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Erwin Rommel statt Bud Spencer? Schwäbisch-Gmünd sucht weiter nach einem Namen für den Umgehungs-Tunnel und bringt ein Schwimmbad ins Spiel

230 Millionen Euro soll der 2,3 Kilometer lange Tunnel kosten, mit dem Schwäbisch Gmünd die teuerste Ortsumgehung Deutschlands baut. Wie der neue Tunnel heißen soll, ist aber noch unklar. Der Gemeinderat hatte die Bürger zwar aufgefordert, Namensvorschläge zu machen und abzustimmen, doch gegen das Ergebnis wehren sich die Lokalpolitiker jetzt. Einen Bud-Spencer-Tunnel wollen sie in Schwäbisch Gmünd nämlich nicht. Dabei sind die Politiker allerdings in der Minderheit. Denn auf Facebook hatte sich schnell eine Fangemeinde mit zeitweilig mehr als 20.000 Mitgliedern für den Bud-Spencer-Tunnel gebildet und im Voting erhielt Bud Spencer als Tunnel-Namensgeber 114.542 Stimmen. Das sind in etwa doppelt so viele wie Schwäbisch Gmünd Einwohner hat.

Kommt der Erwin-Rommel-Tunnel?
Damit verweist der Western-Hallodri seinen Konkurrenten Erwin Rommel (1.101 Stimmen) klar auf den zweiten Platz. Die Chancen für den ehemaligen Wehrmachts-General Rommel stehen nicht schlecht, als Namenspatron für den Tunnel zu fungieren. Denn wenn der Gemeinderat von Schwäbisch Gmünd auch den Zweitplatzierten in der Wahl abschmettern sollte, warum dann überhaupt eine Abstimmung initiieren? Wobei sich der Name eines Generals der Wehrmacht für den Tunnel nicht unbedingt besser macht als der von Bud Spencer. Auch, wenn Erich Rommel schon auf Straßenschildern in Aalen, Düsseldorf, Erlangen und Paderborn steht.

Bud Spencer hat in Schwäbisch Gmünd einen Wettkampf gewonnen
Carlo Pedersoli – so der bürgerliche Name von Bud Spencer – würde immerhin zur Tunneleröffnung kommen und hat auch einen konkreten Bezug zu Schwäbisch Gmünd. Der Italiener hatte 1951 bei einem sportlichen Länderkampf im Schwimmen gegen Deutschland gewonnen. Betrachtet man die Leibesfülle, die der Haudrauf-Kanonenheld in Filmen wie „Vier Fäuste gegen Rio“, „Plattfuß vom Nil“ oder „Die rechte und die linke Hand des Teufels“ Jahre nach seiner Karriere als mehrfacher italienischer Meister im Brustschwimmen und über 100 Meter Freistil zur Schau stellte, mag man das kaum glauben. Weil dem aber so ist und Bud Spencer in der Tunnel-Abstimmung haushoch gewonnen hat, könnte er zum Trost schon bald Namenspatron für das Gmünder Kleinstadt-Freibad werden. Auch zur Einweihung des Freibades unter seinem Namen würde Bud Spencer in Schwäbisch Gmünd aufkreuzen.

400 Anhänger protestieren für Bud Spencer
Der Tunnel soll das Verkehrsaufkommen in der Ortsdurchfahrt von Schwäbisch Gmünd von 40.000 Fahrzeugen pro Tag auf die Hälfte reduzieren. Bei einer Demonstration für den Bud-Spencer-Tunnel kamen rund 400 Anhänger des Vorschlags auf dem Gmünder Bahnhofsplatz zusammen und skandierten den Namen ihres Favoriten. Organisiert hatte die Demo "Die Partei", doch anwesend waren nicht nur Mitglieder, sondern vor allem junge Menschen, denen es um den Bud-Spencer-Tunnel geht. Die endgültige Entscheidung, wie der Tunnel nun heißen soll, fällt nach momentanem Stand am 5. Oktober 2011.
In diesem Text sind unter anderem Informationen der Schwäbischen Post, Bild, Welt und Netzpolitik.org eingeflossen.
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3 Kommentare
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 28.07.2011 | 17:07  
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Mirko Schopp aus Andernach | 28.07.2011 | 17:11  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 28.07.2011 | 17:42  
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