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Inklusion Klasse erlebt

Augsburg, 10. April 2018. Am Therapiezentrum Ziegelhof des Bunten Kreises haben wir uns zum Ziel gesetzt, die Inklusion von Kindern in Schulklassen modellhaft zu unterstützen. Aus diesem Anlass hat das Institut für Sportwissenschaft der Universität Augsburg zusammen mit dem Therapiezentrum Ziegelhof des Bunten Kreises und Augsburger Schulen ein erlebnispädagogisches Inklusionsförderprojekt mit dem Titel „Inklusion Klasse erlebt“ gestartet. Die Auftaktveranstaltung dazu fand am 10. April auf dem Ziegelhof in Stadtbergen statt.

Die Ausgangslage

„Inklusionsaufgaben in Schulen und im außerschulischen Lebensraum von Kindern und Jugendlichen werden sich in Zukunft noch erheblich ausweiten“, davon ist Dr. Martin Scholz, Studiengangsleiter Didaktikfach Sport für das Lehramt an Grund- und Mittelschulen an der Universität Augsburg überzeugt. Die Erfahrungen zeigen, dass die Gruppenförderung von Kindern mit und ohne Behinderung in den ersten Jahren des Grundschulalters meist recht gut gelingt. Mit zunehmendem Leistungsdruck der Schülerinnen und Schüler aber werde das zu inkludierende Kind häufig zum „Bremser“ oder gar „Störenfried“, so Scholz weiter.

Die Lehrkräfte in den Regelschulen befinden sich im Spagat: Einerseits möchten sie Kinder ohne Behinderung gezielt fördern, andererseits aber auch die Kinder mit Behinderung möglichst gut einbinden. „Nicht wenige Lehrer berichten davon, dass sie diese Situation belastet“, erklärt Scholz. „Das Kind mit Behinderung wird mitunter von seinen Mitschülern gemobbt oder aus der Klassengemeinschaft ausgegrenzt.“ Die Eltern der Kinder ohne Behinderung beklagen oftmals die fehlende oder belastete Lernatmosphäre, bedingt durch das Kind mit besonderem Förderbedarf. „Eine schwierige gruppendynamische Situation, die nach Entlastung sucht.“

Ein Modellvorhaben

„Das Projekt ‚Inklusion Klasse erlebt‘ hat Modellcharakter“, so Horst Erhardt, Geschäftsführer der Stiftung Bunter Kreis. Es bietet Inklusions-Schulklassen aus dem Augsburger Stadtgebiet erlebnispädagogische Programme im Therapiezentrum Ziegelhof an und gibt den Schülern so Gelegenheit, sich und das zu inkludierende Kind anders, außerhalb des schulischen Kontexts, zu erleben. „Naturerfahrung, Klettern im Hochseilgarten, Bogenschießen oder Tierbegegnung stärken das Gefühl von Zusammengehörigkeit innerhalb der Klasse. Die Kinder werden in ihrer Entwicklung hin zur Toleranz, Akzeptanz, Hilfsbereitschaft und persönlichem Engagement gegenüber dem Schwächeren unterstützt“, erklärt Horst Erhardt weiter.

Ziele des Projekts

Mit dem erlebnispädagogischen Ansatz des Projekts lassen sich Gruppenerfahrungen vertiefen. „Es werden exemplarische Lernprozesse zu Themen wie helfen und geholfen werden, Grenzen erkennen und benennen, sich auf andere verlassen und das gegenseitige Respektieren ,starker‘ und ,schwacher‘ Personen in der Gruppe ermöglicht“, erläutert Martin Scholz die Ziele des Projekts. „Diese Erfahrungen sollen helfen, Inklusion im schulischen Alltag besser gelingen zu lassen.“ Am Ende der dreijährigen Pilotphase, bei der im ersten Jahr fünf Schulen mit sieben Klassen mitmachen, steht die Erstellung eines Methodenhandbuchs und einer Dokumentation zur Machbarkeit und Wirksamkeit. „Wir sind zuversichtlich, dass wir dieses Projekt langfristig am Ziegelhof etablieren können“, so Horst Erhardt. Gleichzeitig betonte er, „dass dieses beispielhafte Vorhaben nur dank der großzügigen Unterstützung der Spenderinnen und Spender des Bunten Kreises umgesetzt werden konnte.“
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3 Kommentare
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 12.04.2018 | 20:04  
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Barbara S. aus Ebsdorfergrund | 12.04.2018 | 21:11  
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Peter Perrey aus Neustadt am Rübenberge | 14.04.2018 | 21:59  
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