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752. Newsletter Südharzstrecke - Südharzstrecke: Bahn stellt regulären Zugverkehr im Südharz weitgehend ein - Zugfahrten nur noch nach dem Zufallsprinzip – kaum Ersatzverkehre

Schienenersatzverkehr
 
Regionalbahn am Haltepunkt Barbis
Hallo liebe Eisenbahn-, ÖPNV- und SPNV-Interessierte!

Heute(27.11.) läuft es nun noch schlechter als gestern. Beispiele: Zug 13.39 ab Nordhausen nach Bodenfelde Ausfall, Zug 13.39 ab Göttingen nach Nordhausen Ausfall, Zug 15.39 ab Nordhausen nach Bodenfelde Ausfall... Und das ist nur das Stand von heute 13 Uhr, weitere Ausfälle kamen: 16.39 Ausfall, 20.39 Ausfall, SEV ist eingerichtet, 21.39 Ausfall. Ersatz in Form von Bussen gab es also meistens nicht.
Heute früh und am Vormittag sind ebenfalls Züge ausgefallen. Als Grund vermuten wir nicht eine Grippewelle oder ähnliches, sondern ein quasi vorhersehbares Problem, nämlich das Volllaufen der Arbeitszeitkonten der Lokführer mit dem Ergebnis, dass immer weniger Lokführer zusätzliche Schichten übernehmen können, wodurch Ausfälle im Dezember immer wahrscheinlicher werden. Je näher das Jahresende rückt, desto mehr Züge werden mithin ausfallen, wenn nicht gegengesteuert wird - aber genau dies wird nicht gehen, da die Personaldecke sehr dünn ist. Hierauf deuten jedenfalls Gesprächsfetzen hin, die man als ständiger Bahnfahrgast aufschnappt, wenn Lok- und Zugpersonale sich unterhalten, und für die man inzwischen eine feine Antenne hat. Da braucht es keine Ausreden der Pressestelle - der O-Ton im Zug reicht völlig aus.
Während im Vorstand der Bahn darüber geredet wird, wer welchen Bonus bzw. welche Abfindung bekommt und ob es nicht ein paar 100.000 € mehr sein dürfen, bricht nach DB Cargo nun auch noch weitgehend der Zugverkehr bei DB Regio zusammen. Der Hoffnungsträger Nr. 1 bei der Bewältigung der verkehrlichen Klimaprobleme leistet gerade seinen Offenbarungseid.
Die Deutsche Bahn ist seit gestern nicht mehr in der Lage, im Südharz einen geordneten Zugverkehr anbieten zu können. Die Ausfälle sind für die Kunden nicht planbar und kaum vorhersehbar. Erst mittags wird sichtbar, was am Nachmittag überhaupt noch fährt. Frühmorgens ist man vollends ohne Information und muss auf gut Glück zum Bahnhof gehen - ein unmöglicher Zustand.
Dies ist eine Situation, die wir in dieser Schärfe und in diesem Umfang hier im Südharz noch nie erlebt haben, wenn man die Zeit von April bis Herbst 1945 einmal ausklammert.
Wer in den kommenden Tagen (oder gar Wochen) mit dem Zug zwischen Northeim, Nordhausen oder Bodenfelde fahren will, sei gewarnt. Der Zug, mit dem er normalerweise fahren würde, entfällt möglicherweise oder sehr wahrscheinlich. Es kann allenfalls davon ausgegangen werden, dass 2/3 der Züge fahren - nur ist leider nicht bekannt, welche das sind!
Als Initiative, welche sich nunmehr seit 25 Jahren für den Schienenverkehr am Südharz einsetzt und immer die Trommel für den Zugverkehr gerührt hat, bedauern wir die Entwicklung außerordentlich, können aber angesichts der Dimension des Problems nur versuchen, die Zuständigen in Braunschweig und Hannover dazu zu bewegen, schnellstmöglich Lösungen zu finden. Inwieweit dies angesichts der offensichtlich desolaten Situation gelingt, muss offen bleiben.
Michael Reinboth

Viele Grüße

Burkhard Breme
Initiative "Höchste Eisenbahn für den Südharz" 
37431 Bad Lauterberg

E-Mail: burkhard.breme@suedharzstrecke.de
Internet: http://www.suedharzstrecke.de
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