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Liebe Oberhauserinnen und Oberhauser

Demonstration gegen Rassismus und Gewalt, für ein friedliches Miteinander

Seit mehreren Monaten versuchen Neonazis das friedliche Leben in unserem Stadtteil Oberhausen zu stören. Alles begann mit einem bundesweiten Treffen von Nazis in einem Lokal in der Ulmerstrasse. Nach dieser Veranstaltung wurde auf dem Oberhauser Bahnhofsvorplatz Nazisprüche gegrölt, Passanten angepöbelt und sogar eine Person geschlagen. Danach wurden im Bereich der Wertachbrücke und der Donauwörther Straße in den späten Abendstunden bis Mitternacht Personen beobachtet, welche kahlrasiert mit Springerstiefeln lautstark Sprüche wie „Wir kriegen euch“, „Deutschland den Deutschen“ etc. gegrölt haben und wie mutmaßliche Migranten grundlos angepöbelt wurden. Vor kurzem wurde ein von Rechten beantragter Demonstrationszug in Oberhausen von der Stadt Augsburg und der Polizei abgelehnt. Warum versuchen Neonazis mit allen Mitteln nach Augsburg, aber auch nach Oberhausen zu gelangen?

Unsere Stadt Augsburg ist Friedensstadt und ist darauf stolz. Vor 451 Jahren wurden die jahrelang andauernden Religionskriege mit einem Friedenvertrag in Augsburg beendet.
Dieser beispielhafte Schritt ist 450 Jahre später wichtiger denn je. In verschiedenen Teilen in unserer Welt drohen wieder Kulturkämpfe und Religionskriege. Deshalb ist die Rolle der Friedensstadt Augsburg so bedeutend. In Augsburg leben Protestanten mit Katholiken, Muslime mit Juden, Christen mit Buddhisten und alle zusammen in Frieden, gegenseitigem Respekt und im Dialog zusammen. Auch in Oberhausen leben Angehörige verschiedener Religionen und Kulturen friedlich miteinander. Doch genau das können Neonazis nicht ausstehen. Sie ernähren sich von Rassismus, Kulturkämpfen, sozialem Neid und Überheblichkeit. Sie wollen einen Keil zwischen den Frieden treiben und Hass erzeugen. Das freundschaftliche Miteinander ist für sie ein Dorn im Auge.

Ich rufe alle Oberhauser und Oberhauserinnen zur Wachsamkeit auf.
- Ich appelliere an alle Lokalbesitzer und Besitzerinnen in Oberhausen: Lassen Sie in Ihren Lokalitäten Veranstaltungen und Aktivitäten von solchen Personengruppen nicht zu.

- Wenn Sie beobachten, dass Personen, die man eindeutig der Neonaziszene zuordnen kann, Migranten oder Obdachlose belästigen oder sogar gewalttätig werden, melden Sie diese Aktivitäten umgehend der Polizei und holen Sie Hilfe.

- Falls die Rechten in Zukunft eine Demonstration oder Veranstaltung in unserem Stadtteil abhalten wollen, sollten wir OberhauserInnen und alle Aufrichtigen vor Ort sein und den Nazis zeigen, dass sie hier unerwünscht sind und unser friedliches Leben hier nicht stören können.

- Langfristig rufe ich alle Oberhauser Vereine, Organisationen, ARGE, Kirchen, Moscheen und Persönlichkeiten auf, Sensibilität hinsichtlich der Gefahren welche von Rechtsradikalen aus gehen zu schaffen und ihre Mitglieder zur Wachsamkeit aufzurufen.

- In Oberhausen brauchen wir ein Netzwerk aus Bürgern die Zivilcourage zeigen und nicht zulassen, dass unseres friedliches Miteinander von außenhalb exportierten Neonazis torpediert wird.

Stadtrat
Cemal Bozoglu
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1 Kommentar
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Jürgen Dippe aus Neusäß | 04.01.2008 | 16:56  
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