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Veteranen unter Tage

Bewohnerinnen und Bewohner des Kursana Domizils vor der Einfahrt in das Besucherbergwerk „Scholmzeche“.
Bad Lauterberg: Kursana Domizil | Bad Lauterberg. Ein wahrlich nicht alltägliches Erlebnis hatten Ende vergangener Woche einige Bewohnerinnen und Bewohner des Kursana Domizils Bad Lauterberg. Es ging nämlich zum Besucherbergwerk „Scholmzeche“ in der Nähe des Kurparks, um von hier aus in den Stollen zu fahren. Die Bewohner aus dem Haus Lukas hatten eine Sonderführung mit Bernfried Saatze, der unter Tage alles sehr geduldig erklärte. Rollstuhl oder Rollator waren dabei keine Hindernisse, denn auch als körperlich Behinderter kann man etwa zwei Drittel des Stollens besichtigen.

Das Besucherbergwerk befindet sich in einem 1837 angelegten Eisenerz-Suchstollen. Nach der Einstellung der Erkundungsarbeiten wurde der in das Gestein hineingetriebene Gang erstmals während des 2. Weltkrieges wieder verwendet: In der Endphase des Krieges nutzte man die „Scholmzeche“ als Luftschutzstollen für die Bevölkerung des Ortes.

Seit 1989 ist der Stollen als Museumsbergwerk für Besucher geöffnet. Es besteht eine Verbindung mit der benachbarten ehemaligen Kupfergrube "Aufrichtigkeit". Eine besondere Attraktion stellt das freigelegte hölzerne Gerenne aus ausgehöhlten Fichtenstämmen dar. Darüber leiteten die Bergarbeiter einst das im Inneren des Berges anfallende Wasser aus der Grube ab.

Die Bewohner aus dem Haus Lukas waren sehr beeindruckt von dieser Tour unter Tage. Bei manchen kamen auch Erinnerungen an früher hoch, hatten sie doch einst selbst im Bergbau gearbeitet. „Es riecht hier wie früher im Uranbergwerk“, meinte Lotte Hecht. Manfred Könning erzählte vom Grubenpferd, das einst auch im Bergwerk seinen Stall hatte. Und für Manfred Backhoff war es wie früher, als er selbst täglich zur Arbeit in den Schacht fuhr. „Ein tolles Erlebnis, hier noch einmal unter Tage zu sein. Dafür ein Dankeschön an alle, die das ermöglichten.“
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