Gesundheitlich bedenklich: Lebensmittel-Skandale in Deutschland

Hase oder Ei - was ist momentan womit verseucht? (Foto: Sigrid Rossmann / pixelio.de) (Foto: Sigrid Rossmann / pixelio.de)
 
Gepanschter Wein mit Frostschutzmittel ersch├╝tterte in den 1980ern die Verbraucher. (Foto: chocolat01 / pixelio.de) (Foto: chocolat01 / pixelio.de)
Listerien-Wurst bei Aldi S├╝d? EHEC in Gurken, Tomaten, Sprossen oder Bockshornkleesamen? Dioxin in Eiern, Schweinefleisch, Pute oder Mais? Die Lebensmittel-Skandale h├Ąufen sich in den j├╝ngsten Jahren. Dabei wird vermutlich nur an der Oberfl├Ąche gekratzt und die wenigsten aufgedeckt. Zumal die Strafen f├╝r die ├ťbelt├Ąter ziemlich gering sind. Der Verantwortliche im Gammelfleisch-Skandal wurde soeben zu zwei Jahren Knast verurteilt. Zwei Jahre hinter Gittern f├╝r die r├╝cksichtslose Inkaufname gesundheitlicher Sch├Ąden tausender Menschen. Auf der anderen Seite schie├čen die Lebensmittel-W├Ąchter auch mal voreilig aus der H├╝fte - auf Kosten der Gesellschaft. Im Zuge der EHEC-Hysterie wurde quasi alles und jeder im In- und Ausland verd├Ąchtigt, was unsere politischen Beziehungen insbesondere zu Spanien sicher nicht verbessert hat. Dar├╝ber hinaus musste der Steuerzahler den Mist, den unf├Ąhige Politiker, Wissenschaftler und Medien voreilig verbreiteten, ausbaden. Hier sind die gravierendsten Lebensmittel-Skandale der vergangenen Jahre. Kein Anspruch auf Vollst├Ąndigkeit.

Listerien-Wurst (2011)
Nun steckt auch Aldi mal in der Kritik. Aldi S├╝d muss eine Salami aus seinem Sortiment zur├╝cknehmen. Grund: bei einer Probe der Aldi-Salami "Salame Magretta & Salame Spianata" wurden Listerien entdeckt.
Zum Fall bzw. Was sind eigentlich Listerien?

Thunfisch mit Delfinblut (2011)
EDEKA verkauft Dosen-Thunfisch, f├╝r den Delfine sterben. Der WWF preist den Thunfisch mit den brutalen Fangmethoden als ├Âkologisch unbedenklich an. In den USA wurde der Verkauf dieses Thunfischs dagegen deswegen verboten. Mehr dar├╝ber.

EHEC (2011)
Als ├ťbertr├Ąger der Darmkeime wurden erst f├Ąlschlicherweise Gurken aus Spanien bezichtigt. Die Verd├Ąchtigungen und angeblichen ├ťbertr├Ąger ├Ąnderten sich t├Ąglich. Von Tomaten bis Sprossen und Bockshornkleesamen aus ├ägypten, der es am Ende gewesen sein soll. Aber wer hat EHEC unter die Leute gebracht? Favorit ist ein Biohof in Bienenb├╝ttel, verd├Ąchtigt wurden aber unter anderem auch Caterer aus Lippspringe und Kassel ÔÇô wer hat nun eigentlich EHEC unter die Leute gebracht?
Mehr zum Thema EHEC auf myheimat.

Dioxin (2010)
Schon 2003 mussten wegen Dioxin im Futter mehrere Tausend Schweine notgeschlachtet werden. 2009/2010 war es dann Mais aus der Ukraine, der mit Dioxin verseucht war und zur Schlie├čung mehrerer Bioh├Âfe in Deutschland f├╝hrte. Das Chemieunternehmen Harles und Jentzsch GmbH gilt als ├ťbelt├Ąter im j├╝ngsten Dioxin-Skandal 2010/2011. Mit Umweltgiften belastetes Futterfett wurde tonnenweise zur Weiterverarbeitung an Futtermittelhersteller in Deutschland verkauft. Rund 150.000 Tonnen Futtermittel wurden dadurch verseucht. Vor allem f├╝r Schweinemastbetriebe aus Niedersachsen war das gravierend. Aber auch Putenfleisch und vor allem Eier waren vom Dioxin-Skandal betroffen.
Zur Themenseite Dioxin auf myheimat (dort nach unten scrollen).

Kacke im K├Ąse (2008)
Mozzarella aus Italien landete 2008 nicht unbedingt als Vorzeigeprodukt in den Tiefk├╝hltheken der Superm├Ąrkte. Denn der Mozzarella war h├Ąufig vergammelt. W├╝rmer und M├Ąusekot zierten den als Frischware deklarierten K├Ąse. Die Rede ist von 11.000 Tonnen italienischem Gammel-K├Ąse.

Gammel-D├Âner (2007)
Schon 1993 landete gesundheitlich bedenkliches Fleisch von Schlachth├Âfen aus nicht im M├╝ll, sondern im Supermarkt. Im August 2007 ersch├╝tterte der Skandal um Kebab aus Gammelfleisch die Nation. Betroffen war vor allem Berlin. Wolfgang L. aus dem bayerisch-schw├Ąbischen Wertingen, Wertfleisch GmbH, hatte 130 Tonnen Schlachtabf├Ąlle mit einem neuen Etikett versehen und an den D├Ânerbuden verkauft. Bei dem Gammelfleisch handelte es sich um K3-Material. Dieses gilt als nicht f├╝r den menschlichen Verzehr geeignet, darf aber bei der Produktion von Hundefutter verwendet werden. Wolfgang L. wurde gestern verurteilt. Er muss f├╝r zwei Jahre ins Gef├Ąngnis. Wegen des Gammelfleisch-Skandals. Aber nicht, weil er aus Profitgier die Gesundheit Tausender Mitmenschen gef├Ąhrdete, sondern wegen des damit verbundenen 22-fachen Betrugs. Zum Vergleich: Ein anderer Fleischh├Ąndler aus Bayern hatte 2005 ebenfalls tonnenweise Schlachtabf├Ąlle (Gefl├╝gel aus der Schweiz) gekauft, umetikettiert und weiterverkauft. Er wurde zu vier Jahren und drei Monaten Gef├Ąngnis verurteilt.

Nitrofen-Bio-Skandal (2002)
Nitrofen schadet der Gesundheit des Menschen. Weil der Grenzwert des Unkrautvernichtungsmittels im Futtergetreide aus einer mit Pflanzengiften belasteten Lagerhalle um den Faktor 200.000 ├╝bertroffen wurde, standen Bio-Eier und Bio-Fleisch auf der Abschussliste.

BSE (1997)
Europa hat Angst vor BSE. Die Seuche, von der Rinder in Gro├čbritannien betroffen sind, weitet sich auf Deutschland aus. Niemand will mehr Rindfleisch aus dem Vereinigten K├Ânigreich essen. Mehrere Tausend K├╝he werden in der Bundesrepublik get├Âtet. Tiermehl und Tierfett im Futter f├╝r die Rinder gilt als BSE-Ausl├Âser. Erst 2001 werden diese Futterzutaten, die wohl f├╝r den Rinderwahnsinn verantwortlich sind, verboten.

Fischwurm-Skandal (1987, 1994, 1997)
Es soll Feinschmecker geben, die Schnecken als Delikatesse betrachten. Aber W├╝rmer? Zumindest im Fisch haben sie nichts zu suchen. Dort tauchten 1987 aber Fadenw├╝rmer auf. Ein Skandal, der sich wiederholte. 1994 lie├č man besser die Finger von Fischst├Ąbchen, in denen R├╝ckst├Ąnde von W├╝rmern nachgewiesen wurden. 1997 waren Hering, Kabeljau, Rotbarsch und Seelachs ein Fall f├╝r das Gesundheitsamt.

Glykol-Wein (1985)
Die ├ľsterreicher waren es. Winzer hatten das Frostschutzmittel Diethylenglykol in Wein gesch├╝ttet. Millionen Weinflaschen aus ├ľsterreich mussten in Deutschland aus dem Handel genommen werden. Leider betraf der Glykol-Skandal auch deutsche Winzer. Die streckten ihre eigenen Weine n├Ąmlich mit den Frostschutzmittel-Weinen aus dem Nachbarland. Erwischt wurden die Panscher ├╝brigens nur, weil sie Frostschutzmittel von der Steuer absetzen wollten.
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2 Kommentare
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 12.08.2011 | 18:58  
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peter sohrens aus Hamburg | 15.08.2011 | 17:57  
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