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FSV Mainz 05 – Kader 2011/2012 im Fokus

Rainer Sturm / pixelio.de (Foto: Rainer Sturm / pixelio.de)
Der 1. FSV Mainz 05 tanzt unter Umständen auf drei Hochzeiten, sofern der Einzug in den UEFA-Cup noch gelingt. Diesen Tanz bewerkstelligt Trainer Thomas Tuchel in der nagelneuen Coface-Arena mit drei neuen Stürmern. Jedoch ohne wichtige Leistungsträger ersetzt zu haben. Der Mainzer Kader 2011/2012 im Überblick.

Tor: Müller oder Wetklo?

Die Torwart-Frage beim FSV Mainz 05 ist auch eine Woche vor Bundesliga-Start noch offen. Weder der genesene Schlussmann Heinz Müller noch der „ewige Zweite“ Christian Wetklo dürfen sich auf einen Stammplatz zwischen den Pfosten einstellen. Aber eben auch noch nicht auf ein Dasein als Bankdrücker. Einen Backup für die Beiden gibt es nicht. Im Zweifelsfall müssten die aus der A-Jugend in die Regionalliga West übernommenen Nachwuchskeeper Christian Mathenia und Yannick Dauth einspringen.

Abwehr: Ganz schön viele Rechtsverteidiger

In der Innenverteidigung kann Trainer Thomas Tuchel weiterhin auf die Routiniers Bo Svensson und Nikolce Noveski sowie Niko Bungert und Abwehrtalent Jan Kirchhoff bauen. Links hinten in der Viererkette plant Mainz mit Malik Fathi - dem bisherigen Backup für den zum FC Schalke 04 gewechselten Leistungsträger Christian Fuchs. Sein Backup wiederum ist Neuzugang Fabian Schönheim, der vom Drittligisten SV Wehen-Wiesbaden zu den Rheinhessen kommt. Hart umkämpft werden dürfte die Position des Rechtsverteidigers. Dort kann nicht nur der umgeschulte Stürmer Florian Heller spielen, sondern auch Radoslav Zabavnik und Einkauf Zdenek Pospech. Der Tscheche kommt ablösefrei vom FC Kopenhagen und soll mit seinen 32 Lenzen für Stabilität in der Defensive sorgen. Und dann wäre da noch Amateurspieler Eugen Gopko, der auf Einsätze rechts hinten im Abwehrverbund hofft.

Mittelfeld: Österreicher und Zweitligisten drängen in die Startformation

Im defensiven und zentralen Mittelfeld möchten sowohl Marco Caligiuri als auch der Kolumbianer Elkin Soto und Eugen Polanski einen sicheren Platz haben. Polanski hat derzeit wohl die besten Karten. Im offensiven Mittelfeld dürfte Andreas Ivanschitz gesetzt sein. Neuzugang Julian Baumgartlinger von Austria Wien und das von Borussia Mönchengladbach gekommene Talent Yunus Malli spekulieren aber auch auf Einsätze. Im rechten Mittelfeld ist Marcel Risse, bisher nur von Bayer Leverkusen ausgeliehen, jetzt fest in Mainz unter Vertrag, quasi konkurrenzlos. Auf der anderen Seite ist der Kampf um einen Stammplatz dagegen offen. Mit Nicolai Müller (Greuther Fürth) und Zoltan Stieber (Alemannia Aachen) fechten zwei herausragende Zweitligaspieler diesen Kampf aus.

Sturm: Drei Neue üben Druck auf Allagui und Szalai aus

Zehn Tore, fünf Vorlagen. Sami Allagui hat eine klasse Saison 2011/2012 mit 28 Bundesliga-Partien gespielt. Oft als Einwechselstürmer. Wenn er und Adam Szalai (vier Tore, drei Vorlagen in 20 Spielen) an ihre Leistungen anknüpfen können, sollte der FSV Mainz in der Offensive weiterhin keine Probleme haben. Trotzdem hat Manager Christian Heidel dem Team drei neue, hungrige Stürmer verschafft. Sowohl Eric Maxim Choupo-Moting (22, 1. FC Nürnberg bzw. HSV), beidfüssiger Nationalspieler Kameruns, als auch Deniz Yilmaz (23, FC Bayern München II) und Anthony Ujah (20, Lilleström SK) sind womöglich mehr als nur Ersatzspieler. Insbesondere Ujah könnte sich als Granate entpuppen. Im laufenden Kalenderjahr markierte er für seinen norwegischen Arbeitgeber in zwölf Ligaspielen 13 Treffer. Je vier dieser Tore schoss er beim 7:0-Auswärtssieg gegen Stabaek IF am 1. Spieltag und an seinem letzten Spieltag beim 4:2 gegen Strömsgodset IF. Auch Ujah, immerhin 2,3 Millionen Euro teuer, gilt als beidfüssiger Mittelstürmer. Auch dem in Sarajevo geborenen Kroaten Petar Sliskovic, der die Mainzer U19 2009 zur Deutschen A-Jugend-Meisterschaft schoss, trauen die Experten den Durchbruch zu.

Fazit: Leistungsträger nicht ersetzt

Manager Christian Heidel ist ein fachkundiger Mann, der grundsolide zu wirtschaften scheint. Wenn mal Geld für einen Leistungsträger wie Christian Fuchs in die Kassen gespült wird, dann muss das ja nicht gleich wieder auf den Putz gehauen werden. Zumal der Verein jetzt in der brandneuen Coface-Arena spielt. Der FSV Mainz ist mit 7,5 Millionen Euro am Bau beteiligt und zahlt 3,3 Millionen Euro Nutzungsgebühr pro Saison in der 1. Bundesliga. Auch Schalke-Rückkehrer Lewis Holtby, der in Mainz unter Trainer Thomas Tuchel zum Nationalspieler reifte, wurde nicht ersetzt. Und auch André Schürrle, für acht Millionen Euro nach Leverkusen gewechselt, entwickelte sich zu einem jungen Mann für Jogi Löw, der eine Lücke in der Mainzer Offensive hinterlässt. Hochkarätige Ersatzleute für die Abgewanderten wurden nicht verpflichtet. Stattdessen dürfen sich diejenigen versuchen, die bisher im Schatten von Fuchs, Holtby und Schürrle standen. Nicht die übliche Vorgehensweise und möglicherweise – in Zusammenhang mit der Doppelbelastung, die bei einem Einzug in den UEFA-Cup auftreten würde – eine Maßnahme, die den FSV Mainz in Richtung Abstiegsränge katapultieren könnte. Aber eine begrüßenswerte Maßnahme: Eigene Spieler fördern und nicht ständig Geld für Neuzugänge raushauen. Weil diese wirtschaftliche Denkweise belohnt werden sollte und weil Tuchel ein klasse Trainer ist, der super Leistungen aus teils – für Bundesliga-Verhältnisse - mittelmäßigen Spielern und ungeschliffenen Diamanten herauskitzelt, wird es aber für den Klassenerhalt reichen.
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