Voll im Leben mit Multiple-Sklerose

So lautet das Motto des Welt Multiple Sklerose Tages am 30. Mai 2022. Doch dieses voll im Leben spiegelt sich mindestens noch momentan nicht in der Lebenswirklichkeit vieler wider, die mit der chronischen Erkrankung des zentralen Nervensystems leben. Corona hat insbesondere die Selbsthilfearbeit über 2 Jahre stark ausgebremst und essentielle Sozialbeziehungen wenn nicht schwinden, so mindestens aber wenig belebt werden lassen. Die Gefahr sich oder andere mit Corona anzustecken hat nachhaltig große Zurückhaltung erzeugt und nicht selten in Isolation und Verstummung geführt. Selbsthilfegruppenreffen und Aktivitäten, für manche schwererkrankte Mitglieder die einzige Möglichkeit zur Teilhabe, fanden nicht statt. Soziales lebt von echter Begegnung, von Gruppenerlebnissen, das ist mit Telefon und aller digitaler Technik, sofern die überhaupt eingesetzt werden kann, nach Meinung von Bernd Gökeler, Leiter der MS Selbsthilfegruppe Marburg-Biedenkopf, absolut nicht zu ersetzen. Selbsthilfe wirkt von Mensch zu Mensch. Immer noch gilt die Regel, dass Selbsthilfetreffen nur im Außenbereich ohne Masken empfohlen werden. Voll im Leben mit MS ist ohnehin ein Kampf, der mit der Erkrankung der 1.000 Gesichter schwer wiegt und je nach Behinderung ohne Unterstützung nicht einmal ansatzweise gelingt. Es wird nach Einschätzung von Gökeler großer Impulse von Innen und Außen brauchen, um mit viel Geduld wieder an die Selbsthilfestrukturen wie vor der Pandemie anzuknüpfen zu können. Dazu ist neben dem ehrenamtlichen Engagement auch die finanzielle Unterstützung und die wache Aufmerksamkeit des Umfeldes, der Öffentlichkeit unerlässlich. Genau das ist das Anliegen des Welt MS Tages, verständlich machen was voll im Leben mit MS bedeutet und welche vermeidbaren Herausforderungen in den Köpfen aber auch ganz real es abzubauen gilt. Behindern ist heilbar, so auch dieses Jahr das Resumé von Gökeler, aber dazu braucht es den Einsatz und die Wachheit vieler in allen Bereichen des Lebens, jetzt sogar verstärkt und das im 41. Jahr der MS Selbsthilfegruppe im Landkreis Marburg-Biedenkopf.
Mehr unter: https://marburg-biedenkopf.dmsg-hessen.de/

Foto: „Inklusion darf nicht nur auf der Bärchenpackung stehen, sie muss gelebt werden“
Bernd Gökeler; Text: Bernd Gökeler

Bürgerreporter:in:

CHRISTINE Stapf aus Amöneburg

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