Kunst kennt keine Behinderung - Ausstellung „50 Jahre Lebenshilfe Augsburg“ im Rathaus Neusäß

Landtagsabgeordnete Dr. Simone Strohmayr und Botschafterin der Lebenshilfe Augsburg bei ihrer Vernissagerede; im Hintergrund Mitglieder der Veeh-Harfen-Gruppe
 
Dieter Stein, erster Vorsitzender der Lebenshilfe Augsburg
„Kunst kennt keine Behinderung, das haben wir in vielen Jahren gelernt. Deshalb ermutigen wir behinderte Menschen, ihren eigenen künstlerischen Ausdruck zu suchen.“ Mit diesen Worten eröffnete Dieter Stein, erster Vorstand der Lebenshilfe Augsburg, seine kurze Einführung in die Entstehungsgeschichte zahlreicher Kunstwerke aus den Lebenshilfe-Einrichtungen, die bis zum 7. April in der Ausstellung „50 Jahre Lebenshilfe Augsburg“ im Rathaus Neusäß gezeigt werden.
Landtagsabgeordnete Dr. Simone Strohmayr rief in ihrer Vernissagerede dazu auf, den Blick weniger auf die Schwächen als vielmehr auf die Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen zu richten. Die Lebenshilfe-Botschafterin verwies dabei auf die UN-Konvention zum Schutz von behinderten Menschen, die diesen Paradigmenwechsel unterstütze: „Weg von alleiniger Fürsorge - hin zu gleichberechtigter Teilhabe!“
Hansjörg Durz, 1. Bürgermeister der Stadt Neusäß, nahm in der Eröffnungsrede Bezug auf die Fotografien der Wohnheimbewohner, die in Situationen, die für sie persönlich typisch sind, aufgenommen wurden: „Als ich die Ausstellung das erste mal gesehen habe, sind mir sofort die lachenden Bewohner mit ihrer unglaublich positiven Ausstrahlung aufgefallen.“
In der Ausstellung werden Kunstwerke aus vier verschiedenen Einrichtungen der Lebenshilfe gezeigt. Die aussagekräftigen und vielfältigen Fotografien stammen aus dem Wohnheim, die Bilder auf Leinwand malte Gerhard Mattes aus der Fördergruppe und in der Tagesstätte L entstanden sechs Kunstwerke mit unterschiedlichen Mal– und Basteltechniken. Den größten Teil der Ausstellung bestreitet die Brunnenschule mit fünf Abteilungen. Ein Kunstprojekt wurde von der Kunstpension Bachern begleitet, in einem weiteren Kunstprojekt beschäftigten sich Schüler mit dem Künstler Keith Haring. Die Neigungsgruppe „Kunst“ ließ sich von der Künstlergruppe „Der blaue Reiter“ inspirieren. Eine Collage mit Fotos dokumentiert ein Projekt, in dem unter Anleitung eines Graffitikünstlers eine Wand im Pausenhof der Brunnenschule gestaltet wurde. Ein Gemeinschaftsprojekt zeigt Tonkugeln in verschiedenen Größen.
Eine Besucherin zeigte sich begeistert von der Vielzahl und Qualität der ausgestellten Kunstwerke: „Es ist erstaunlich, wie viel Lebensfreude beim Betrachten der Bilder rüberkommt.“
Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von der fünfköpfigen Veeh-Harfen-Gruppe der Offenen Hilfen unter der Leitung von Sabine Hollstein und dem Benny-Jazzmen-Quintett. Band-Mitglieder sind u.a. die exzellente Sängerin Eva Gold und Janusz Leudemann (Lehrer an der Brunnenschule), der für Gesang und Kontrabassbegleitung zuständig ist. Ihr musikalisches Repertoire beschreiben sie auf ihrer Homepage www.benny-jazzmen.de folgendermaßen:
„Die furiosen Ladies & Gentlemen des Benny Jazzmen Quintett lassen bitten:
Eine leckere Melange aus zappelndem Swing, schrecklich melodramatischem Klezmer und unverschämt coolen Bossas servieren sie nicht nur auf ihrer CD, sondern auch im Live-Einsatz im Rahmen von Konzerten und unterschiedlichen exklusiven Festivitäten.“
Besucher können die Ausstellung während der Öffnungszeiten des Rathauses noch bis zum 7. April sehen:
Montag bis Donnerstag von 8 bis 17 Uhr, Freitag von 8 bis 12 Uhr. Parkmöglichkeiten gibt es in der Tiefgarage.
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin neusässer | Erschienen am 01.04.2011
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