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Heiligenspiel in Bad Endorf

Wann? 17.07.2011 14:00 Uhr

Wo? Volkstheater Bad Endorf, Rosenheimer Straße 6, 83093 Bad Endorf DEauf Karte anzeigen
Paula Aiblinger verkörpert die Hildegard von Bingen
 
Hildegard empfängt ihre göttlichen Visionen
Bad Endorf: Volkstheater Bad Endorf | 1790 tobt noch immer die französische Revolution, Leopold II. wird Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und Mozarts Oper Cosi Fan Tutte wird erstmals aufgeführt. Auch im oberbayerischen Bad Endorf fand zu dieser Zeit eine Urauf-führung statt. Die „Thraurige Vorstellung dess Erschrecklichen Jingsten Gerichts“ markiert den Beginn einer langen Spieltradition, die nur durch die beiden Weltkriege und die Maul- und Klauenseuche unterbrochen wurde. "Wagenplahen habens` gehabt für die Bühn, und auf einer Wiesen sind die Zuschauer gesessen", ist in den historischen Aufzeichnungen zur ersten Aufführung zu lesen.

In der Anfangszeit experimentierten die Endorfer noch gerne, weshalb zwischen bekannten religiösen Kassenschlagern wie „Moses“ (Uraufführung 1868) und „Der ägyptische Joseph“ (Uraufführung 1817) immer wieder Ritterspiele (Ritter Eisenbeiß, 1833) und lustige Stücke (Privatier Wamperl 1905) in der Chronik auftauchen. Selbst vor Opern schreckte Bad Endorf nicht zurück. Mozarts Don Juan (1834) gibt sich mit Webers Freischütz (1939) ein Stelldichein. Im Jahr 1817 spielte die Theatergesellschaft erstmals mit dem Gedanken ein eigenes Theaterhaus zu errichten. Dies gelang allerdings erst 1867, nachdem zwölf Spieler eine Gesellschaft gegründet hatten, die sich um Finanzierung und Bau des soliden Gebäudes kümmerte. Noch heute werden die Initiatoren als „die 12 Apostel“ bezeichnet.

2011 ist die Theatergesellschaft Bad Endorf e.V. nicht nur ältester Verein der Marktgemeinde, sie betreibt auch das drittälteste Theater Bayerns und gilt mit ihren religiösen Bühnenstücken als herausragender Kulturträger der Region. Kirchliche Würdenträger und politische Prominenz haben die Aufführungen in Bad Endorf seit langem als wichtigen Punkt in ihren Terminkalendern stehen.So besuchte beispielsweise Kardinal Ratzinger, heute besser bekannt als Papst Benedikt XVI., 1981 das Stück Augustinus und seine Mutter Monika.

Auf politischer Seite finden sich Namen wie MdL Barbara Stamm, Präsidentin des Bayerischen Landtags, der ehemalige Kultusminister Prof. Mayer, der ehemalige Vize-Regierungspräsident Dr. Kunert, die ehemaligen Land- tagsmitglieder Konrad Breitrainer und Max Dinglreiter sowie die jeweils amtierenden Landräte und Bürgermeister.

Auch am Pfingstmontag, den 13. Juni 2011 wird die Prominenz nicht fehlen, wenn sich der Vorhang für das neue Stück Hildegard von Bingen hebt. Paula Aiblinger verkörpert die im 12. Jahrhundert lebende Benediktinerin, die sich Zeit ihres Lebens in einer von Männern dominierten Welt zurechtfinden und durchsetzen musste. Gegen den Widerstand des Abtes und der Mainzer Prälaten baute sie das erste Frauenkloster mit modernen hygienischen Einrichtungen. Ihr Ruf als Mystikerin und Heilkundige machte sie weltweit berühmt. Noch heute stützen sich viele Erkenntnisse der Medizin auf die Schriften der Ordensfrau. Bekannt sind auch ihre Visionen, die sie in Büchern wie „Liber Scivias Domini“ festhielt.

Wegen der zu erwartenden großen Nachfrage empfiehlt sich eine frühzeitige Kartenreservierung unter Tel.: 08053/3743 oder Fax: 08053/795091 oder im Internet auf www.theater-endorf.de. Aufführungen finden bis zum 17. Juli immer freitags um 20 Uhr und sonntags um 14 Uhr statt.
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