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Konzert in der Bachhagler Kirche Maria Himmelfahrt

Wann? 03.10.2010 19:00 Uhr

Wo? Pfarrkirche, Bachhagel DEauf Karte anzeigen
Sabine Stegmaier, Julia Schmid, Sabine Seidl und Edgar Bürger gestalteten ein eindrucksvolles Kirchenkonzert am Erntedankfest
Bachhagel: Pfarrkirche | In der vollbesetzten Pfarrkirche Maria Himmelfahrt ging das Konzept von Organisator, Organist, Sponsor, "Geburtstagskind" und Moderator Norbert Wörle auf, alle zwei Jahre ein Kirchenkonzert mit einheimischen Künstlern zu veranstalten. Für den vergangenen Sonntagabend hatte er Solisten verpflichtet, die mit Gesang und Instrument aufhorchen ließen. Zum wiederholten Male war die Syrgensteiner Sopranistin Sabine Seidl zu Gast, die mit ihrer "Schülerin" Sabine Stegmaier aus Hermaringen eine verlässliche Duettpartnerin an ihrer Seite hatte. Edgar Bürger steuerte mit dem Horn eine elitäre Klangfarbe bei, von Julia Schmid aus Bachhagel an der Orgel begleitet. Die angehende Bona-Abiturientin, soeben mit der Orgel-C-Prüfung ausgestattet, überzeugte sowohl in ihrer Begleitfunktion als auch bei den Soloauftritten. In der dorischen Toccata von J.S.Bach (BWV 538) arbeitet Julia Schmid die kontrapunktische Satzanlage klar heraus, schattierte die Themen im Sinne eines klanglichen Kontrastes zwischen Tutti und Solo durch kluge Registrierung, überzeugte mit fundierter sicherer Pedaltechnik in der zügigen Tempowahl, strukturierte mit markanten Einwürfen und hielt die Spannung bis zu Schluss aufrecht. In der Orgelfantasie von Franz Liszt nach dem "Ave Maria" von Jacob Arcadelt (das mancher Kirchenchor im Repertoire hat) lotete die Organistin die Klangmöglichkeiten der Link-Orgel nachdrücklich aus, in dem sie die Variationen pedallose hell durchscheinen oder als Choral homofon dicht erklingen ließ. Wie auch in Joseph Gabriel Rheinbergers "Intermezzo", bei dem Julia Schmid dem romantischen Duktus Profil gab.

Der Bachhagler Marienkirche waren die Gesangsbeiträge geschuldet. Gefühlsstark trugen Sabine Seidl und Sabine Stegmaier "Ave maris stella" von J.G. Rheinberger vor. Sie hatten unbegleitet das Marienlied aus Lothringen "Die Schönste von allen" sehr bewegt und etwas opernhaft in die helle Akustik des Kirchenraumes getragen. Ausgewogen und mit feinen Nuancen gelang den Sopranistinnen das Duett "Abends will ich schlafen geh'n"aus "Hänsel und Gretel" von Engelbert Humperdinck. Im Benedictus aus der Missa brevis in F von Joseph Haydn verströmte die Syrgensteinerin Soprangold, verhalten und tonrein sekundiert von Sabine Stegmaier. Sabine Seidl bewies im "Ave Maria" von Charles Gounod ihre strahlende Höhe. In W.A.Mozarts Hornkonzert in Es-Dur (KV 417) war ein versierter Hornist gefragt. Edgar Bürger erwies sich im Andante des 2. Satzes als äußerst intonationssicher mit ausdrucksstarker Höhe und eleganter Tongebung. In seiner Interpretation hielt sich Bürger an Mozarts Forderung, gesanglich, natürlich, sich an die menschliche Stimme orientierend zu spielen. Schwärmerisch melodiös, geradezu anrührend der "Song of India" von Rimskij-Korsakow, hymnisch-bewegt mit moderner Rhythmik der "Einzugsmarsch" des Zusmarshausener Komponisten Franz Kanefzky. Pfarrgemeinderatsvorsitzende Sigrid Herreiner dankte unter dem starken Beifall der begeisterten Zuhörer den Künstlern für eine Stunde bewegenden Musizierens und Norbert Wörle für sein großes Engagement.
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