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Die Hauptversammlung des Ortsverbands Bad Lauterberg / Bad Sachsa der Bildungsgewerkschaft GEW brachte keine Veränderungen im Vorstand

Bad Lauterberg. Der Vorsitzende Frieder Berndt berichtete vor allem aber über die „überaus spezielle Großwetterlage“ für Bad Lauterbergs Bildungsinstitutionen. Sämtliche sachkundige Erwägungen der GEW in Gesprächen und Presseverlautbarungen im Vorfeld der Umwälzungen im Schulwesen seien leider von Politik und Verwaltung komplett in den Wind geschlagen worden.
Berndts Bericht und die Aussprache offenbarten zudem ein in der Lehrerschaft sich verbreitendes Problem der Angst vor eigener Courage und der eingeschüchtert-devoten Haltung gegenüber Schulträgern. So habe sich eine Schulleitung gegenüber dem GEW-Vorsitzenden ereifert, weil eine im Kreisschulausschuss öffentlich benannte eklatante Raumnot der Schule von der hiesigen GEW sachlich thematisiert worden war. Und um ein Lehrerkollegium zu stützen, das von seinem Schulträger über die Presse wörtlich als „blödsinnig“ hingestellt worden war, hatte der GEW-Ortsverband eine Richtigstellung zur Sache an die Presse gegeben, wurde dann aber von der betroffenen Lehrerschaft inständig gebeten, die Verlautbarung wieder zurückzuziehen, um keine weitere Unruhe aushalten zu müssen.
Frieder Berndt benannte auch andauernde Schwierigkeiten, junge Kolleginnen und Kollegen für die Mitgliedschaft und Engagement in der GEW zu gewinnen. Außerdem müsse sich die Bad Lauterberger Verwaltung Mühe geben, die Kommunikation mit Schule deutlich zu verbessern.
Schließlich kam das ungläubige Staunen und Kopfschütteln nicht nur in der Grundschule am Hausberg zur Sprache, das kürzlich ein Ratsherr, der selbst seit einigen Jahren als Lehrer tätig ist, ausgelöst hatte. Dem Pressebericht aus der SPD-Versammlung zufolge hatte er ernsthaft die Auffassung vertreten, anstatt städtischer Bauhofmitarbeiter hätten die Lehrerinnen über Wochen in der Pausenhalle sitzen und auf die Lämpchen im Brandmeldekasten starren sollen. Ganz davon abgesehen, dass der Schulbetrieb nur mit Brandwachen durch ausgebildete Feuerwehrleute vom Landkreis vorläufig geduldet war, sei es haarsträubend, welche Vorstellung von den Tätigkeiten landesbediensteter Lehrkräfte der Ratsherr mit sich herumtrage und verbreite. Es sei unglaublich, so die einhellige Auffassung der GEW-Versammlung, dass er zusätzlichen Ausfall von Unterricht über Wochen offenbar ebenso toleriert hätte wie die Einsatzkosten, die die Stadt ans Land hätte erstatten müssen.

Wahlen:
Stellvertretende: Doris Lesk, Gabriele Vitalis-Berndt
Schriftführerin: Gudrun Drechsler
Kassenprüfer: Wolfgang Flörke, Klaus Hupbach
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