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SV-Reha schrammt an Sensation vorbei

In der Partie gegen die hoch gehandelten Trier Dolphins hätten die Augsburger Rollstuhlbasketballer um ein Haar für eine große Überraschung gesorgt. In einem begeisternden Erstligaspiel konnten die Gäste von der Mosel die Punkte letztlich glücklich, mit 93:85 aus Schwaben entführen.
Kapitän Thomas Paa war nach der Niederlage hin- und hergerissen: „Einerseits freut es mich, dass wir so gut gespielt haben, wie noch nie in dieser Saison. Andererseits ist es sehr schade, dass wir trotz der tollen Leistung weiterhin mit leeren Händen dastehen.“
Augsburg startete mit einer 6:4 Führung (4. Min.) gut in die Begegnung und hielt das gesamte erste Viertel offensiv hervorragend mit. Bei den Gästen punkteten, wie erwartet, fast ausschließlich der wohl beste deutsche Spieler, D. Passiwan, und die kanadische Nationalcenterin J. McLachlan. Der SV Reha hingegen überzeugte durch mannschaftliche Geschlossenheit. Bereits in der ersten Spielphase trugen sich vier Akteure der Starting Five in die Scorerliste ein und am Ende standen alle vier bei einer zweistelligen Treffferausbeute.
So entwickelte sich vor den ca. 50 begeistert mitgehenden Fans eine wahre Offensivschlacht. Augsburg überzeugte mit der taktisch besseren Spielanlage, während die Gäste auf die individuellen Stärken ihrer Leistungsträger setzten. Den ersten Abschnitt gewann Trier knapp mit 23:19.
Im zweiten Viertel das gleiche Bild. Beide Teams trafen hochprozentig, schafften es aber nicht, den Gegner in der Verteidigung konsequent zu limitieren. Deshalb bot sich den Zuschauern weiterhin eine mitreißende Begegnung, in der Anton-Bezler-Halle, in der Augsburg aber nie die Oberhand gewinnen konnte und mit einem 44:47 Rückstand in die Halbzeit gehen musste.
Als nach Wiederanpfiff Jürgen Heinrich die Augsburger Rollis, mit zwei schnellen Körben, das erste Mal seit Spielbeginn wieder mit 48:47 in Front schoss, stieg im Publikum die Hoffnung auf die Wende. Doch erneut war es der am Ende mit 49 Zählern überragende Passiwan, der mit sechs Punkten in Folge, die Moselstädter wieder mit 53:51 in Führung brachte.
So wogte die Partie hin und her und erst beim Stand von 79:83, zwei Minuten vor Schluss, entschieden ein paar Unkonzentriertheiten der Gastgeber im Ballvortrag die Begegnung. Eiskalt nutzte Trier diese Ballgewinne dazu den Vorsprung auf 89:79 auszubauen.
„Bitter für uns, dass wir die Partie letztlich durch so leichte und unnötige Fehler verschenkt haben. Aber trotzdem nehmen wir viel Selbstvertrauen mit, weil wir gesehen haben, dass wir auch gegen, von der Papierform her stärkere Mannschaften nicht chancenlos sind“, bilanzierte Spielertrainerin Birgit Meitner keineswegs enttäuscht das Spiel.
Trier brachte die Begegnung danach routiniert nach Hause und konnte einen etwas glücklichen 93:85 Auswärtssieg verbuchen.
Auch der Augsburger Topscorer Manfred Wolf zeigte sich begeistert von der Weiterentwicklung der Mannschaft: „ So gut wie heute haben wir unsere Taktik heuer noch nie umgesetzt. Vielleicht können wir in den folgenden zwei Spielen in fremder Halle, gegen ähnlich starke Teams so für eine Überraschung sorgen.“ (paa)

SV Reha: J. Heinrich (23 Pkt./1 Dr.), M. Wolf (27), A. Schweinberger, B. Lenatz (10), T. Paa (23), N. Simanowski, T. Schmid, M. Kühn, B. Meitner, J. Pfeiffer, M. Grubmüller u. B. Breitenstein (2).
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