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693. Newsletter Südharzstrecke - Höchste Eisenbahn mit neuen Fahrplan unzufrieden - Verbesserungen im ÖPNV

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Hallo liebe Eisenbahn-, ÖPNV- und SPNV-Interessierte!


1. Fahrplanwechsel: „Höchste Eisenbahn“ ist mit dem neuen Fahrplan nicht zufrieden (Stand: 05.12.2017)

Am 10.12.2017 tritt der neue Fahrplan für 2018 in Kraft. Er wird von der Deutschen Bahn im Vorfeld als „größter Fahrplanwechsel der DB AG“ gepriesen, wobei auf die vielen Verbesserungen im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme der neuen Strecke Nürnberg – Erfurt verwiesen wird. Wesentlich nüchterner fällt das Urteil der Initiative „Höchste Eisenbahn für den Südharz“ aus: Sie ist mit dem Fahrplanwechsel überhaupt nicht zufrieden.
„Auf den Strecken Göttingen – Herzberg – Nordhausen und Braunschweig – Herzberg wird, sieht man einmal von den zwei Spätzügen zwischen Göttingen und Herzberg ab, lediglich der status quo gewahrt. Das kann man als Erfolg betrachten, es ist jedoch in Anbetracht der dynamischen Entwicklung des Nahverkehrsmarktes in Deutschland und in Teilen Niedersachsens und angesichts des Bedarfs im Südharz viel zu wenig“ fasst Sprecher Michael Reinboth zusammen und ergänzt: „Wir treten seit Jahren nur noch auf der Stelle. Alle Verbesserungen, die anderen Regionen zuteilwerden, gehen an uns vorbei. Es gibt keine Verbesserungen für Pendler und Auszubildende, insbesondere keine Frühzüge. Und auch die Anschlüsse in Northeim in Richtung Hannover und Hamburg bleiben so schlecht wie eh und je.“
Spätzug verbessert die Reisemöglichkeiten – aber nur bis Herzberg
Natürlich freut man sich bei „Höchste Eisenbahn“ über den neuen Spätzug um 22.49 von Göttingen nach Herzberg. Damit verbessern sich nicht nur die Reisemöglichkeiten aus dem Oberzentrum in den Südharz, sondern auch aus Richtung Frankfurt und – mit der üblichen Wartezeit in Northeim – auch aus Richtung Hannover. Jedoch bleiben Osterode und der Ostteil des Altkreises Osterode auf der Strecke – besonders auch deswegen, weil der vorhergehende Zug an den meisten Tagen der Woche auch in Herzberg endet und nur Freitag und Samstag bis Nordhausen durchfährt.
Frühzug kommt wieder nicht – Bus ist kein gleichwertiger Ersatz
Noch ärgerlicher ist freilich die Tatsache, dass der schon seit langem gewünschte Frühzug um 5 Uhr ab Walkenried nach Herzberg erneut nicht bestellt wurde. Auch in diesem Falle profitiert nur Herzberg von der frühen Verbindung in das Oberzentrum. Den stattdessen offensichtlich favorisierten Bus lehnt „Höchste Eisenbahn“ in diesem Fall strikt ab. „Ein Bus benötigt von Walkenried bis Herzberg die doppelte Fahrzeit eines Zuges, weil er zur Bedienung von Bad Sachsa und Bad Lauterberg von der direkten Route abweichen muss. Er ist daher für den Berufsverkehr völlig unattraktiv“ meint Reinboth. Allenfalls für die kurzen Relationen Osterode – Herzberg und Bad Lauterberg (Zentrum) – Herzberg könnte man darüber nachsinnen. „Wir haben mehrfach nachgewiesen, dass ein Zug Nordhausen – Walkenried – Herzberg und weiter wie bisher nach Göttingen sowohl fahrplantechnisch als auch von den Fahrzeugumläufen her machbar ist, und erwarten nunmehr, dass alle Beteiligten sich auf diese Lösung konzentrieren und nicht mit von vornherein suboptimalen Busverkehren experimentieren!“
Anders sieht man bei der Initiative die Verlängerung der Spätverkehre per Bus ab Herzberg in Richtung Osterode, Bad Lauterberg und Walkenried. „Hier kommt es weniger auf die Fahrzeit als vielmehr darauf an, am späten Abend noch bis zum Zielort gelangen zu können. Hier können wir uns eine Ergänzung mittels ggf. auch rufgesteuertem Bus gut vorstellen – nicht jedoch im Berufs- und Schulverkehr!“ erläutert Michael Reinboth.
Verbesserte und neue Fernanschlüsse für Reisen nach Berlin
Leichte Verbesserungen für den Südharz treten bei Reisen in die Bundeshauptstadt und zurück ein. Die Umsteigezeiten in Braunschweig Hbf verlängern sich um einige Minuten, was bei der bekannten Anfälligkeit der ICE für Verspätungen durchaus hilfreich sein kann. Und in Halle (Saale) Hbf entstehen in beiden Richtungen einige neue und schnelle Verbindungen auf der Achse Südharz – Nordhausen – Halle – Berlin, da der Bahnhof Halle von zusätzlichen ICE der Linie München – Berlin angesteuert wird. Die Fahrzeiten sind durchaus attraktiv, nur müsse man, so Reinboth, erst einmal die Stabilität des Fahrplans im nach wie vor nur eingeschränkt nutzbaren Bahnhof Halle abwarten.
Südharz – Ruhrgebiet über Bodenfelde
Zum wiederholten Male bricht man bei „Höchste Eisenbahn“ eine Lanze für Reisen in das Ruhrgebiet über Bodenfelde. Hier gibt es mehrmals täglich, am Wochenende im glatten 2-Stunden-Takt gute Verbindungen in beiden Richtungen, bei denen nur in Bodenfelde und Paderborn umgestiegen werden muss, und dies bei entspannten Übergangszeiten. Noch besser wird es, wenn im Vorlaufbetrieb des „Rhein-Ruhr-Express“ stündlich Züge von Paderborn bis Düsseldorf und zurück rollen werden. „Die Reise durch das Weserbergland und über die Egge nach Paderborn, Lippstadt, Soest, Hamm und Münster ist zeitlich absolut mit der über Hannover vergleichbar und bietet noch dazu landschaftlich einige Reize. Man sollte sie also als Alternative durchaus in Betracht ziehen und sich von HAFAS nicht automatisch auf den Weg über Hannover abdrängen lassen“. Ein Tipp hierzu: Stets „alle Verbindungen“ anklicken und nicht die – vorgegebenen – „ausgewählten Verbindungen“ akzeptieren.

Michael Reinboth

2. Kreistag Göttingen: Verbesserungen im ÖPNV für den Bereich Osterode (Stand: 05.12.2017)

PRESSEINFORMATION von SPD/Grünen/Freien Wählern zu Verbesserungen im Busangebot Bereich Osterode/Eichsfeld:
Die Mehrheitsgruppe des Kreistages Göttingen aus SPD, Grünen und Freien Wählern stellt die Weichen für spürbare Verbesserungen des öffentlichen Personennahverkehrs. Die im Fachausschuss für Wirtschaft und Verkehr am Montag beschlossenen Maßnahmen betreffen den Bereich Südharz sowie die Verbindungen von Duderstadt, Gieboldehausen und Rhumspringe mit dem Südharz. Geplant sind ab Januar 2018 über 250.000 zusätzliche Fahrplankilometer und ein finanzieller Einsatz von über 500.000 Euro im Jahr.
Insgesamt vier Verbesserungen werden konkret umgesetzt:

1. Entlang des Südwestharzes wird ein verbessertes Busangebot geschaffen, das besonderen Qualitätsstandards entspricht. Konkret betrifft dies die Linien 440, 450, 460 und 470 zwischen Osterode am Harz und Clausthal Zellerfeld, Bad Lauterberg und Herzberg , Bad Grund (Gittelde) und Clausthal Zellerfeld sowie Bad Sachsa und Braunlage.

2. Die Früh- und Spätfahrten im Bereich Osterode am Harz, Herzberg am Harz, Bad Sachsa und Walkenried werden ausgeweitet.

3. Das Angebot zwischen Herzberg und Rhumspringe wird mit Anschlüssen in und aus Richtung Duderstadt verbessert.

4. Ein neues Busangebot an Wochenenden zwischen Gieboldehausen und den Städten und Gemeinden am Harz soll konkret geprüft werden.

Der Landkreis Göttingen und der Zweckverband Verkehrsverbund Südniedersachsen (ZVSN) werden vom Land Niedersachsen mit zusätzlichen Regionalisierungsmitteln unterstützt, um diese Verbesserungen finanzieren zu können. „Wir freuen uns über die Möglichkeit, hier insbesondere zwischen Südharz und Eichsfeld das ÖPNV-Angebot zu verbessern und damit im ländlichen Bereich Akzente für eine bessere Mobilität der Bürgerinnen und Bürger ohne Auto beitragen zu können“, betonte der SPD-Kreistagsabgeordnete Thorsten Heinze. „Im Jahr 2018 legen wir unser Hauptaugenmerk auf eine verbesserte Ost-West-Anbindung“, erklärte die Grünen-Kreistagsabgeordnete Andrea Obergöker. Dieser Kernpunkt entspreche den Zielen der Kreisfusion, die auch im Nahverkehrsplan verankert sind.
„In den Folgejahren wollen wir weitere Verbesserungen aus dem Nahverkehrsplan verwirklichen. Hierbei ist unser Ziel, zum Erfolg einer wirklichen Mobilitätswende beizutragen. Hierfür ist ein starker ÖPNV unerlässlich“, so Thorsten Heinze und Andrea Obergöker.


Viele Grüße

Burkhard Breme
Initiative "Höchste Eisenbahn für den Südharz" 
37431 Bad Lauterberg
 
E-Mail: burkhard.breme@suedharzstrecke.de
Internet: http://www.suedharzstrecke.de
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