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Resolution zur Haushaltskonsolidierung der Bundesregierung von den katholischen Verbänden im Bistum Augsburg vorgestellt

Wann? 05.11.2010 11:30 Uhr

Wo? Kolpingzentrum , Frauentorstraße 29, 86152 Augsburg DEauf Karte anzeigen
Augsburg: Kolpingzentrum | Am Freitag, 5. November 2011, stellten die katholischen Verbände des Bistums Augsburg ihre Position zu den Haushaltskonsolidierungen der Bundesregierung vor. Nach mehreren Gesprächen mit Politikern zum Sparpaket der Bundesregierung entstand die Idee sich gemeinsam als katholische Verbände dazu zu äußern und Position zu beziehen.
Auf Grundlage der sozialethischen Prinzipien, welche soziale, rechtliche und wirtschaftliche Vorgänge auf eine christliche Basis stellen, wurden einige geplante Maßnahmen der Bundesregierung kritisiert.

Die vorgeschlagenen Sparmaßnahmen der Bundesregierung sind notwendig, allerdings ist genau zu überlegen, wer dadurch belastet wird. Es ist festzustellen, dass hier eine deutliche soziale Schieflage vorhanden ist.

„Wir sprechen uns nicht generell gegen Kürzungen im sozialen Bereich aus, halten aber die Schlagseite für bedenklich – während nach der Energiebranche und dem Bankensektor nun auch noch die energieintensiven Betriebe verschont werden, wird über die Berechtigung der Einsparungen bei den sozial Schwachen noch nicht einmal diskutiert.“ formuliert KAB-Diözesanpräses Diakon Erwin Helmer seine Vorbehalte. In die gleiche Richtung argumentiert auch Ulrich Hoffmann, Diözesanvorsitzender des Familienbunds in der Diözese Augsburg: „Seit Jahren prangern wir die finanzielle Benachteiligung von Familien an und dann wird hier mit einem Federstreich einfach eine Milliarde € bei den Hartz IV- Familien und den Familien aus dem Mittelstand gekürzt. Die 3,4 Mio. €, die nun auch bei den Spitzenverdienern eingesammelt werden, sind da nicht mal ein Tropfen auf dem heißen Stein.“

Auch im Hinblick auf die Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung ergeben sich einige Bedenken, wie der Vertreter des Kolpingwerks Diözesanverband Augsburg Walter Prinz herausstellte: „Die Rentenanwartschaften der Betroffenen werden niedriger ausfallen, mit der Folge eines Anstiegs der Bedürftigen – also nur eine Problemverlagerung in die Zukunft! Nach jetziger Lage dürften dies dann die Kommunen sein, die für die Grundsicherung im Alter aufzukommen haben.“

Insgesamt bezweifeln die Vertreterinnen und Vertreter der Konferenz katholischer Verbände die zielführende Ausgestaltung des Sparpakets, denn hinter den Einsparungen stehe eben auch das Vorhaben, von staatlichen Leistungen abhängige Menschen stärker zu fordern. Auch wenn die Verbändevertreter das Ziel teilen, zweifeln sie am Weg zu dessen Umsetzung. Daher werden sie diese Resolution in den nächsten Tagen auch noch an die Entscheidungsträger der Regierungskoalition weitergeben.

Die Konferenz der Verbände ist ein Zusammenschluss von Bund der Deutschen katholischen Jungend (BDKJ), Deutsche Jugendkraft (DJK), Familienbund der Katholiken, Katholische Arbeitsnehmerbewegung (KAB), Katholischer Deutscher Frauenbund (KDFB), Katholische Landvolkvewegung (KLB), pax christi, dem Kolpingwerk und dem bischöflichen Referenten für die Verbändepastoral Domkapitular Dr. Wolfgang Hacker.


Hier gehts zum Text der Resolution:
http://common.kolpingwerk-augsburg.de/_media/beric...
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