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20 Jahre Freiwilligen-Zentrum Augsburg: Mit einem Festakt im Goldenen Saal feiert sich die Einrichtung und blickt erwartungsvoll auf das Jahr 2018

Zweiter Bürgermeister Stefan Kiefer, Dr. Christoph Steegmanns (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend), MdB Ulrike Bahr, Geschäftsführer Wolfgang Krell, Oberbürgermeister Kurt Gribl, Fördervereinsvorsitzende Jutta Koch-Schramm und Staatssekretär Johannes Hintersberger (v.l.)
 
"Windkanal" der Sing- und Musikschule Augsburg unter der Leitung von Thomas Deisenhofer
Normalerweise sind sie für andere da. Doch an diesem Abend feierten sie sich selbst. Seit 20 Jahren besteht das Freiwilligen-Zentrum und anlässlich dieses Jubiläums trafen sich Mitarbeiter, Ehrenamtliche, Vereinsmitglieder, Gönner und lokale Politikprominenz zum Festakt im Goldenen Saal. Das Bläserorchester „Windkanal“ der Sing- und Musikschule Augsburg sorgte für die musikalische Umrahmung.

Rund 1.100 freiwillige Aktive engagierten sich allein im letzten Jahr 60.000 Stunden, berichtete Jutta Koch-Schramm, Vorsitzende des Fördervereins Freiwilligen-Zentrum. Verrechnet mit dem Mindestlohn ergibt sich so eine Wertschöpfung von über einer halben Millionen Euro. Mit diesen Zahlen demonstrierte sie das umfassende Engagement der Ehrenamtlichen, die sich in vielfältigen Bereichen einbringen. Lesepaten, Seniorenbesuchsdienste oder das Jugendprojekt „Change In“ sind nur drei der vielen Einsatzmöglichkeiten für Freiwillige. Oberbürgermeister Kurt Gribl betonte in seinem Grußwort die Wichtigkeit der Einrichtung: Jeder der sich freiwillig engagieren wolle, könne dies tun. Denn nicht jeder wolle sich in einem Verein mit seinen Strukturen einbringen. Beim Freiwilligen-Zentrum besteht die Möglichkeit, sich so zu engagieren, dass es den „persönlichen Neigungen entspricht“. Wer wenig Zeit erübrigen kann, wird zum „Sporadi“ – eine Bezeichnung, über die Gribl schmunzeln musste, wie er gesteht. Dass es für alles einen „wertschätzenden und humorvollen Namen“ gibt, zeigt ihm das vertrauensvolle Verhältnis beim Freiwilligen-Zentrum.

Im Namen des Ministerpräsidenten Horst Seehofer überbrachte Johannes Hintersberger die Glückwünsche der bayerischen Staatsregierung. Der Staatssekretär betonte, dass das „nicht nur so daher gesagt“ sei. Er lobte das Freiwilligen-Zentrum für „20 Jahre innovative Pionierarbeit“ und bezeichnete die Gründung der Einrichtung als Meilenstein in der Weiterentwicklung des ehrenamtlichen Engagements. Um zu veranschaulichen, welch hohen Stellenwert das Ehrenamt für die Gesellschaft hat, zog er einen ungewöhnlichen Vergleich. Am Tag des Festaktes jährte sich zum 84. Mal das Ermächtigungsgesetz von 1933. „Dem Terrorregime der Nazis wurde so der Weg geebnet“, erinnert Hintersberger an dieses dunkle Kapitel deutscher Geschichte. Das freiwillige Engagement bezeichnete er als einer der wichtigsten Säulen „gegen solche Entwicklungen“. „Ohne das Ehrenamt geht es nicht“, schloss er seine Rede, die zum Nachdenken anregte.

Das Freiwilligen-Zentrum in Augsburg wurde 1997 im Modellverbund der Caritas gegründet. Geschäftsführer Wolfgang Krell umriss die wichtigsten Stationen des Freiwilligen-Zentrums, zu denen unter anderem das Modellprojekt Bürgerarbeit im Jahr 2000, die Gründung des Fördervereins 2002 oder die Schaffung des „Bündnisses für Augsburg“, in dem sich Stadt, Wirtschaft und Bürgerschaft 2003 zusammenschlossen, zählen. In den letzten Jahren stellte sich das Freiwilligen-Zentrum insbesondere den Herausforderungen, die der Zuzug vieler Flüchtlinge mit sich brachte. Der Migrationsteil in Augsburg betrage inzwischen fast 50 Prozent. „Eine Mehrheitsgesellschaft in Augsburg gibt es nicht“, betonte Krell. Daher startet das Freiwilligen-Zentrum ein Projekt, das die Vielfalt herausheben soll. Und noch auf ein weiteres Projekt verwies Krell mit großem Stolz: Mitte Oktober 2018 richtet Augsburg die Weltfreiwilligenkonferenz aus, die zum ersten Mal in Deutschland stattfindet. Rund 1.000 Personen aus über 80 Ländern werden erwartet. Die Vorbereitungen laufen bereits.
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