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Almabtrieb 2012 in Sölden / Zwieselstein

Almabtrieb 2012 in Sölden / Zwieselstein

Ein ganz besonderes Erlebnis hatten wir beim Wandern dieses Jahr in Sölden bzw. im Nachbarort in Zwieselstein - wir durften einen Tiroler Almabtrieb miterleben.

Nach einem kleinen leichten Anstieg auf die Lenzenalm oberhalb von Zwieselstein, einem kühlen Almdudler bzw. Radler und einem netten Plausch mit dem scheinbar schon angeheiterten Wirt, ging es auf der anderen Seite wieder nach unten. Nach ca. einer Stunde ebenen Weges am Wasser und Wasserfall entlang, hörten wir es schon von Weitem bimmeln und muhen. Schon bald sahen wir die vielen kleinen und großen Kühe in den verschiedensten Farben und mindestens ebenso viele Menschen, teils Einheimische, teils Wandertouristen wie wir.

Kühe schmücken und Goaßlschnölln
Es wurde gerade angefangen, die Kühe zu schmücken. Die einen ließen es sich in aller Seelenruhe gefallen, andere, vor allem kleine Wilde, musste man schon härter packen oder ihnen sogar hinterherren bzw. konnte man ihnen nur mit Hilfe von einigen kräftigen Männern den Kopschmuck aufziehen. Nach ca. 1 weiteren Stunde waren alle Kühe geschmückt und der Abtrieb konnte beginnen.

Besonders interessant war auch das Peitschenknallen, das so gennante "Goaßlschnölln". Wir haben zunächst in der Ferne ein eigenartiges Knallgeräusch vernommen und nach einigen Schritten ein paar Meter tiefer einen jungen Burschen entdeckt, der eine ca. 6 Meter lange Peitsche in die Luft schleuderte, was einen ohrenbetäubenden Lärm - nicht zuletzt durch das Echo in den Bergen - gemacht hat. Zunächst haben sich einige junge Herrschaften abgewechselt, beim Abtrieb, der nebenbei durch einen netten Musikanten mit Ziehharmonika begleitet wurde, haben dann 10 - 20 Männer gleichzeitig die Peitschen geschwungen und ganz unten im Ort haben sich alle hintereinander in der Straße aufgestellt und mit den Peitschen einen Lärm verursacht, dass man sich die Ohren zuhalten musste. Zu Hause habe ich mich kundig gemacht, was es damit auf sich hat. Unter www.suedtirolurlaub.net/urlaub/almabtriebe-suedtirol.aspx erfährt man, dass die Peitsche (oder Goaßl oder Gasl daher auch der Name Goaßlschnölln oder Gasllschnölln) dazu verwendet wurde, den Tieren zu zeigen, wer der Boss ist. Außerdem war es Brauch mit der Peitsche am Winterende den Frühling zu wecken (wohl dann beim Auftrieb). Heutzutage scheint es eine beliebte Tradition zu sein, dass sich die jungen Burschen in ihre Tracht werfen, die Peitsche schwingen und dazu "jodeln" oder jauchzen.

Der Almabtrieb im Video
Das Schmücken der Kühe, den Almabtrieb nach Zwieselstein, das Goaßlschnölln und auch Teile der großen Party unten im Dorf mit Schuhplattlern, Tanz und Tiroler Musik könnt ihr euch auch im Videozusammenschnitt anschauen:



Nach der anstrengenden Wanderung vom Vortag (siehe Beitrag Wanderung in Sölden: Von der Mittelstation zum Gaislachkogl) war die leichte Wanderung und das Zuschauen beim Almabtriebspektakel genau der richtige Abschluss eines wunderschönen Wochenendes im schönen Tirol.
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6 Kommentare
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Elena Sabasch aus Hohenahr | 26.11.2012 | 21:56  
3.681
Heinz Barisch aus Bobingen | 27.11.2012 | 12:45  
1.672
Christina Rolle aus Augsburg | 04.12.2012 | 09:42  
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Uli Holste aus Wunstorf | 04.12.2012 | 14:03  
1.310
Nina Wieler aus Augsburg | 14.12.2012 | 23:54  
21.032
Giuliano Micheli aus Garbsen | 19.01.2013 | 19:02  
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