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Ein Jahr Corona: So hat sich die Pandemie im Landkreis Augsburg bis heute entwickelt 

Augsburg: Landratsamt | Erste Fälle im Landkreis wurden am 4. März 2020 bekannt
Exakt ein Jahr ist es inzwischen her, seit das Coronavirus den Landkreis Augsburg erreicht hat: Bei zwei Bürgern, die damals mit starken Erkältungssymptomen von einer Reise zurückgekehrt waren, konnte der Erreger, der eine bis dahin unbekannte neuartige Lungenerkrankung verursachen soll, am 4. März 2020 per Abstrich nachgewiesen werden. Am selben Tag informierte Landrat Martin Sailer die Öffentlichkeit im Rahmen einer Pressekonferenz über die Vorgehensweise des Gesundheitsamts zur Eingrenzung der Kontaktpersonenkreise. „Wir hatten uns im Vorfeld auf die ersten Fallmeldungen im Landkreis vorbereitet und die Arbeitsabläufe definiert. Wir waren damals mit eigenen Abstreich-Teams im Landkreis unterwegs und haben die Betroffenen zuhause getestet. Die Fallzahlen stiegen jedoch in kürzester Zeit exponentiell an, obwohl noch nicht annähernd auf breiter Ebene getestet werden konnte“, erklärt Landrat Martin Sailer. Eine Woche nach den ersten Befunden waren bereits 27 Fälle behördlich bekannt, Ende des Monats schon knapp über 200.

Deutschlandweiter Lockdown senkt auch im Landkreis die Kurve
Wie in vielen anderen Ländern weltweit, beschlossen Bund und Länder Mitte März umfangreiche Sofortmaßnahmen, um die Ausbreitung des Erregers einzudämmen. Das öffentliche Leben wurde weitgehend heruntergefahren, um Übertragungen des Virus und damit die Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden. Seit dem 27. April gilt bayernweit zudem eine Maskenpflicht in allen Geschäften und in öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Auswirkung des „harten Lockdowns“ und aller zusätzlicher Maßnahmen lässt sich auch an der Fallzahlenkurve des Landkreises Augsburg beobachten: Zwischen dem 1. Mai, bis zu dem insgesamt 365 bestätigte Fälle des Coronavirus gezählt worden waren, und dem 1. August, wurden lediglich 65 neue Infektionen behördlich registriert. Heute, ein Jahr nach den ersten Positivbefunden im Landkreisgebiet, hat das Staatliche Gesundheitsamt im Landratsamt Augsburg insgesamt 7.696 labormedizinisch belegte Infektionen mit dem Virus registriert – damit sind knapp über drei Prozent der Landkreisbevölkerung binnen der zurückliegenden zwölf Monate positiv getestet worden. Über 25.200 Personen im Landkreis haben im Jahresverlauf eine behördliche Quarantäneanordnung erhalten, weil sie entweder selbst positiv getestet oder als enge Kontaktpersonen eingestuft wurden. Rund jeder zehnte Mensch, der im Augsburger Land zuhause ist, musste sich dementsprechend in den vergangenen zwölf Monaten in häusliche Quarantäne begeben.

173 Menschen sind im Landkreis im Zusammenhang mit Corona gestorben
Erst seit Mitte Februar 2020 gibt es mit „COVID-19“ eine offizielle Bezeichnung für die Erkrankung, die der Erreger verursachen kann. Anfang des Monats April veröffentlichte das Landratsamt die traurige Nachricht, dass ein erster Bürger im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben sei. Bis zum Jahresende sind 111 Landkreisbürgerinnen und -bürger mit bzw. an dem Virus gestorben. Der überwiegende Großteil der bis heute gezählten 173 Todesfälle geht auf die Ausbruchsgeschehen in verschiedenen Pflegeeinrichtungen im Landkreisgebiet während der zweiten Infektionswelle im Herbst/Winter zurück.

Allein in der Woche vom 1. bis 8. November wurden 746 Neuinfektionen im Landkreis registriert, was die 7-Tage-Inzidenz von 130 auf über 280 – den bis heute höchsten Wert – hinaufschnellen ließ. Bis kurz vor dem Jahreswechsel blieb der Inzidenzwert in der Nähe der Schwelle von 200 Neuinfektionen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner. In dieser Zeit befand sich die gesamte Bundesrepublik bereits im zweiten Lockdown, der bis heute besteht.

Die Fortschritte seit Pandemiebeginn werden in der Rückschau deutlich
„Niemand wäre vor einem Jahr davon ausgegangen, dass das Virus heute noch derart unser Leben bestimmen würde“, sagt Landrat Martin Sailer. Und dennoch sei es ein Irrtum, zu glauben, dass in diesen zwölf Monaten keine Fortschritte gemacht worden seien. „Seit September haben wir dank der Teststrategie ein wesentlich besseres Bild vom Auftreten und der Ausbreitung des Virus. Unser Testzentrum in Hirblingen ist ein verlässlicher Selbstläufer und wird noch immer täglich von Hunderten Bürgerinnen und Bürgern genutzt“, so der Landrat. Seit Inbetriebnahme des Standorts am 1. September 2020 wurden dort insgesamt rund 36.200 PCR-Tests vorgenommen.

Ein weiteres, zentrales Element im Kampf gegen die Pandemie ist seit Dezember die Corona-Schutzimpfung. „Vor einem Jahr hätten wir es noch nicht für möglich gehalten, dass wir nun über mehrere zugelassene Vakzine verfügen, die potenziell lebenserhaltend sein können“, erklärt Sailer. Seit dem Impfstart am 27. Dezember wurden über mobile Teams und am Impfzentrum in Gablingen-Siedlung insgesamt knapp 20.000 Impfvorgänge vorgenommen, rund 7.500 Bürgerinnen und Bürger haben bereits ihre Zweitimpfungen erhalten. In den kommenden Tagen nimmt der Landkreis Augsburg ein zweites stationäres Impfzentrum in Bobingen in Betrieb, das der südlichen Landkreisbevölkerung als Anlaufstelle dienen wird. Zudem finden künftig vermehrt Vor-Ort-Impftermine in den Kreiskommunen statt, um den Zugang zur Impfmöglichkeit im Flächenlandkreis Augsburg für alle impfberechtigten Bürgerinnen und Bürger zu erleichtern. „Noch immer sind wir mangels Impfstoff nicht an unseren Kapazitätsgrenzen angekommen. Wir verimpfen alles, was wir an Impfstoff bekommen und könnten noch wesentlich mehr Impfungen vornehmen“, erklärt Landrat Sailer. „Unabhängig von der Geschwindigkeit unserer Fortschritte sind wir froh und dankbar, dass wir täglich impfen können und unserer Bevölkerung damit mehr und mehr Zuversicht im Kampf gegen das Virus vermitteln können.“

Das Ende der Pandemie bleibt weiterhin nicht absehbar
Weiterhin bleibt es spekulativ, wie sich die Pandemie in den kommenden Monaten entwickeln wird. „Durchhalteparolen sind wir alle leid, ebenso wie die Einschränkungen unserer zwischenmenschlichen Kontakte und persönlichen Freiheiten“, bekennt Sailer. Und dennoch, so der Landrat, wolle er in der Rückschau nicht von einem verlorenen Jahr sprechen: „Der Rückblick auf die vergangenen zwölf Monate kann uns angesichts der vielen Verzichte deprimieren, aber auch Hoffnung geben. Als Gesellschaft haben wir seit den Anfängen der Pandemie immense Leistungen vollbracht, Zusammenhalt und Belastbarkeit bewiesen. Ich danke heute allen meiner Mitbürgerinnen und Mitbürger, die täglich ihren persönlichen Beitrag zur Bewältigung der Krise leisten, sich für andere einsetzen und zuversichtlich bleiben. Ich bin hoffnungsvoll, dass wir das Coronavirus dank der heutigen Impfmöglichkeiten in absehbarer Zeit in den Griff bekommen können.“
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