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Ungewöhnlicher Fund bei Baggerarbeiten - Siebenschläfer ausgegraben

Ein Siebenschläfer schaut neugierig aus seinem Nest.
Bei Baggerarbeiten an einem Waldrand hat Rüdiger K. einen ungewöhnlichen Fund gemacht: Beim Abtragen eines Hangstückes purzelten plötzlich kleine, hellbraune Fell­knäule an seinem Bagger vorbei!

Bei näherer Betrachtung sahen die kleinen Tierchen wie Eichhörnchen aus, waren allerdings etwas kleiner und eher hellbraun. Ausserdem waren sie stocksteif und atmeten nur sehr wenig. Rüdiger K. nahm die kleinen Knäule im LKW mit nach Hause, wo eine tierärztliche Untersuchung folgte. Dabei stellte sich heraus, dass es sich um im Winterschlaf befindende Siebenschläfer handelt.

Anfragen im Wildpark und in einer Auswilderungsstation ergaben jedoch nichts, da entweder der Platz nicht vor­handen war oder aber die Mitarbeiter die Tiere auch nur privat unterbringen könnten. Gute und hilfreiche Tipps gab es viele, das beste wäre, wenn die kleinen Fellnasen ein­fach bis Ende April weiterschlafen würden. So entschloss sich der ohnehin tierliebe Finder, “seine” Siebenschläfer im Keller gemütlich in einem kleinen Käfig zu betten.

Dummerweise beschlossen die Drei aber, den Winterschlaf abzubrechen und turnten nach wenigen Tagen hungrig und quietschfidel im inzwischen viel zu kleinen Käfig herum. Eine große Nagervoilere ersetzte schnell das alte Heim der Drei. Äste, Rinden, Stroh und zahlreiche Klettermöglichkeit­en bieten jetzt den nachtaktiven Tierchen ein vorübergeh­end­es Zuhause.

Siebenschläfer sind kleine Gourmets, die sich von Beeren und anderem süßen Obst, aber auch Nüssen und Sonnen­blumenkernen, Eicheln und Blättern und vielen Gemüse­sort­en ernähren. Da sie im Winterschlaf rund die Hälfte ihres Gewichts verloren haben, fressen sie nun ihrem vorübergehenden “Futtergeber” die Haare vom Kopf. ;-)

Ein Siebenschläfer schläft von Oktober bis Mitte bzw. Ende April meist unter der Erde in kleinen Höhlen. Dabei ver­ringert sich sein Herzschlag auf drei Schläge in der Minute und auch die Atmung ist fast ausgesetzt. Der Sieben­schläf­er wird dabei, wenn überhaupt, 2x wach, nimmt aber während der ganzen Zeit keine Nahrung zu sich. Kein Wunder also, dass er sich nach dem Aufwachen erst einmal “fettfressen” muss!

Inzwischen sind die drei Fellnasen gut im Futter und mach­en des Nachts reichlich Lärm. Rüdiger K. ist froh, dass er die Siebenschläfer retten konnte, da ihr Lebensraum fast ausschließlich durch eben den Menschen vernichtet wird.

Bis Ende April werden die Drei nun noch im Keller ausharren müssen, bevor sie dann in ihre alte Heimat zurückgebracht und dort wieder ausgewildert werden.
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