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Heute kommt der Erdbeerschorsch oder Wie man Huberbauers Xaver einmal überhaupt nicht brauchen konnte

Auf vielfachen Wunsch hier die Übersetzung!

Eine ganz uralte Geschichte, übergeleitet in die hier gebräuchliche Sprache, etwas gewürzt mit Huberbauer-Spezialmischung.


Böse, wie die Leute seit der Erschaffung der Menschheit eben sind, sagten sie, der Kleinste vom Huber, der Xaver, sei ja nun so ganz richtig im Kopf nicht. Es stimme bei ihm halt so Manches nicht.

Jedenfalls saß, an einem Sommertag, vor dem Dorf, wo Hubers Bauernhof lag, ein Junge im Schatten unter einem Pflaumenbaum und dachte nach. Es war entsetzlich heiß und er achtete darauf, keinen Schatten zu werfen.

Plötzlich sah man am Horizont eine mächtige Staubfahne, die direkt auf den Jungen und den Baum zugestoben kam. Allmählich wurde auch klar, was da gar so staubte: Ein Auto kam daher, darin saßen zwei sehr feine Herren. Sie hatten es augenscheinlich eilig, aber mit einemal war es damit vorbei. Im Motorraum des Autos krachte es, es schepperte noch einige Male und dann stand der Wagen. Er rührte sich nicht mehr. Panne. Hinüber.

Bleichen und ratlosen Antlitzes entstiegen ihm die beiden Passagiere. Der Fahrer sagte zu dem Anderen: „Ich verstehe nicht, Exzellenz, was diesem dämlichen Fahrzeug fehlt. Genügend Treibstoff wurde vor Antritt der Fahrt ganz sicher eingefüllt. Und jetzt das! So ein Malefiz Schrott-Teil.“

„Versündige dich nicht mit deiner Rede – hüte deine Zunge“ wies ihn der Vornehmere zurecht und winkte dem Buben: „Du könntest gewiß ins Dorf laufen und rasch einen Abschleppwagen herbeiholen“.

„Da brauchen wir keinen Abschleppwagen, das haben wir gleich“, hat der Junge gesagt, die Motorhaube aufgeklappt, hier etwas gerüttelt, dort etwas umeinandergeschraubt. Dann schlug er mit dem linken Fuß einige Male ans rechte Vorderrad, drehte den Zündschlüssel und der Motor startete auf der Stelle.

„Ein Wunder ist geschehen, dem Himmel sei Dank!“ rief der feine Herr im bunten Chorrock, „Du bist ja ein gescheites Kind – aber sag mir, warum bist Du denn nicht in der Schule?“

„Ach“, sagte verlegen der Junge, „ich bin doch in meiner Klasse der Dümmste und gestern hat der Lehrer zu mir gesagt, Xaver, hat er gesagt, morgen bleib lieber zuhause, da kommt nämlich der Erdbeerschorsch, da werden die Größeren gefilmt und da können wir dich halt überhaupt nicht brauchen. Du blamierst sonst mit deiner Dummheit die ganze Klasse!“

Anmerkung: Etwas dämlich war der Xaver doch. Kommen sollte natürlich der Erzbischof und die Größeren sollten gefirmt werden.
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12 Kommentare
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Romi Romberg aus Berlin | 30.12.2017 | 20:52  
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B. Σr aus Aystetten | 30.12.2017 | 21:29  
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R. S. aus Lehrte | 30.12.2017 | 21:52  
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Eugen Hermes aus Bochum | 30.12.2017 | 21:59  
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B. Σr aus Aystetten | 30.12.2017 | 22:08  
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Hartmut Stümpfel aus Sarstedt | 30.12.2017 | 22:08  
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B. Σr aus Aystetten | 30.12.2017 | 22:12  
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Hartmut Stümpfel aus Sarstedt | 30.12.2017 | 22:27  
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Gabriele F.-Senger aus Langenhagen | 31.12.2017 | 17:21  
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B. Σr aus Aystetten | 31.12.2017 | 17:40  
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Gabriele F.-Senger aus Langenhagen | 31.12.2017 | 17:44  
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B. Σr aus Aystetten | 31.12.2017 | 17:47  
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