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Eishallen-Unglück Bad Reichenhall: Neuer Prozess - Verurteilung oder Freispruch?

Am 2. Januar 2006 passierte das tragische Unglück. Zahlreiche Kinder, teils mit ihren Eltern, teils ohne, waren beim Eislaufen in der Eishalle in Bad Reichenhall. Doch plötzlich stürzte das Dach ein und begrub zahlreiche Personen unter sich. Bei diesem Unglück starben 15 Menschen, 34 wurden verletzt. Im Jahr darauf wurde die Halle abgerissen, seitdem ziert ein Denkmal die Unglücksstelle. Nun wird der Prozess um den damaligen Gutachter der Eishalle neu aufgerollt. Wird er diesmal zur Verantwortung gezogen? Oder wird der Gutachter erneut freigesprochen?

Freispruch oder Urteil? Drei Jahre vor dem Einsturz wurde ein Gutachter zu Rate gezogen, der beurteilen sollte, in welchem Zustand sich die Halle befand. Dieser Gutachter bewertete die Halle als gut. Doch drei Jahre später stürzte sie ein und riss 15 Menschen mit in den Tod. Ein Gutachter hätte die Mängel an der Halle doch erkennen müssen? Darüber entscheidet das Landgericht Traunstein nun fast sechs Jahre nach dem Einsturz erneut. In einem ersten Prozess 2008 war der Gutachter wegen fahrlässiger Tötung verurteilt, jedoch freigesprochen worden. Diese Freisprechung hob der Bundesgerichtshof 2010 auf und verwies den Fall an das Landgericht Traunstein. Für den neuen Prozess werden 15 Zeugen und 5 Sachverständige befragt. Das Urteil soll am 27. Oktober 2011 fallen.

Der Unglückshergang Der 02.01.2006 war ein sehr verschneiter Tag. Zahlreiche Menschen gingen zum eislaufen in die Eishalle Bad Reichenhall. Um ca. 15.30 Uhr war der Publikumslauf angesetzt, um 16 Uhr war das Training des SSC Bad Reichenhall geplant. Um 15.30 Uhr entschied der Hausmeister, die Halle mit Ende des Publikumslaufes zu beenden. Es wäre das aufgrund der Belastungsgrenze der Schneelast nicht nötig gewesen. Jedoch waren weitere Schneefälle angesagt, und vor der weiteren Nutzung der Halle war geplant, das Dach vom Schnee zu befreien. Doch plötzlich stürzte das Dach der Eishalle ein. Nach diesem Unglück entstand deutschlandweit eine Diskussion über die Sicherheit von Flachbauten und Hochbauten. Eigentlich traurig, dass erst so ein verheerendes Unglück geschehen muss, bis die Sicherheit von Gebäuden untersucht wird und neue Sicherheitsstandards entstehen.
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