Anzeige

Basketball: Bittere Niederlage vor Traumkulisse!

Die BG TOPSTAR Leitershofen/Stadtbergen hat das Endspiel um den Klassenerhalt in der zweiten Basketball Bundesliga PRO A am Samstagabend gegen den direkten Konkurrenten Saar Pfalz Braves mit 85:99 (39:45) verloren und somit den Abstieg aus der zweithöchsten deutschen Spielklasse ganz knapp nicht verhindern können. Dabei sorgten 2000 Zuschauer in der Augsburger Sporthalle für eine absolute Basketball-Rekordkulisse im Großraum Augsburg und für eine hervorragende Stimmung über die gesamte Partie hinweg. Erstmals musste die BG aufgrund des großen Andrangs dabei die Gegengerade der Sporthalle für die Zuschauer öffnen.

Es war alles angerichtet für ein Sportevent der Extraklasse, schon eine dreiviertel Stunde vor Spielbeginn war der Parkplatz der Sporthalle restlos überfüllt und es wurde extra der Innenbereich des Rosenaustadions für die Parkplatzsuchenden geöffnet. Ein Zustand, mit dem während der durchwachsenen Hinrunde der Kangaroos sicherlich nur noch die kühnsten Optimisten gerechnet hatten. Rund 100 Fans aus dem Saarland und der Pfalz trugen ihren Teil dazu bei, dass wirklich beste Stimmung auf den Rängen herrschte, und dies zu jeder Zeit in einer absolut fairen und friedlichen Atmosphäre. Den Rest erledigte ein umfangreiches Rahmenprogramm mit der Black Music Crew, den Flying Cheetahs, deren Nachwuchstruppe und dem 5000 Euro Money Shot von Radio Fantasy. Bei diesem verfehlte der ausgeloste Kandidat das Ziel zwar sehr deutlich, dafür zeigten die ebenfalls angetretenen FCA-Spieler Tobias Werner, Torsten Oehrl und Dominik Reinhardt durchaus ihr Talent auch für den Basketballsport. Kurzum: Viele rieben sich verwundert die Augen, was man aus der altehrwürdigen Sporthalle am Rosenauberg, die ja zu den olympischen Spielen 1972 erbaut worden war, so alles machen kann.

Zum Sportlichen: Beiden Mannschaften merkte man zunächst an, dass sehr viel auf dem Spiel stand, denn nur der Sieger dieser Partie durfte bekanntermaßen für ein weiteres Jahr PRO A planen. So verlief das erste Viertel der Partie recht nervös, Leitershofen ging zwar rasch mit 6:1 in Führung, nach dem ersten Viertel stand es dann in einer zunächst korbarmen Partie 16:15 für die TOPSTAR Kangaroos. Im zweiten Abschnitt legten dann zunächst die Gäste diese Nervosität schneller ab, insbesondere deren Topscorer Nicholas Okorie (gesamt 29 Punkte) sorgte dafür, dass sich die Pfälzer nun immer ein paar Punkte Vorsprung sichern konnten. Die Stadtberger hielten kämpferisch durchaus dagegen, die ganz große spielerische Linie fehlte hingegen. Mit viel Mühe hielt man sich bis zur Halbzeit mit sechs Punkten Rückstand noch in Schlagdistanz und die Fans durften weiterhin auf eine Wende zum Positiven hoffen. Das Team von Trainer Stefan Goschenhofer musste dann aber erneut den Braves auch den besseren Start in das dritte Viertel überlassen. Die Saarländer markierten nun oftmals die Centerspieler der BG sehr gut und die Distanzwürfe der Leitershofer fanden jetzt auch kaum noch ihr Ziel. Bis zur 23. Minute zogen die Braves auf 53:41 davon. Es sprach für die Kangaroos, dass sie zu keiner Zeit aufgaben und nun ihre beste Phase der Partie zeigten. Punkt um Punkt holte man, drei Mal hintereinander verkürzte man auf einen Punkt, konnte dann aber nicht vorbeiziehen. Als Johnny Genck per Korbleger in der 28. Minute auf 58:59 verkürzte kochte die Halle trotzdem förmlich, man verstand sein eigenes Wort nicht mehr. Mit 61:64 ging es dann in das Schlussviertel. Alles, auch der Klassenerhalt in letzter Sekunde schien noch möglich.

Doch die routinierten Gäste ließen sich auch jetzt nicht aus der Ruhe bringen, scheinbar unbeeindruckt von der Kulisse auf den Rängen konnten sie zwischen der 31.und 35. Minute einen 17:3 Zwischenrun erzielen und zogen auf 81:64 davon, was dann eigentlich der Entscheidung gleich kam. Die Kangaroos probierten zwar noch einmal alles, konnten den Rückstand noch einmal auf neun Zähler Differenz verkürzen, das war es dann aber auch. Letztendendes konnten dann nur die Saar Pfalz Braves zusammen mit ihrem mitgereisten Anhang den Klassenerhalt feiern. Die Leitershofer mussten hingegen auf der Zielgeraden noch Federn lassen, wurden aber vom Publikum trotzdem mit viel Applaus verabschiedet.

Nach zwei Aufstiegen in Folgen mussten die Leitershofer nach langer Zeit nun wieder einen Rückschlag hinnehmen. Insgesamt war sicherlich nicht die Niederlage gegen die Braves in diesem Do-or-Die Spiel entscheidend sondern die Vorrunde der Saison, als die Leitershofer letzten Endes nicht genug Siege auf der Habenseite verbuchen konnte. Im zweiten Teil der Saisonhälfte hatte sich das Team aber dann durchaus konkurrenzfähig auch für die PRO A präsentiert.

BG TOPSTAR Leitershofen/Stadtbergen: Genck (2), Hassan (12/2 Dreier), Förster,, Chalusiak , Bowlin (26/3 Dreier), Veney (7), Lipke (16/2 Dreier), Richardson (18), Woelki, Behnisch, Kronhardt (4).

Beste Werfer Saar-Pfalz Braves: Okorie (29), Jeka (22), Reed (14)

Unter den Körben:

BG-Headcoach Stefan Goschenhofer: „Gratulation an die Braves, Trainer Marco Amelow und Manager Stephan Seile. Der Sieg der Gäste heute war verdient. Wir konnten nie unsere Nervosität ganz ablegen und der Gegner hat vor allem auf den großen Positionen wahnsinnig stark verteidigt. Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, jeder hat die Saison über unter nicht einfachen Bedingungen alles gegeben und am Ende hat es dann nicht ganz gereicht. Schade und traurig, aber leider nicht zu ändern. Aber es wird weitergehen“.

Braves Manager Stephan Seile: „Wir sind froh, dass wir die Liga gehalten haben nach einer Saison, die wir uns anders vorgestellt hatten. Leitershofen wünsche ich alles Gute für die Zukunft“.

BG-Kapitän Felix Förster: „Saar-Pfalz kam mit dieser unglaublichen Konstellation besser zurecht und hatte wohl auch die Routine für solch ein Spiel auf seiner Seite. Was aber heute in der Halle los war, einfach unglaublich. Trotz der bitteren Niederlage wird dieses Spiel und die Kulisse glaube ich allen für immer in Erinnerung bleiben. Ganz herzlichen Dank an unsere supertollen Fans“.

BG-Forward Jan Lipke: „Wir haben zwar heute das Spiel – auch verdientermaßen - verloren, den Klassenerhalt aber wahrscheinlich am Anfang der Rückrunde im Januar liegengelassen, als wir zu spät begannen, Spiele zu gewinnen.“

BG Abteilungsleiter Andres Santiago: „Fast hätten wir das Unmögliche geschafft. Unter dem Strich gehen wir aber hocherhobenen Hauptes aus der Liga, wir haben nach zwei Aufstiegen in Folgen in einer Liga, die mit den Spielklassen der letzten Jahre rein gar nichts gemein hatte, einen ständigen Steigerungsprozess durchlaufen. Und dies, ohne einen einzigen Euro Schulden zu machen und nur mit ehrenamtlichem Engagement außerhalb des Spielfeldes. Und wenn man sieht, dass Augsburg und Stadtbergen Basketball-Potential für 2000 Zuschauer haben sollte klar sein, dass wir auch wieder in die PRO A zurück wollen. Noch einmal vielen Dank an alle Fans, die uns so toll unterstützt haben“.

BG-Abteilungsleiter Hans Kiesling: „Ich hätte es Team und Zuschauern gegönnt, dass wir den last-minute Klassenerhalt noch schaffen. Wir wussten von Anfang an, dass es ein schweres Jahr wird und deshalb fallen wir jetzt auch nicht in ein Loch. Der Verein ist stabil und so können wir nun ganz beruhigt in die weiteren Planungen gehen. Abschließend noch einmal unser Dank an alle, insbesondere an die Sponsoren, an die Stadt Augsburg für die Überlassung der Sporthalle, dem Cateringteam und vor allem auch den vielen anderen Helfern, die uns so tatkräftig unterstützt haben. Rein strukturell haben wir auch dieses Jahr wieder enorm zugelegt, das steht außer Frage“.
0
1 Kommentar
2.165
Michael S. aus Augsburg | 02.04.2012 | 12:00  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.