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Tomaten - ein beliebtes Gemüse

Tomatenpflanzen: Foto aufgenommen Ende August - Tomaten ohne erkennbare Braunfäule
 
Mitarbeiter der ÖSEG Aschersleben bei ihrer unermüdlichen Pflege des Bestandes
Aschersleben: Kleingartensparte Froser Straße |



Wieder alles Tomate - aber nicht alles rot - denn diese Beeren
kommen in vielen Farben vor.

Der Anfang

Begonnen hat alles im Jahr 2011. In einer MDR Sendung war die Ideengeberin für das Projekt erstmals zu sehen. 56 Sorten standen damals in ihrem Garten. Man fand das viel. Aber da,  so wird in der einschlägigen Literatur berichtet, mindestens zehntausend Sorten in der Welt existieren, ist das ja nur ein ganz bescheidener Anteil. Im Folgejahr werden es einhundert Sorten sein, die gezogen werden, so das Versprechen.
Kamen zunächst viele dieser Samen aus Neugattersleben, so gibt es inzwischen Sorten aus vieler Herren Länder.
In der Ökostation Neugattersleben gibt es eine umfangreiche Sammlung an Tomatensamen. Beim Besuch der Tage des offenen Gartens und den Anblick der vielen bunten Tomaten, reifte der Gedanke auch in Aschersleben diesen Früchten eine Heimat zu geben.

Für das Folgejahr wurden also ein Garten gesucht, wo dann auch so viele gepflanzt werden können. Und die Lösung, der Regionalverband der Kleingärtner Aschersleben bot einen Spartengarten an. Hier konnte nun mit Hilfe der örtlichen Beschäftigungsgesellschaft (ÖSEG Ascherslebn) ein Tomaten-Schaugarten eingerichtet werden.Im Monat August 2012 fand der erste Tomatentag in Aschersleben statt.

Es war zwar der erste, aber nicht der letzte

Fast 700 Besucher kamen am 2. September 2017 zum Tomatengarten in die Kleingartensparte „Froser Straße“. Ein sehr gepflegter und vor allem gesunder Bestand mit 150 Sorten zeigte sich den Gästen. Besucher aus mehr als 20 mitteldeutschen Orten, von Aken bis Zielroa und auch aus Niedersachsen interessierten sich für die gezeigten Früchte. Insbesonders fanden die Sorten, die in unserem Gebiet gezüchtet worden, sei es vor 1945 oder in der DDR, Aufmerksamkeit.

„ Ach, wir wußten garnicht, welche Sorten es neben der bekannten Harzfeuer ( 1959 Dr.Fabig, Quedlinburg) noch so gab“ so hörte man es immer wieder.
32 dieser Sorten konnten bisher zusammengetragen werden. Zum Beispiel „Lukullus“ Erfurt 1906, „Tamina“, „Nadja“,“Haubners Vollendung“ und „ikarus“ alle Eisleben, „Harzfeuer“, „Bodeglut“ und „Harzglut“ aus Quedlinburg sowie „Jutta“ und „Iris“ aus Aschersleben.

Fachleute, wie Christoph Kleinhanns Tomatenzüchter aus Eisleben, später Quedlinburg und Dr. Rolf Bielau vom ehemaligen Institut für Züchtungsforschung Quedlinburg, sowie Fachberatern aus dem Harzkreis bescheinigten dem Team Bettina Pfaffenberg und Matthias Braune, beide beschäftigt bei der ÖSEG in der Maßnahme „gemeinnützige Arbeitsgelegenheiten“ einen beispielhaft gepflegten Garten.

Kräftige Pflanzen durch eine optimale Pflege, weiter Pflanzabstand für gute Durchlüftung des Bestandes bewirkten, das sich trotz des seit vier Jahren gleichen Standortes offensichtlich keine Braunfäule ausbreiten konnte. Zurückgeführt wurde dies auch von den Fachleuten auf den Anbau von Sorten hiesiger Züchtungen. Diese sind den Böden und dem Klima in unserer Gegend optimal angepasst.

Am Tomatentag gaben Kevin Grimm und Gisela Ewe Auskunft zum Projekt und beantworteten Fragen zur Geschichte, Bedeutung, Aussaat, Pflanzung und Pflege des beliebten Gemüses. Ergänzend beantwortete Professor Klaus Naumann (ehemals Institut für Phytopathologie Aschersleben) Fragen zu Tomatenkrankheiten. Im Mittelpunkt dabei stand die Kraut- und Braunfäule, die in diesem Jahr vielerorts  zu großen Ausfällen geführt hat.

Für das leibliche Wohl sorgten die Works-gGmbH, ein Sozialprojekt mit Köstlickeiten aus Tomaten wie Tomatenbrot, Tomaten-Litschi-Suppe und einer Tomaten-Quiche.
Für Getränke, einen kleinen Imbiss und Kaffee sorgte die Gartensparte.

Die Ernte geht wie immer an die Speisekammer Aschersleben (ein Sozialprojekt)

Ausblick

Für das Jahr 2018 sollen weitere Züchtungen aus der ehemaligen DDR angebaut werden. Etwa 50 verschiedene sind in dieser Zeit in Quedlinburg, Eisleben, Aschersleben, Großbeeren und weiteren Orten entstanden. Vielleicht gelingt es, noch einige davon zu finden.
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 14.09.2017 | 07:57  
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