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Überraschungserfolg in Heidelberg, jetzt geht´s los!

Selten hat sich eine Basketballmannschaft der BG TOPSTAR Leitershofen/Stadtbergen wahrscheinlich so ausgelassen über einen Sieg gefreut wie die Aktuelle am späten Sonntagnachmittag im Olympiastützpunkt Rhein-Neckar. Dort wälzten sich Spieler, Trainer und die wenigen mitgereisten Fans nach dem Schlusspfiff auf dem Parkettboden, denn soeben hatten die Kangaroos das Auswärtsspiel in der zweiten Bundesliga PRO A beim favorisierten USC Heidelberg nach formidabler Leistung mit 88:82 (45:42) für sich entscheiden können und dürfen sich somit weiter Hoffnung auf den Klassenerhalt in der zweithöchsten deutschen Spielklasse machen.

Es war ein furioser Blitzstart, den die BG am Neckar an den Tag legte. Von der ersten Sekunde merkte man dem Team an, dass man bereit war, alles zu geben und die Überraschung an diesem Tag schaffen wollte. Der Tabellensechste war von dieser Moral der Leitershofer, bei denen der am Sprunggelenk verletzte Andreas Kronhardt auf die Zähne gebissen und sich über zwanzig Minuten in den Dienst der Mannschaft gestellt hatte, doch sichtlich beeindruckt und überrascht. Und so führte der Gast nach sechs gespielten Minuten bereits mit 18:4. Kaum ein Ball der Leitershofer fand in dieser Phase nicht den Weg in den Korb, und in der Verteidigung waren Richardson & Co hellwach. Anschließend kam der immer noch amtierende deutsche Rekordmeister zwar besser ins Spiel, die Mannschaft von Trainer Stefan Goschenhofer hielt aber dagegen und führte nach siebzehn Minuten weiterhin mit 43:33. Eine kleine Schwächephase ließ aber dann den Vorsprung bis zum Seitenwechsel auf drei Punkte zusammenschmelzen. Wer von den 1000 Zuschauern aber nun gedacht hätte, alles ginge nun seinen geregelten Weg, sah sich getäuscht. Denn auch zu Beginn der zweiten Spielhälfte waren die TOPSTAR Kangaroos die bessere Mannschaft. Angetrieben von Jan Lipke und Corey Hassan zog man erneut davon, und selbst wenn der USC dann wieder herankam traf man die richtigen Entscheidungen und führte vor dem Schlussviertel mit 71:61. Dass sich Spiele beim Basketball aber schnell drehen können ist ja allgemein bekannt, und tatsächlich schien sich das Blatt dann wieder einmal gegen die Kangaroos zu wenden. Heidelberg startete furios in dieses Schlussviertel und ging nach einem 12:0 Run in der 34. Minute mit 76:74 zum allerersten Mal in diesem Spiel in Führung. Dass dies gleichzeitig der letzte Vorsprung für die Gastgeber in dieser Partie sein sollte, konnte da noch niemand wissen.

BG-Coach Goschenhofer machte in einer Auszeit seinen Spielern eindringlich klar, dass man nun die Nerven behalten müsse. Und seine Mannen setzten dies genauso eindrucksvoll um. Erneut Jan Lipke mit zwei Körben, Corey Hassan und Skyler Bowlin per Dreier sorgten 27 Sekunden vor dem Ende wieder für eine 84:79 Führung, ehe Heidelbergs Barth mit drei Freiwürfen sechs Sekunden vor Schluss auf 84:82 verkürzen konnte. Dem ein oder anderen Leitershofer wurde angesichts der schlechten Freiwurfquote aus dem Chemnitz Spiel da Angst und Bange vor den abschließenden Stop-Clock Freiwürfen, die nun natürlich kamen. Aber die beiden Matchwinner Jan Lipke und Corey Hassan bewiesen die Nerven, verwandelten alle vier Freiwürfe, während der Heidelberger Dreier dazwischen Beute des reboundstarken Dewayne Richardson wurde. Somit stand der dritte Saisonsieg für die BG fest.

Für die Leitershofer lief das Wochenende insgesamt optimal, da der Tabellenvierzehnte Saar-Pfalz Braves am Samstagabend einen 15-Punkte Vorsprung gegen Kirchheim nicht über die Runden bringen konnte und am Ende noch mit 73:80 verlor. Die Pfälzer liegen nun nur noch zwei Siege vor der BG, haben aber bereits eine Partie mehr ausgetragen und müssen ja bekanntermaßen am letzten Spieltag noch nach Augsburg. Bis dahin vergeht aber noch viel Zeit, auf die TOPSTAR Kangaroos warten nun erst einmal wieder zwei Heimspiele in Folge. Am kommenden Sonntag (16 Uhr, Sporthalle Augsburg) erwartet man den Spitzenreiter Mitteldeutscher BC, am Samstag darauf geht es dann gegen Jena.

Stimmen zum Spiel:

BG-Headcoach Stefan Goschenhofer: „Zwei Dinge waren heute maßgeblich für diesen Sieg. Einerseits unser furioser Blitzstart, der uns viel Selbstvertrauen gegeben hat. Andererseits dann, dass wir sehr kluge Entscheidungen getroffen haben, als Heidelberg in Führung ging. Hier haben wir die Korbleger gesucht und clever ausgenutzt, dass wir noch keine Mannschaftsfouls hatten. Ich bin heute wirklich sehr stolz auf die Mannschaft, die eine unglaubliche Moral bewiesen hat“.

Co-Trainer Konstantin Liehr: „Jan und Corey waren mit 27 Punkten überragend und Dewayne Richardson mit 11 Rebounds eine Macht unter dem Korb. Aber auch jeder andere Spieler hat heute seinen Beitrag geleistet und die an ihn gestellte Aufgabe super erfüllt. Ich habe selten eine Mannschaft so kämpfen gesehen wie heute die Unsrige. Es war einfach unglaublich, wie sich die Spieler verausgabt haben“.

BG-Forward Jan Lipke: „Das war heute der Sieg, den wir so dringend benötigt haben und den wir uns redlich verdient haben. Vielleicht platzen jetzt bei uns noch ein paar Knoten mehr. Auf jeden Fall freuen wir uns auf das Spiel gegen Tabellenführer MBC nächsten Sonntag und wollen da natürlich an diese Leistung anknüpfen“.

BG-Center Dominik Veney: „Wir wussten ja, dass wenn ziemlich viel in unserem Spiel passt auch ein Sieg gegen die Play-Off Kandidaten möglich ist. Und heute hat einfach sehr viel gepasst und wir wurden für die ein oder andere bisherige Enttäuschung in dieser Saison einfach auch einmal belohnt“

BG-Forward Corey Hassan: „Ich glaube, der Sieg heute war verdient, da wir von der ersten Sekunde an die bissigere Mannschaft waren. Wir hatten heute eine bessere Quote von außen als letzte Woche und 76% bei den Freiwürfen gegenüber 60% aus dem Chemnitz-Spiel war natürlich auch mitentscheidend. Nun wollen wir in den beiden anstehenden Heimspielen nachlegen und hoffen hier natürlich wieder auf die Unterstützung unsere Zuschauer“.
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