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Das Jahr verspricht viele kulturelle Schmankerl: Bezirk Schwaben stellt sein Programm in den verschiedenen Einrichtungen für 2017 vor

Monika Hoede und Sandra-Janine Müller (v.l.) von der Trachtenkulturberatung zeigen, wie ein Knopf gewickelt wird
 
„Sparen, verschwenden, wiederverwenden. Vom Wert der Dinge“ vom 2. April bis 10. September im Schwäbischen Volkskundemuseum Oberschönenfeld (Foto: Tina Burkhardt)
 
„Sparen, verschwenden, wiederverwenden. Vom Wert der Dinge“ vom 2. April bis 10. September im Schwäbischen Volkskundemuseum Oberschönenfeld (Foto: Tina Burkhardt)
Jürgen Reichert hat eine klare Vorstellung von Kultur: sie schafft Identifikation und Heimat, zudem ist sie die Schnittstelle zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Unter diesen Gesichtspunkten sieht der Bezirkstagspräsident das kulturelle Jahresprogramm 2017 des Bezirks Schwaben. Bei der Jahrespressekonferenz präsentierten die Leiter der verschiedenen Einrichtungen ihre Höhepunkte für das Jahr, das von Konzerten über Ausstellungen bis hin zu Festen geprägt ist.

Mit Konsum und seinen Folgen setzt sich das Schwäbische Volkskundemuseum Oberschönenfeld heuer auseinander. Vom 2. April bis 10. September ist die Sonderausstellung „Sparen, verschwenden, wiederverwenden. Vom Wert der Dinge“ zu sehen. Während Not und Mangel früher den Umgang mit Gegenständen prägten, ist heute meist das Bedürfnis nach Neuem ausschlaggebend. Konsum um des Konsums willen führte in unserer Überflussgesellschaft zu einer Wegwerfmentalität. Dieser Wandel steht im Mittelpunkt der Ausstellung. Sinnbildlich dafür ist ein Webstuhl mit einem Fleckerlteppich zu sehen, der zeigt, wie früher mit Resten umgegangen wurde. Daneben können Besucher die beiden Dauerausstellungen „Vom Wohnen auf dem Land“ und „Bräuche durchs Jahr – Feste im Leben“ besichtigen. Allerdings nur noch bis zum 10. September, bis das Volkskundemuseum für seinen Umbau schließt. Laut Museumsleiterin Dr. Beate Spiegel seien beide Ausstellungen „nicht mehr zeitgemäß“, zudem müssen einige Leihgaben zurückgegeben werden. Die Ausstellungen gibt es seit 1990/91 bzw. 2003. Verbunden mit dem Wechsel ist auch ein Umbau, bei dem unter anderem die Räumlichkeiten barrierefrei zugänglich gemacht werden. Die Wiedereröffnung mit neuen Dauerausstellungen ist für 2018 geplant. Doch auch während des Umbaus lohnt sich ein Besuch in Oberschönenfeld: Ab dem 19. November können Besucher in die Rolle eines Mitarbeiters schlüpfen und das Museum hinter den Kulissen erleben. 2016 kamen rund 27.000 Besucher zu den Ausstellungen, weitere 20.000 besuchten die Veranstaltungen.

Des Weiteren locken viele museumspädagogische Mitmachaktionen, die vor allem für Kinder und Jugendliche geeignet sind. Kochen und backen vor 100 Jahren kann man bei „Gesund und rund“, bei dem Kinder selbst ein Brot im Holzbackofen backen können. Kinder ab der ersten Klasse können in „Voll uncool!“ in das vorherige Jahrhundert abtauchen und erleben, wie ihre Großeltern ihre Freizeit gestalteten. Höhepunkt ist das Anfertigen eines altüberlieferten Brettspiels. Schwaben entdecken steht im Mittepunkt bei „Heimatentdecker“, das sich an Kinder ab der vierten Klasse richtet. Mit dem Museumskoffer geht es im Besucherzentrum auf Entdeckungsreise durch Schwaben.

Auch in der Außenstelle des Museums im Neuburger an der Kammel Ortsteil Naichen (Landkreis Günzburg) ist eine sehenswerte Ausstellung zu sehen. Vom 14. Mai bis zum 5. November steht in „Verschwundene Dinge von A bis Z“ all das im Mittelpunkt, was der technisches Fortschritt und der gesellschaftliche Wandel überflüssig gemacht haben. Während sich bei älteren Besuchern Nostalgie einstellt, können jüngere auf Entdeckungsreise gehen zwischen Hüfthalter und Wahlscheibentelefon.

Darüber hinaus bieten die anderen Einrichtungen folgende Veranstaltungshöhepunkte:

Schloss Höchstädt

In der Sonderausstellung „Die Welt im Kleinen“ vom 2. April bis 8. Oktober werden auf Schloss Höchstädt (Landkreis Dillingen) historische und zeitgenössische Architekturmodelle aus Schwaben gezeigt. Besucher können sich in die Arbeitsweise eines Architekten einfühlen und detailgenaue Modelle ansehen. Für Kinder gibt es ein umfangreiches Angebot zum Thema „Häuser gestalten“.

Musikalisch bietet das Schloss im Rittersaal zwei Klassikkonzerte. Am 5. März konzertieren Marianna Shirinyan (Klavier) und László Fenyö (Violoncello) gemeinsam. Am Muttertag, 14. Mai, entführen Feodora-Johanna Mandel (Harfe) und Martina Silvester (Flöte) in wunderbare Klangwelten.

Kloster Thierhaupten

Zwei Konzerte im Kapitelsaal laden zum Besuch ein. Am 23. Juni bietet das „Trio Con Abbandono“ mit Klarinette, Akkordeon und Violoncello ungewöhnliche Klangkombinationen. 70 Jahre Popmusikgeschichte bietet die „Progressive Stubenmusic“ des Lanzinger Trios am 14. Oktober.

Schwäbisches Bauernhofmuseum Illerbeuren


Das Museum im Unterallgäu hat sich 2017 der Reformation verschrieben und zeigt in Führungen, wie Religion das Leben auf dem Land bis Mitte des 20. Jahrhunderts beeinflusste. Alltagsregeln, Essensgebote und Kleiderordnungen stehen im Fokus genauso wie die bewusste Abgrenzung der Katholiken und Protestanten im Alltag. Auch das Museum selbst reformiert sich – Kassen- und Wegleitsystem werden in diesem Jahr erneuert.

Museum KulturLandRies in Maihingen

Vom 1. April bis 31. Oktober ist im Museum KulturLandRies in Maihingen (Landkreis Donau-Ries) die Fotoausstellung „Auslöser Ries“ zu sehen. Vater und Sohn – beide hießen Heinrich Förstner – hielten das ländliche Leben in den 1950er und 60er Jahren fest. Zudem locken verschiedene Feste ins Ries: das Schnitterfest am 6. August jährt sich heuer zum 20. Mal, das Kartoffelfest findet am 27. August zum 25. Mal statt.

Trachtenkulturberatung in Krumbach

Selbst machen liegt im Trend – das merkt man in Krumbach (Landkreis Günzburg) ganz besonders bei den Knopfmachkursen, die einen regelrechten Boom erleben. Die verschiedenen Kurse der Trachtenkulturberatung werden sehr gut angenommen, darüber gibt es künftig ein Knopfmachzertifikat, das die Vermittlung dieser Handwerkskunst auf professionelle Füße stellt.

Weitere Veranstaltungshöhepunkte sind die Konzerte des schwäbischen Jugendsinfonieorchesters. Dirigent Allan Bergius will die Jugendlichen „herausfordern“ und traut ihnen auch „schwere Kost“ zu. Dabei scheut er sich nicht, Richard Wagner und Johannes Brahms in einem Konzert zu spielen, was im 19. Jahrhundert ein Unding gewesen wäre; galten doch die beiden Komponisten als Vertreter unterschiedlicher Schulen. Zu hören sind die Konzerte am 21. April in Gersthofen, am 22. April in Marktoberdorf und am 23. April in Immenstadt.

Weitere Infos unter www.bezirk-schwaben.de
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