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KINDERNOTDIENST-ANTRAG für den Altkreis Osterode ABGELEHNT

KINDERNOTDIENST-ANTRAG ABGELEHNT
BI-Vorsitzender Hausmann: „Haben es von einer Journalistin erfahren.“
Der Antrag der Bürgerinitiative Altkreis Osterode zum kinderärztlichen Notdienst im ehemaligen Landkreis wurde von der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) abgelehnt. Das wissen die beiden Vorsitzenden Bernd Hausmann und Frank Kosching seit Montag. „Neun Tage nach der Veranstaltung haben wir die Information mehr oder weniger zufällig von einer Journalistin erhalten, die bei KVN-Geschäftsführer Harald Jeschonnek nachgehakt hatte“, ärgert sich der 1. Vorsitzende Bernd Hausmann.
Antrag: wenigstens vier Stunden pro Woche Kinderarzt-Bereitschaft vor Ort
Von Jeschonnek selbst, mit dem man im Vorfeld durchaus sachlich habe sprechen können, sei bis dahin ohne Nachfrage keine Silbe zu den BI-Verantwortlichen gedrungen. Die von der BI formulierte Ausnahmeregelung sah vor, dass ab dem 1. Juli der kinderärztliche Bereitschaftsdienst nicht, wie ursprünglich von der KVN beschlossen, ausschließlich in Räumlichkeiten am Göttinger Klinikum, sondern samstags von 9 bis 13 Uhr in den Arztpraxen im Altkreis Osterode geleistet und nach Notdienst-Konditionen vergütet wird, um betroffenen Eltern die Anfahrt nach Göttingen zu ersparen.
Zu hundert Prozent die Belange der Ärzte im Fokus
Nach Angaben der Lokalredakteurin begründet Harald Jeschonnek die Ablehnung durch die Vertreterversammlung damit, die vorgeschlagene Lösung sei keine Dauerlösung, weil junge Ärzte, die vielleicht auch in unserer Region nachkommen werden, wieder mehr Zeit für die Familie haben wollen. Zu viele Notdienste seien da kontraproduktiv. Sollte Herr Jeschonnek das tatsächlich so gesagt haben, so deute dies, wie Hausmann und Kosching meinen, darauf hin, dass die Ärztevertreter zu hundert Prozent die Freizeitbedarfe ihrer Kollegen in den Blick nehmen, aber zu null Prozent die Problemlage ihrer Patienten. „Dazu passt, dass uns Herr Jeschonnek im Vorfeld nicht einmal den niedersächsischen Tagungsort der Vertreterversammlung verraten wollte – denn wir hatten geplant, unmittelbar vor der nichtöffentlichen Tagung rd. 2800 Unterschriften zu übergeben“, berichtet Bernd Hausmann.
Belange der betroffenen Bürger geringgeschätzt
„Vom Braunschweiger Kinderarzt Uwe Kranz, der unseren Antrag einbringen wollte, haben wir bisher überhaupt nichts gehört“, fügt er hinzu, „der Oldenburger Allgemeinmediziner Uwe Lange äußerte sich auf Nachfrage per E-Mail sibyllinisch: ‚Wir haben, mit meiner Stimme, so entschieden, wie wir glauben, dass sich langfristig die kassen- und kinderärztliche Versorgung am besten wird entwickeln können. Der Vorstand der KVN wird Sie detailliert informieren bzw. informiert haben.’ Genau das hat er bislang aber nicht getan“, sagt Hausmann. „Wir waren uns von Beginn an darüber im Klaren: Die Chance würde gering sein, dass die KVN die Ausnahmeregelung zulässt. Aber diese Art und Weise, wie man jetzt mit uns und den betroffenen Eltern umgeht, ist inakzeptabel. Das ist mehr als schlechter Stil, das ist eine Geringschätzung der betroffenen Bürgerinnen und Bürger“, meint Vorstandskollege Frank Kosching.
Patientenwohl noch im Fokus?
Vielleicht sei aber auch das Verhältnis zwischen den Eigeninteressen der Ärzte und dem Wohl der Patienten in eine „kritische Schieflage“ geraten. Wenn ab dem 1. Juli Eltern mit ihren Kindern zum Bereitschaftsdienst nach Göttingen anreisen müssten, könne man hinterfragen, ob dies nicht auch einfacher vermeidbar gewesen wäre. Die im grundlegenden KVN-Beschluss geforderte Anbindung an eine Krankenhausversorgung wäre wohl auch in Herzberg möglich gewesen, geben Hausmann und Kosching zu bedenken. „Dazu hätte es lediglich einer ausgestatteten Praxis bedurft, wie sie derzeit etwa für den allgemeinärztlichen Bereitschaftsdienst eingerichtet ist.“ Der BI sei „schon vor Monaten“ zugetragen worden, dass dies den Kinderärzten im Altkreis angeboten worden sei.
„Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren“, beurteilt Bernd Hausmann resümierend den Einsatz der BI und bedauert gleichzeitig das „offenbar sinkende Interesse der Bürger“, was an den zurückgehenden Besucherzahlen bei den BI-Terminen erkennbar gewesen sei.
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