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Ragtime In Concert - Marcus Schwarz, Klavier und Erläuterungen

Wann? 11.09.2012 20:00 Uhr

Wo? Theaterfoyer im Kurhaus, Louisenstraße 58, 61348 Bad Homburg DEauf Karte anzeigen
Marcus Schwarz, Foto: Claudia Moch
Bad Homburg: Theaterfoyer im Kurhaus | Ragtime In Concert mit Marcus Schwarz, Klavier & Moderation

„Ragtime ist eine Musik, die auf eine einzigartige Weise eine Balance hält zwischen freudigem Überschwang und tiefer Melancholie – und welchem Menschen ist dieses Pendeln zwischen solchen Extremen nicht bekannt? Dies ist wohl ein Grund dafür, dass der Ragtime sich jenseits aller Moden und Stilrichtungen auch heute noch anhaltender Beliebtheit erfreut.“ (M. Schwarz)


Als das 20. Jahrhundert noch jung war, da wurde Nord-Amerika von den Klängen des Ragtime regiert. Auch nach Europa schwappte eine Welle der Ragtime-Begeisterung und Komponisten wie Claude Debussy, Erik Satie, Maurice Ravel, Igor Strawinsky, Darius Milhaud oder Paul Hindemith erwiesen diesem frischen und lebendigen Musikstil ihre klingenden Referenzen. Doch während die Stücke dieser Komponisten immer noch lebendig sind und in Konzerten erklingen (man denke beispielsweise an Debussys "Golliwogg's Cakewalk" oder Strawinskys Ragtime in der "Geschichte vom Soldaten"), sind die Musiker und Komponisten der Ragtime-Ära in Europa fast unbekannt geblieben. Eine große Ausnahme stellt allerdings der afroamerikanischen Komponist Scott Joplin dar, der schon zu seinen Lebzeiten als “King of Ragtime” bekannt war und dessen Musik seit den 1970er Jahren durch den Hollywood-Film „The Sting“ (dt. „Der Clou“) wieder zu großer Popularität gelangte.

Der Ragtime (eine der Vorformen des Jazz) entstand gegen Ende des 19. Jahrhunderts, im Zuge des Aufeinandertreffens verschiedener Kulturen in Nord-Amerika. In musikalischer Hinsicht zeigte sich der Ragtime als ein faszinierender Schmelztiegel, in dem sich die unterschiedlichsten musikalischen Einflüsse zu einem neuen, erfrischend lebendigen und fröhlichen Stil zusammenfanden: Europäische Volks- , Kunst- und Tanzmusik mischten sich mit afrikanisch inspirierten Worksongs, Spirituals und Bluesklängen. Als wesentliches Stilelement erschien den Zeitgenossen der Rhythmus. Das spiegelt sich im Begriff „Ragtime“ oder auch „ragged time“ („zerrissene Zeit“) wieder, womit die rhythmische Spielweise der afroamerikanischen Musiker gemeint war, die den Stil „erfunden“ und entwickelt haben.

Im Zuge der Ragtime-Rennaissance in den 1970er Jahren wurden zahllose Ragtime-Stücke wiederentdeckt und neu veröffentlicht. Sie zeigen, wie vielschichtig und abwechslungsreich der Ragtime sein konnte. Zu dem zweifellos genialen Scott Joplin gesellten sich nun viele afroamerikanische und weiße Komponisten und Komponistinnen.

In den Konzerten von Marcus Schwarz spiegelt sich die enorme
stilistische Spannweite des Ragtime-Genres, erklingen Werke vom
melodiösen bis zum munter quirligen Charakter, von Scott Joplin sowie
den in den Europa fast unbekannt gebliebenen Ragtime-Komponisten und
-komponistinnen Charles Hunter, Joseph F. Lamb, James Scott, Artie
Matthews, May Aufderheide, Julia Lee Niebergall, Adaline Shepherd und
Muriel Pollock.

Die rhythmische Vielfalt und Lebendigkeit des Ragtime aber auch die
Anflüge von Melancholie und Nostalgie sprechen Liebhaber
klassisch-romantischer oder aber jazznaher Musik gleichermaßen an. Bei
aller Klangschönheit steht aber immer die mitreißende, rhythmische
Lebendigkeit dieser Musik im Vordergrund, einer Musik, die ihre Hörer
seit 100 Jahren in den Bann zieht: Der Fuß wird vom ersten Ton an
mitwippen!

Bio
Marcus Schwarz, geboren in Dinkelsbühl/Franken. Erste prägende pianistische Eindrücke durch den Unterricht bei Ruskin K. Cooper sowie Detlev Eisinger. 1986-1990 musiktheoretische Studien am Dr. Hoch’schen Konservatorium Frankfurt/Main. 1990 bis 1996 Klavierstudium an der Musikakademie der Stadt Kassel bei Nikolaj Posnjakow, Joachim Kirschner und Iwan Urwalow. Ergänzung der pianistischen Ausbildung auf Meisterkursen und Interpretationsseminaren, unter anderem bei Carmen Daniela und Rudolf Kratzert. Seit 1995 Klavierlehrer an der Musikschule Baunatal.

Als Interpret widmet sich Marcus Schwarz neben der Zusammenarbeit mit anderen Musikern (u.a. der Pianistin Barbara Schmidt, der Sopranistin Tae Ozaki und dem Fanny-Hensel-Quartett, Kassel) vor allem der Pflege des amerikanischen Ragtime. Seit 1996 gibt er regelmäßig Gesprächskonzerte, die mit diesem fast vergessenen Klavierstil und seinen Hauptvertretern wieder vertraut machen. In den Jahren 2005 und 2006 wurde Marcus Schwarz mit seinen Ragtime-Interpretationen in das russische St. Petersburg eingeladen. 2008 brachte er mit der kammeroper kassel e.V. Scott Joplins legendäre Oper „Treemonisha“ zur Aufführung. In Zusammenarbeit mit der Schauspielerin Sabine Wackernagel entstand 2009 das Programm „Red Peppers – Die Ragtime Frauen“, dass die Komponistinnen des Ragtime vorstellt.
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