Anzeige

Venustransitbeobachtung der Volkssternwarte auf Frauenberg und Kaiser-Wilhelm-Turm

Nachdem am Vortag des Jahrhundertereignisses noch die letzten Test an den Teleskopen und Montierungen von Oliver Haupt durch geführt wurden und der ehemalige Vorsitzende, Herr Wittekindt, Adapter für Sonnenfilter gefertigt hatte, startete die Beobachtung des Venustransits in den frühen Morgenstunden des 06 Junis 2012. Man verabredete sich um kurz vor 4:00 Uhr auf dem Frauenberg, um gemeinsam mit Dr.Schrimpf von Parallaxe und Sternzeit aus Marburg, einem Mitglied der Volkssternwarte, dort die Beobachtung des Venustransits durchzuführen. Der Privatdozent an der Marburger Physik, hatte bereits 2 seiner Studenten Zutritt zum Spiegellustturm verschafft, wo u.a. ein Mitglied der Volkssternwarte Messungen vornehmen sollte. Die Studenten harrten dort bereits seit Mitternacht aus. Nachdem der Frauenberg in der Dämmerung des Morgens mehr fachst mit Sackkarren im Schlepp erklommen war, konnte das „kleine“ mitgeführte Equipment aufgebaut werden. Bereits jetzt trafen erste Interessierte, bewaffnet mit Fernrohren, Sonnenschutzfilterbrillen und Ferngläsern ein. Der Blick in den Himmel ließ jedoch nichts Gutes erahnen. Der Spruch von “...die Hoffnung stirbt zuletzt“ machte bereits die Runde. Dr. Schrimf hatte mit seinen Studenten die Ruine mit Teleskopen bestückt, um die sich Bürgerinnen und Bürger drapierten. Einige hatten ihre Videokameras schon auf Stativen in Richtung des Sonnenaufgangs im Osten ausgerichtet. Die teilweise mit Nachführmotoren ausgerüsteten Teleskope der Volkssternwarte und Parallaxe und Sternzeit, wurden mittels Handcomputern auf den Sonnenaufgangspunkt gerichtet. Die Zahl der Beobachter stieg bis auf 30 Personen an, was bei den Veranstaltern zu anerkennenden Worten führte, denn zu dieser Uhrzeit liegt man ja normalerweise noch im Bett. Irgendjemand von den Gästen verteilte Kaffee, was bei der morgendlichen Frische auf große Gegenliebe stieß. Und endlich kündigte die erste Morgenröte den Aufgang unseres Zentralgestirns an. Nach ein paar Minuten konnte man die ersten „Ahs“ und „Ohs“ aus den unterschiedlichsten Richtungen auf dem Frauenberg vernehmen. Eine kleine aber feine Wolkenlücke hatte den Blick auf das Jahrhundertereignis freigegeben. Ein Besucher hatte ein Foto gemacht. Die Digitalkamera machte die Runde und man konnte tatsächlich den Schatten der kleinen Venus vor der Sonne erkennen. Es wurden viele Gespräche geführt, die Vereinsmitglieder gaben den interessierten Besuchern Auskunft auf deren unterschiedlichsten astronomischen Fragen. Die beiden Vorsitzenden der Vereine, Schrimpf und Haupt, zeigten sich mit dieser gemeinsamen Veranstaltung und dem großen Interesse daran zufrieden. Eine weitere Beobachtung war dann allerdings auf Grund der Witterungsverhältnisse nicht mehr möglich, man begann das mühevoll auf den Berg transportierte Equipment wieder abzutransportieren, zumal erste Regentropfen fielen.
0

Weiterveröffentlichungen:

Oberhessische Presse | Erschienen am 09.06.2012
1 Kommentar
9.540
Lothar Hofmann aus Marburg | 08.06.2012 | 09:49  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.