Anzeige

Traumstart für Bad Endorfer Heiligenspiel

Wann? 17.07.2011

Wo? Volkstheater Bad Endorf, Rosenheimer Straße 6, 83093 Bad Endorf DEauf Karte anzeigen
Hildegard im Kreis ihrer Mitschwestern
 
Paula Aiblinger und Andrea Krug schrieben das Stück und spielen auch mit
Bad Endorf: Volkstheater Bad Endorf | Leichter Nieselregen ließ viele Interessierte spontan in die ohnehin gut besuchte Premiere des religiösen Schauspiels „Hildegard von Bingen“ strömen, das noch bis 17. Juli jeweils Freitags um 20 Uhr und Sonntags um 14 Uhr im drittältesten Theater Bayerns aufgeführt wird.
Zahlreiche Ehrengäste, darunter Schwester Theodolinde, Generaloberin der Barmherzigen Schwestern, Ortspfarrer Stefan Bauhofer und erste Bürgermeisterin Gudrun Unverdorben mit ihrem Gatten, verfolgten den auf der Bühne dargestellten Lebensweg der weltberühmten Äbtissin. Hildegard von Bingen, überzeugend dargestellt von Paula Aiblinger, die zusammen mit Andrea Krug eine komplette Neufassung des zuletzt 1995 aufgeführten Stücks schrieb, ist vielen Menschen nur als Kräuterkundige bekannt. Dass sie auch eine begabte Politikerin, Visionärin und Komponistin war, erfuhren viele Besucher erst durch das Theaterstück. Die beiden Autorinnen legen viel Wert darauf alle Facetten dieser vielschichtigen Persönlichkeit zu zeigen. Das gelingt ihnen perfekt, wie Pfarrer Bauhofer in einer kurzen Ansprache bemerkte, bevor er Theaterspieler und Besucher segnete.
Vor allem den Stammgästen fiel die neue Experimentierfreude der Theatergesellschaft auf. Josef Kößlinger, der den langjährigen Spielleiter Herbert Ramoser ablöst, setzt Musik gezielt ein, wodurch die gelegentlich eingespielten klösterlichen Gesänge fast wie ein Soundtrack wirken. Neu ist auch die im dritten Akt durch Abschalten der halben Beleuchtung erreichte Zweiteilung der Bühne. Bruder Volmar, der von Konrad Schlaipfer gespielte Beichtvater und Berater Hildegards, kann hierdurch ohne Bühnenumbau von der Klosterzelle Hildegards in das Arbeitszimmer ihres Widersachers Abt Kuno (Markus Mädler) wechseln. Auch an anderen Stellen verkürzte Kößlinger die Umbauzeiten, indem er die drei vorhandenen Bühnenvorhänge ausnutzt und Requisiten verwendet, die sich schnell hinein- und wieder hinaustragen lassen. Einfach, oder gar billig sehen diese Gegenstände aber nicht aus. Vor allem der von Barbara Zachmeier angefertigte transportable Kräutergarten wirkt professionell und wurde von allen Gästen anerkennend gelobt. Gleiches gilt für die im fünften Akt zu sehende Baustelle, die das Entstehen des von Hildegard gegründeten Klosters auf dem Rupertsberg symbolisiert. Neu ist auch der offene Hauptvorhang während Chronist Wilbert von Gembloux (Konrad Hamberger) den Zuschauer in die nächste Szene einführt. Nur von einer Kerze beleuchtet, können Gäste des Theaters erahnen, was sich nach Ende des Prologs auf der Bühne abspielen wird. Vor allem in der ersten Hälfte des über drei Stunden langen Stücks lockert etwas Humor den ernsten Stoff ein wenig auf. Die Zuschauer dankten es mit Szenen-Applaus, den unter anderem eine auf der Bühne durchgeführte Zahnoperation erhielt. Ebenfalls großen Anklang fanden die aufwändigen Volksszenen, in denen bis zu sechzig Darsteller auf der Bühne stehen.
Die nach der Aufführung zum traditionellem Sektempfang geladenen Ehrengäste sparten nicht mit Lob und versprachen die gelungene Aufführung fleißig durch Mundpropaganda zu unterstützen. Zählt man den schon jetzt hervorragend laufenden Kartenvorverkauf hinzu, wundert es nicht, dass im Theater schon jetzt Gerüchte über eine Verlängerung der Spielsaison kursieren.
Karten für das Stück erhalten Sie im Internet unter www.theater-endorf.de, über die Faxnummer 08053/795091 oder per Brief an: Theatergesellschaft Bad Endorf, Kartenvorverkauf, Rosenheimer Str. 6, 83093 Bad Endorf. Karten können auch direkt im Theaterhaus, Tel.: 08053/3743, jeweils Montag bis Freitag von 9:00 Uhr bis 13:00 Uhr persönlich bestellt oder abgeholt werden. Aufgrund des großen Andrangs wird frühzeitige Reservierung empfohlen.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.