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JGV Mittelhessen: "Hundeführerschein" für alle Hundehalter? Innenausschuss des Hessischen Landtag beschäftigte sich mit einem Gesetzesentwurf.

Seit Jahren fordern Tierschützer aber auch kynologische Verbände den "Führerschein" für Hundehalter.
Nun legte die SPD-Fraktion im hessischen Landtag einen Gesetzentwurf für ein neues hessisches Hundegesetz vor, das die bestehende und immer wieder geänderte hessische Hundeverordnung ablösen soll.

In einer Anhörung des Innenausschusses im hessischen Landtag zu Wiesbaden trafen sich am Donnerstag, den 23. August 2012 daher die Abgeordneten und die Anzuhörenden.
Die Anzuhörenen, Experten und Sachverständige, aus den unterschiedlichsten Verbänden hatten bereits im Vorfeld dieser Sitzung die Möglichkeit eingeräumt bekommen eine Stellungnahme zu dem vorliegenden Gesetzentwurf gegenüber dem Innenausschuss abzugeben.

Der umfangreiche Gesetzentwurf sieht unter anderem vor, dass alle Hundehalter einen theoretischen wie auch praktischen Sachkundenachweis abzulegen haben.
Bei Umsetzung wäre daher die seit langem bestehende Forderung eines "Führerschein" für Hundehalter erfüllt.
Desweiteren sieht der Gesetzentwurf unter anderem eine Haftpflichtversicherung für alle Hunde und eine Mikrochip-Pflicht zur Identifizierung aller der in Hessen gehaltenen Hunde vor.
Das würde eine Zuordnung von freilaufenden Hunden durch die Vollzugsbehörden vereinfachen, wenn die Hunde ohne ihren Halter angetroffen werden.
Ein Mittel, dass auch dem Tierschutz Rechnung tragen würde und helfen könnte Fundtiere ihrem Halter wieder zuzuführen.

Ausnahmen von der geforderten Sachkundeprüfung sieht der SPD-Gesetzentwurf ebenfalls vor.
Die hundeführenden hessischen Jägerinnen und Jäger wurden im vorliegenden Entwurf jedoch nicht unter den Ausnahmebestimmungen erfasst.

Daher wurde durch den Innenausschuss des Hessischen Landtages der Landesjagdverband Hessen sowie der Jagdgebrauchshundverein Mittelhessen als anzuhörende Institutionen vor den hessischen Innenausschuss geladen. Beide Institutionen hatten bereits im Vorfeld Gelegenheit ihre schriftlichen Stellungnahmen zum geplanten Gesetzentwurf gegenüber dem Hessischen Landtag abzugeben.

In der Anhörung vor dem Innenausschuss bekräftigten Alexander Michel vom Landesjagdverband Hessen und Martin Lauer vom Jagdgebrauchshundverein Mittelhessen ihre Forderung der Anerkennung der theoretischen Sachkunde in der Hundehaltung und -führung für die hessischen Jägerinnen und Jäger, die diese durch das Bestehen der umfangreichen Jägerprüfung bereits vor einem Prüfungsauschuss nachgewiesen haben.
Für den Nachweis der praktischen Sachkunde, die der Gesetzentwurf vorsieht,
sollte die bestandene Brauchbarkeitsprüfung für Hessen und die vergleichbaren Gebrauchshundeprüfungen des Jagdgebrauchshundverband (JGHV) gelten.

Martin Lauer, als Vertreter eines Gebrauchshundvereins und Sachverständiger geladen, forderte darüber hinaus in Übereinstimmung mit anderen anzuhörenden kynologischen Verbänden die Abschaffung der Rasseliste für Hessen, den unbedingten Nachweis einer Sachkundeprüfung in Theorie und Praxis für alle Hundehalter die einen Hund in der Öffentlichkeit führen, sowie die Anerkennung der Verbandsprüfungen des Verbandes für das Deutsche Hundewesen (VDH), wie Hundeführerschein, Begleithund- und Schutzhundprüfung als theoretische und praktische Sachkundeprüfung im Rahmen des neuen Gesetzes.
Die Abgeordnete Judith Pauly-Bender erkundigte sich im Rahmen der Anhörung ob auch Hessens Jäger bereit seien auch in Zukunft ihren Beitrag zur Schulung der Hundehalter zu leisten.
Alexander Michel, Geschäftsführer des Landesjagdverband Hessen, versprach die Mithilfe der hessischen Jägerschaft bei der Vorbereitung von Hunden auf die Sachkundeprüfungen, sollte dies gewünscht sein.

Hintergrundinformation:
In Hessen wird der VDH-Hundeführerschein bereits seit 2007 durch jagdkynologische Vereine angeboten.
Der Jagdgebrauchshundverein Mittelhessen bietet in ARGE mit dem Weimaraner Klub Landesgruppe Hessen auch Nichtmitgliedern jährlich die Möglichkeit an den Schulungen und Prüfungen zum VDH-Hundeführerschein teilzunehmen.
In 2012 sind bislang 3 Prüfungen durch den Verein angesetzt.
Erstmals auch in Kooperation mit zwei Jagdvereinen, dem Jagdverein Alsfeld und der Jägervereinigung Lauterbach, wird ein gemeinsamer Lehrgang für alle Interessierten durch den Jagdgebrauchshundverein Mittelhessen angeboten.
Der Jagdgebrauchshundverband (JGHV) qualifiziert bereits seit Jahren in Kooperation mit dem Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) seine interessierten Leistungsrichter zu Ausbilder und Prüfer für den VDH-Hundeführerschein.
Alleine im Jagdgebrauchshundverein Mittelhessen sind sieben Leistungsrichter des JGHV und ein Leistungsrichter des VDH als Ausbilder und Prüfer für den VDH-Hundeführerschein lizenziert.
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