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„Feschte Schua od'r Schlabber?": Herr und Frau Braun glänzen als Sprachkünstler und Schwabenversteher

Frau Braun als Putzhilfe "Rosa Glump"
15 Jahre Comedy und kein bisschen leiser: Wenn Herr und Frau Braun das Kampffeld der Kabarettbühne betreten, ist ein abendfüllender Angriff auf die Lachmuskeln so sicher wie ein randvoller Bürgersaal. Auch in seinem neuen Programm „Rindviecher aus der Region“ nahm das Erfolgsduo auf unerschöpfliche und ungeschönte Weise die lokalen Eigenheiten der schwäbischen Ureinwohner aufs Korn. Mit ihrer frechen regionalen Mundart eroberten die beiden Künstler schnell die Herzensgunst des Publikums. Schicke Wortschöpfungen gibt’s bei uns schließlich auch mehr als genug – ob der alltägliche „Eisbolla“ oder selteneres Sprachgut wie „Bahnwärtertäfala“ (= abstehende Ohren). Aber auch inhaltlich war der Abend ein herzerfrischendes Fest für die Augsburger Seele: Als Dr. Jens Duddelmann und Hausmeisterin Rosa Glump begeisterten die beiden Komiker mit allerlei klugen und konfusen Weisheiten: Vom schwäbischen Extremsparen , über den „gefühlten“ Hauptbahnhof bis hin zum „Schlabber-Prinzip“ in den Datschiburger Schuhgeschäften, das auf die genügsame „Des-reicht-scho“-Mentalität anspielte. Im zweiten Teil des Programms waren die Zuschauer dann reif für die Insel: Die beiden Kabarettisten glänzten als schiffbrüchiges Ehepaar Aschtritt und Mampfred, das auf aberwitzige Weise seine Flucht von dem einsamen Eiland ausdiskutierte („Du musch SMS in d'r Sand schreiba“) - und währenddessen eine urkomische Bilanz seiner zwanzig Ehejahre zog („Jeda Morga is des Kopfkissa dodal verdrialt“). Letztendlich fand sich auf der Insel jedoch ein erlösender Kiosk, der das Pärchen wieder zurück in die Zivilisation brachte. Und auch der Augschburger an sich ist bestimmt kein unzivilisierter Einzelfall, sondern einfach eine kleine lokale Besonderheit, der halt ab und zu ein Spiegel vors Gesicht gehalten werden muss. Herr und Frau Braun gelang dieser Geniestreich jedenfalls auf eine satirische, aber äußerst sympathische Art. Viele Gäste haben wohl mit Lachtränen in den Augen den Bürgersaal verlassen und kopfschüttelnd vor sich hingebrummelt: „I glob, i schpinn.“
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.myheimat-Stadtmagazin stadtberger | Erschienen am 28.05.2010
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