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Skiurlaub in Livigno

Herrliches Wetter auf knapp 3.000 Meter
  Livigno (Italien): Casa Ezio Longa |

Die Skisaison beginnt bald wieder, doch wohin soll die Reise diesen Winter gehen? Für alle, die noch auf der Suche sind, hier der Bericht vom diesjährigen Skiurlaub in Livigno.

Nachdem wir letztes Jahr einen traumhaften Skiurlaub im Zillertal hatten, ging die Reise dieses Jahr ins Steuerparadies Livigno (Italien). Für dieses Ziel hatten wir uns entschieden, weil es uns von vielen Freunden und Bekannten empfohlen wurde. Am Ende waren wir aber doch etwas enttäuscht.

Die Anreise
Eine kleine Herausforderung ist bereits die Anreise, da Livigno an der Grenze zur Schweiz mitten in den Bergen liegt, man als entweder über einen Pass oder durch einen ziemlich gruseligen Tunnel fahren muss. Wir wollten nach 4 Stunden Fahrt (von Augsburg nach Österreich, nach Italien, zurück in die Schweiz und dann wieder nach Italien) eigentlich über den Pass fahren, der dann aber gesperrt war. Also löhnten wir über 30 Euro für den Tunnel "Munt La Schera" (immerhin für Ein- und Ausreise) und fuhren dann durch den einspurigen Tunnel:

Da dort eben immer nur ein Gefährt in eine Richtung durchpasst, muss man auf die Zeiten achten:
Von 05 bis 10 Uhr: Durchfahrt von Livigno Richtung Schweiz
Von 11 bis 18 Uhr: Durchfahrt von der Schweiz nach Livigno
Von 18 bis 24 Uhr: offen in Reißverschlusssystem

Nachdem wir dann im beschaulichen Livigno ankamen, kurvten wir noch ca. eine halbe Stunde durch den Ort, bis wir endlich unsere Unterkunft gefunden hatten.

Der Ort Livigno
Livigno liegt sehr beschaulich zwischen den Alpen und hat seinen ganz eigenen Charme. Neben etwas älteren Stein- und Holzhäusern gibt es unglaublich viele Geschäfte, die zum Shoppen einladen und natürlich viele Restaurants und Hotels. Besonders am Abend macht es sehr viel Spaß durch den Ort zu bummeln. Als Shopping-Paradies, wie es von vielen bezeichnet wird, habe ich es nicht empfunden. Man kann zwar viel kaufen, so richtig günstig ist das meiste aber nicht (auch die Skisachen nicht). Lediglich bei Spirituosen (z.B. Whisky) kann man ganz gut Geld sparen.

Unsere Unterkunft
Da wir zu acht waren, war die Suche nach einer passenden Unterkunft gar noch so einfach. Für 2-6 Leute wäre es sehr viel leichter gewesen, etwas schönes und preiswertes zu finden. Letztendlich haben wir eine Ferienwohnung in der Casa Ezio Longa für eine Woche gemietet, die unschlagbar günstig, aber auch nicht besonders hübsch war. Sie war aber zweckdienlich und sauber, auch wenn die Heizung leider nicht immer ganz funktioniert hat. Das beste war, dass wir von der einen Seite des Berges sogar bis zum Haus abfahren konnten (was auch ein wenig abenteuerlich, da abseits der Piste war, hat aber Spaß gemacht).

Wetter und Schneeverhältnisse
Im Urlaub waren wir vom 17.-24.03.2012, also schon relativ spät. Generell hat es ja in Südtirol und offenbar auch in der Lombardei nicht allzuviel Schnee diesen Winter gegeben. So waren bei der Ankunft schon einige Stellen am Berg mehr braun als weiß und unten war es schon ziemlich matschig (kein Wunder bei Sonnenschein und zweistelligen Plusgeraden). Sonntag Abend fing es aber zum Glück noch an zu schneien und hört erst Montag Nachmittag wieder auf, so dass wir uns über 15 cm Neuschnee freuen konnten. Die restlichen Tage war es wieder warm und sonnig; bei unserer Abreise gab es noch mehr braune Stellen als bei der Anreise.

Das Skigebiet
Insgesamt verfügt das Skigebiet über 115 Pistenkilometer (Abfahrt) und 40 Langlauf-Kilometer. Leider sind die beiden Berge, zwischen denen der Ort Livigno liegt, nicht miteinander verbunden, so dass man sich morgens (oder mittags) für einen der beiden Berge entscheiden muss. Man kommt zwar ziemlich schnell und bequem mit den kostenfreien Bussen (für alle kostenfrei, auch für Nichtskifahrer) im Ort von der einen Talstation zur anderen, aber eine Liftverbindung wäre doch schöner.
Es gibt alle möglichen Schwierigkeitsgerade, wobei es am meisten rote Pisten gibt, von denen die meisten aber eher mittelleicht sind. Fast alle Pisten sind sehr breit, es gibt wenig Ziehwege und abseits der Piste kann man auch sehr leicht fahren (kaum Wald). Also ideal für Snowboarder, wenn genügend Schnee da ist.
Die Liftanlagen werden zwar als hochmodern bezeichnet, sind sie aber so gar nicht. Ziemlich alt und klapprig kommen die Seilbahnen und Sessellifte daher, aber sie haben uns immer gut ans Ziel gebracht und lange Wartezeiten gab es auch nicht. Schlepplifte gibt es nur ein paar wenige unten an den Übungshängen.

Bewertung
So toll wie wir von vielen vorher gehört haben, fanden wir Livigno nun nicht und werden auch sicherlich, schon allein wegen der etwas längeren und komplizierten Anreise, nicht noch einmal hinfahren. Die Skipässe und Unterkünfte sind sehr viel günstiger als in Skigebieten in Österreich oder der Schweiz. Das Essen auf den Hütten im Skigebiet waren preislich ok, aber das Essen war sehr schlecht. Im Ort selbst waren die Pizzas wiederum super.
Das Skigebiet war zwar insgesamt ganz ok, aber es gibt bessere. Vor allem für eine ganze Woche war es dann doch etwas zu klein. Für 3 - 4 Tage lohnt es sich bei besseren Schneebedingen, die dort ja angeblich meist herrschen sollen, aber sicherlich.
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