesamte Trasse verläuft auf der Strasse, so daß sich Autos und Straßenbahn ab und an gegenüber stehen.

Wie es kommen mußte, hatten wir hinter einer Kurve eine Bahn vorm Kühler ( nicht im Kühler ), was einem dann zum Ausweichen in den Gegenverkehr zwingt. Angekommen an unserem Ziel, dem Campingplatz "Ostrauer Mühle" stellten wir fest, daß der Platz sehr gut besucht war. Aber unser kleiner Wohnwagen findet auch in schmalen Ecken Platz.

Der Campingplatz an der Ostrauer Mühle bietet Platz für Dauercamper, sowie 100 Stellplätze für Wohnwagen und Mobile. Daneben existiert noch eine Pension, ein Wanderquartier wie auch jede Menge Platz für Zelte. Die sanitären Einrichtungen sind modern und in Ordnung. Hier steht auch das Gasthaus "Flößerstube" und bietet Speis und Trank für den müden Camper oder Wandersmann. An der Einfahrt zum Campingplatz ist auch eine Bushaltestelle, falls der Bus denn mal kommt. Öfters fährt die Kirnitschtalbahn, deren Haltestelle etwa 200 Meter weiter Richtung Bad Schandau liegt. Ab und zu lässt der Fahrer aber auch Fahrgäste zwischen den Haltepunkten raus. Erwähnenswert ist noch der ADAC, der diesen Campingplatz ausgezeichnet hat.

Am nächsten Tag unternahmen wir eine erste kleine Wanderung zum Eingewöhnen. Ein weiterer Pluspunkt dieses Campingplatzes sind die Wanderwege, die hier direkt vorbeiführen. Unter anderem verläuft hier der "Malerweg". Dieser Weg führt über 100 Kilometer durch Sachsen und wurde schon zum schönsten Wanderweg Deutschlands gekürt.
Unsere kleine Wanderung führte uns aber erst auf den "Flößersteig". Dieser Weg entlang der Kirnitsch hat es stellenweise doch etwas in sich. Einige Passagen führen über senkrechte Felswände, wobei aber Hilfsmittel wie Tritte, Ketten und Griffe vorhanden sind. Im "Nassen Grund" bogen wir dann bald ab auf den "Butterweg", der uns dann zum Aussichtspunkt "Hohe Liebe" brachte. Von hier aus bot sich ein guter Blick in Richtung "Schrammsteine". Zurück ging es über den "Oberen Liebenweg" und den "Malerweg" zu unserem Campingplatz.

Unsere nächste Wanderung führte uns zuerst zur Haltestelle der Kirnitschtalbahn, um uns zum Lichtenhainer Wasserfall fahren zu lassen. Von hier aus führt ein gut begehbarer Wanderweg zum "Kuhstall". Dabei handelt es sich um eine große Felsenhöhle, hinter der man einen weiteren Blick in die Elbsandsteine, besonders zu den Affensteinen, werfen kann. Hier oben am Kuhstall gibt es auch eine SB Gastronomie, die dem müden Wanderern Speis und Trank anbietet. Wer Lust auf abenteuerliche Wege hat, der kann am Kuhstall die "Himmelsleiter" benutzen. Durch eine sehr schmale Felsspalte führt eine Eisentreppe hoch hinauf auf die Felsformation. Runter geht es dann auf einen anderen steilen Weg. Die nächsten Abenteuerwege warten rechts ( südwest)neben den Kuhstall. Hier gibt es noch einen Aussichtspunkt, der nur durch eine niedrige Höhle und einer folgenden 3 Meter langen Leiter zu erreichen ist. Hier steht man direkt vor dem Abgrund, nur mit Gitterstäben abgesperrt.
Nach einer kleinen Stärkung führte uns der "Fremdenweg" weiter in Richtung "Kleine Winterbergspitzen". Wie schon erwähnt sind die Wanderwege im Elbsandsteingebirge nichts für schwache Nerven, Kinderwagen, oder künstliche Kniegelenke. Der "Fremdenweg" führt vom Kuhstall aus über eine steile Treppe tief, ganz tief, ins Tal. Im Tal angekommen lässt es sich gut laufen, bis es dann steil, ganz steil, über Treppen wieder aufwärts geht, und zwar wesentlich höher als beim Kuhstall. Doch die Aussicht, diesmal zum Kuhstall zurück, ist grandios. Nun ging es weiter auf einem gut begehbaren Weg in Richtung "Idagrotte". Zu erreichen ist diese Grotte nur über Felsgesteine und einem Weg ( mit Griffen ), wo rechts eine senkrechte Felswand steht und es links mindestens 30 Meter senkrecht in die Tiefe geht. Dieser Weg ist dabei etwa einen halben Meter breit. Hier an der Idagrotte lässt sich wieder herrlich in das Tal und zum Kuhstall gucken. Weiter führte unsere Wanderung über den "Reitstieg" ,wobei wir auch auf den Fernwanderweg E3 stießen, zum nächsten Aussichtspunkt mit dem Namen "Carolafelsen". Von hier aus schweift der Blick ins Elbetal. Auch hier galt es wieder steile unbefestigte An- und Abstiege zu meistern. Weiter marschierten wir über die "Obere Affensteinpromenade", wo wir dann in Richtung "Kleines Prebischtor" abbogen. Bei diesen Wegen bieten sich immer wieder tolle Ansichten der Elbsandsteine. Wir wanderten weiter und wollten über den "Sandlochweg" runter zum Nassen Grund. Der Abstieg runter in das Tal führte uns über steile, sehr steile, Treppen, Brücken und Leitern". Im Nassen Grund angekommen, es handelt sich dabei um einen breiten Fahrweg, marschierten wir zurück zur Straße, um mit der Kirnitschtalbahn uns auf den Heimweg zu machen.

Die dritte Wanderung führte uns wieder über den schon beschriebenen "Flößersteig" wieder in Richtung "Nasser Grund". Hier war ich auf einen Weg aufmerksam geworden, der sich "Wilde Hölle" nannte. Das erweckte doch meine Neugier. Vom "Nassen Grund" zweigte erst ein Weg mit dem Namen "Eulentilke" ab, dem sich dann die "Wilde Hölle" anschloss. War die Eulentilke noch ein gut begehbarer, stetig ansteigender Weg, so führte die Wilde Hölle durch ein ausgetrocknetes Bachbett, wo als Finale ein Wasserfall bestiegen werden mußte, der aber trockenlag. Hier ging es wieder steil, ganz steil, mit etlichen Hilfsmitteln wie Treppen und Griffen nach oben. Dabei mußten im Freistil auch Felsblöcke überklettert werden. Weiter führte der Weg über Baumwurzeln immer noch steil, ganz steil, stetig nach oben. Oben trafen wir wieder auf die schon beschriebene "Obere Affensteinpromenade". Heute bogen wir aber im späteren Verlauf Verlauf des Weges ab in Richtung "Schrammsteine". Hierzu benutzten wir dann ein längeres Teilstück des Fernwanderweges E3, um dann über dem "Gratweg" mehrere grandiose Aussichtspunkte bei den "Schrammsteinen" zu besuchen. Diese Wanderung ist meiner Ansicht nach das Finale gewesen. Von den Schrammsteinen blickt man tief ins Tal. Schiffe, Häuser und Züge sehen aus wie im Modell. Allein der "Gratweg" ist fantastisch. Teilweise läuft man oben auf einem Felsgrat, der stellenweise nicht mehr als fünf Meter misst. Links und rechts geht es steil, aber wirklich steil, tief hinab zu Tal. Man blickt von oben auf die Wipfel derTannenbäume unten, tief unten, im Tal. Da heute Sonntag war, ließen sich auch etliche Felskletterer im Elbsandstein beobachten. Ein kleiner Felsen war oben so überlaufen ( mit sechs Mann), daß der siebte im Seil an der Wand hängenblieb. Auch liefen heute zahlreiche Wandersleute in den Schrammsteinen herum, so daß auf den einspurigen Wegabschnitten es manchmal zur Schlangenbildung kam, bis der Gegenverkehr durch war. Wir wollten weiterhin uns das "Große Schrammtor" ansehen. Nun mußten wir runter vom Gratweg wieder steil, aber wirklich verdammt steil, ins Tal. Der Weg führte nun über fast senkrechte Leitern. Hier wollte auch eine Familie mit kleinen Kindern herunter, die doch erhebliche Probleme hatten. Unten angekommen ließ es sich auf halbwegs ebenen Wegen wieder gut laufen. Über diverse weniger aufregende Wanderwege ging es zurück zum Wohnwagen.

Meine nächste große Wanderung, heute alleine, führte mich zum großen Winterhorn. Dabei benutzte ich die schon beschriebenen Wege Flößersteig, Nasser Grund, Eulentilke,Wilde Hölle, Obere Affensteinpromenade und den Reitsteg. Der Fernwanderweg E3 führte mich diesmal süddöstlich in Richtung tschechische Grenze. Vom großen Winterhorn marschierte ich weiter zu einem Aussichtspunkt mit dem Namen "Kipphornaussicht". Von hier aus ist die Elbe besonders gut zu erkennen. Beim Blick nach links sieht man Tschechien, beim Blick nach rechts sieht man Bad Schandau. Nun erfolgte ein steiler, ein wirklich steiler, Abstieg nach Schmilka. Zuerst ging es über einen Farhweg, dem sich dann ein Wanderweg durch den Erlgrund anschloß. In Schmilka angekommen begrüßte mich zuerst ein Schild " Der Wildniss entkommen". Ich wollte nun weiter Richtung Bahnhof. Dabei marschierte ich über eine teilweise überbauteStraße mit einer Durchfahrtshöhe von 2,7 Metern. Gottseidank ist das bloß eine Nebenstraße. Am Elbufer angekommen brachte mich eine Fähre auf die andere Elbuferseite, wo ich dann mit dem Zug nach Bad Schandau zurückfuhr.
Mit dem Wetter hatten wir doch halbwegs Glück gehabt. Zwar gab es mal einen Tag Sonnenschein mit 36 Grad, doch wir haben uns in den Wald verzogen, wo viel Schatten herrschte. Dann gab es mal einen Gewitterguß, der uns auch nicht sonderlich störte, da wir gerade mit dem Auto unterwegs waren.

Dieses waren einige Wanderbeschreibungen aus meinem Urlaub. Daneben besichtigte ich noch die Umgebung ( Siehe andere Beiträge). Wer genauere Informationen wünscht, dem sei das Internet als reichhaltige Quelle genannt. Als Beispiel sei genannt:
www.kirnitschtal.com
www.malerweg.de
www.lichtenhainer-wasserfall.de
www.bad-schandau.de

Ich wünsche viel Spass beim Lesen.
0
2 Kommentare
18
sabine maisel aus Berlin | 21.09.2009 | 11:10  
1.297
Christel Löhle aus Wedemark | 17.10.2009 | 19:06  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.