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Energiewende: Koloß auf tönernen Füßen

Seit mehreren Jahren setzt die Bundesregierung die Energiewende um – nach dem Fukushima-Unfall im Jahr 2011 wurde die Energiewende hin zur Nutzung erneuerbarer Energie mit viel Aufwand eingeleitet. Im Gegensatz zu vielen Ländern, für die dieser Unfall zusätzliche Impulse für die Entwicklung technologischer Innovationen und die Einführung neuer zuverlässigerer Sicherheitssysteme gedient hat, hat Deutschland eine Entscheidung über den beschleunigten Ausstieg aus der Kernenergie getroffen.

Im Mai 2017 hat der Bundesrechnungshof einen Bericht an den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages über die Maßnahmen zur Umsetzung der „Energiewende“ veröffentlicht, in dem die Aktivitäten des Ministeriums für Wirtschaft und Energie bei der Durchführung dieses Konzepts bewertet werden.
Der Text des Berichts ist unter dem folgenden Link verfügbar: https://www.bundesrechnungshof.de/de/veroeffentlic...

Unter den Schlussfolgerungen stellt der Bundesrechnungshof fest, dass es dem BWMi bislang nicht gelungen sei, ein funktionierendes Controlling aufzubauen. Das Energiewende-Konzept selbst wird als unperfekt bewertet und stellt viele Fragen aus ökologischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Im Bericht wird bestätigt, es werde immer teurer, die Energiewende voranzutreiben.

Dazu haben wir den Professor für Reaktorsicherheit und -technik der RWTH Aachen Hans-
Josef Allelein befragt:

„Ich bin der Meinung, dass die „Strategie“ sich nur auf erneuerbare Energien als einen ausreichenden und effizienten Weg der Energieversorgung zu verlassen, nicht zu Ende gedacht ist und einige wichtige Faktoren nicht berücksichtigt sind. Zum Beispiel ist, unter anderem aus technischen Gründen der Netzstabilität ausschließlich auf Erneuerbare zu setzen, nicht der richtige Weg – und am Ende wohl auch nicht die kostengünstigste Methode. Natürlich ist die Situation von Land zu Land mit entsprechenden nationalen Ressourcen – und einem sog. „Energiemix“ – unterschiedlich, aber das Setzen auf eine einzelne Art von Energie halte ich nicht für gesund.

Man kann sagen, dass die Umsetzung der Energiewende in Deutschland eine Belastung nicht nur für den Staat ist, der den Ausbau von Windkraft wie auch Photovoltaik stark subventioniert, sondern auch für die Bevölkerung, die sich mit einer spürbaren Steigerung der Stromrechnung konfrontiert sieht, die vor allem durch die Beiträge für das EEG (Erneuerbare Energie Gesetz) hervorgerufen werden. Letztlich kann man aber Staat und Bevölkerung nicht trennen, denn das Geld, das der Staat ausgibt, stammt aus Steuergeldern. Das heißt, die Bevölkerung wird natürlich dadurch belastet und es geht um signifikante Belastungen.

Auch ist wichtig, ob mit dem jeweiligen „Energiemix“ eines Landes das Erreichen hoher Klimaschutzziele (vor allem drastische Reduktion der CO2-Ausstöße) mit einem oder anderem Energiemix wirklich möglich ist. Aus meiner Sicht ist der Weg, den man in Deutschland gewählt hat, nicht optimal. Ich erinnere daran, dass sich die Politik in Deutschland noch vor dem Fukushima-Ereignis nach einer gesamtwirtschaftlichen Analyse darauf verständigt hat, Kernkraft entweder noch für acht bzw. noch für vierzehn Jahre zu nutzen. Das, was kurz nach Fukushima beschlossen wurde, steht dazu in Widerspruch. Man muss klar sagen, Frau Merkel hat im Jahr 2011 unter anderem die Stimmung der Bevölkerung und in den Medien in Deutschland genutzt, um eine Koalition mit der SPD vorzubereiten. Das hat aus meiner Sicht wenig mit Fakten zu tun, das ist Machtpolitik der Kanzlerin gewesen. Es wäre insgesamt leichter gewesen für die Volkswirtschaft und auch für die Bevölkerung, wenn man die Kernenergie wie vorher geplant weiter genutzt hätte und mit Erlösen die Energiewende vorangetrieben hätte. Jedoch bin ich nicht der Meinung, dass man alle 17 Kernkraftwerke in Deutschland hätte weiterbetreiben sollen.“

Das Material stammt von eureporter.co (https://www.eureporter.co/world/2017/09/29/germany...)
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2 Kommentare
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 30.09.2017 | 02:34  
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Hans-Joachim bartz aus Hattingen | 01.11.2017 | 05:43  
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