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Zebras auf dem Pulverfass

Der MSV Duisburg hat noch in der Bundesliga gespielt, da tickte die Bombe unter dem Stadion schon. Aber auch zu Zweitliga-Zeiten kamen pro Heimspiel der Zebras Zuschauer im fünfstelligen Bereich. In der Saison 2011/2012 waren’s 13.423 Fans pro Spiel. Sie alle feuerten ihr Team an, pfiffen Spieler der anderen Mannschaft aus, haderten mit dem Schiedsrichter, hatten Choreographien in petto und lieferten sich Chor-Wettbewerbe mit den Konkurrenten aus dem Gäste-Block. Und sie hatten Glück. Denn die Bombe innerhalb eines 500-Meter-Radius des Stadions war nicht so explosiv wie manches Schützenfest auf dem Rasen der Schauinsland-Reisen-Arena.

Bombenstimmung in der Jugendherberge
474 Heimspiele hat der MSV Duisburg ausgetragen, während unter dem Stadion-Parkplatz eine Bombe schlummerte. Eine Bombe, die weder bei Neubau der Tribüne des Wedaustadions 1965 entdeckt wurde, noch als die Spielstätte von 2003 bis 2005 zur Fußball-Arena umgebaut wurde. Erst durch die Auswertung eines Luftbildes durch den Kampfmittelbeseitigungsdienstes am Montag wurde die Gefahr entdeckt. Dies war nötig, weil ein Teil der Parkplatzes einer Jugendherberge weichen soll. Bombenstimmung also nicht nur im Stadion, sondern beinahe auch in der neu geplanten Jugendherberge in Duisburg.

MSV-Geschäftsstelle geschlossen
Am Donnerstag wird die Blindgänger-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg dann entschärft und weggeräumt. Damit die zehn Zentner schwere Waffe keine Zebras tötet. Die Geschäftsstelle des MSV Duisburg hat während der Räumungsarbeiten übrigens geschlossen. Denn so gering das Risiko auch sein mag, dass die Bombe und mit ihr die 2005 fertig gestellte neue MSV-Arena hochgeht – zumindest soll das Personal dieser Gefahr nicht ausgesetzt werden.
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