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Wie sicher ist mein Geldautomat? Skimming spielt Betrügern PIN-Nummern in die Hände

EC-Karten sind ein gefundes Fressen für moderne Bankräuber ©Henrik Gerold Vogel / pixelio.de (Foto: ©Henrik Gerold Vogel / pixelio.de)
Wer seine EC-Karte in einen Geldautomaten steckt, hat womöglich schon verloren. Denn die Tricks der Datendiebe sind immer häufiger mit von der Partie, wenn Bankkunden sich Geld auszahlen lassen. 190.000 PIN-Nummern von 2.500 Automaten in Deutschland haben Skimming-Gangster ausgespäht. Wenn sie die Daten haben, setzen sie sich meist ins Ausland ab und räumen die fremden Konten leer.

So funktioniert Skimming
Eine Beschreibung des LKA Nordrhein-Westfalen:
"Für die Herstellung einer EC-Kartenkopie benötigen die Täter die Daten des Magnetstreifens der EC-Karte und die PIN (vierstellige Geheimnummer). Um in den Besitz der Daten auf dem Magnetstreifen zu kommen, bringen die Täter zusätzlich einen manipulierten Kartenleser vor dem Original des Geldausgabeautomaten an. Diese Kartenleser sind optisch dem jeweiligen Modell des Geldautomaten angepasst und so gebaut, dass die eingeschobene EC-Karte zum originalen Kartenleser weiter transportiert wird."

Noch mehr Skimming-Tricks
Zwei weitere Methoden, mit denen die Betrüger arbeiten: Entweder sie stehlen bereits Daten von der EC-Karte, wenn diese in den Türöffner der Bank geschoben wird oder schnappen sich die Daten bei der Eingabe der PIN-Nummer ins Tastenfeld des Geldautomaten. Sei es mit einer Tastatur über der originalen Tastatur oder indem sie aufzeichnen, welche Ziffern der Bankkunde drückt.

Vorsicht ist vor allem bei Geldautomaten geboten, die von Wincor Nixdorf hergestellt wurden. Laut FTD sind nämlich alle Bankautomaten, an denen Skimming erfolgreich betrieben wurde, Produkte von Wincor Nixdorf.

Skimming auch an Fahrkarten- und Tankautomaten
Auch wenn die Banken ihre Kunden noch nicht so recht über die Gefahren am Geldautomaten in Form von Skimming informieren, tragen die Maßnahmen gegen den Datendiebstahl erste Früchte. Seit knapp einem Jahr geht die Zahl der gestohlenen PIN-Nummern zurück.

Doch die Täter - meist aus dem Ausland - sind nicht untätig. Einerseits entwickeln sie weitere Maßnahmen, um an die begehrten Kontodaten zu kommen, andererseits erweitern sie ihr Geschäftsfeld. Tankautomaten und Fahrkartenautomaten sind neue Ziele der Betrüger.

Haftung bei Skimming
Wer haftet denn bei Skimming-Fällen? Ein Urteil des OLG Karlsruhe stärkt die Banken. Erfolgt eine Geldabhebung am Automaten mit der richtigen Geheimzahl, dann ist die Bank zunächst aus dem Schneider (Az.: 17 U 170/07). Wenn also plötzlich Geld auf dem Konto fehlt, hilft erst einmal die Verständigung der Bank.

Wenn der Kunde aber sorgsam mit seiner EC-Karte und seinen Geheimzahlen umgeht, darf er pfiffige-senioren.de zufolge nicht für Manipulationen Dritter am Geldautomaten haftbar gemacht werden. Vor Skimming ist der Normalverbraucher nicht gefeiht. Bankkunden, die zu Skimming-Opfern gemacht werden, bekommen eine Entschädigung aus einem Bankenfonds für solche Fälle.

Schutz vor Skimming
Auf die Ehrlichkeit im Menschen und die Sicherheitsvorkehrungen Ihrer Bank oder des Automatenherstellers sollten sie nicht vertrauen. Achten Sie zuerst darauf, ob im Umfeld des Automaten kleine Kameras zu erkennen sind. Sicherheitshalber empfiehlt es sich, das Tastenfeld bei der Eingabe abzudecken.

Wer unbedingt Geld in der Fußgängerzone abheben möchte oder eine Karte mit Geheimzahl in einen Fahrkartenautomat stecken will, sollte nach kleinen Löchern am Automaten suchen. Sie sind ein Indiz für Skimming. Die sicherste Methode ist und bleibt jedoch, sich sein Geld während der Schalterzeiten in der Bank auszahlen zu lassen - ganz ohne EC-Karte und Skimming-Gefahr.
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1 Kommentar
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 11.05.2011 | 17:31  
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